Wiesen-Alant

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Wiesen-Alant
Wiesen-Alant (Inula britannica)

Wiesen-Alant (Inula britannica)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Inuleae
Gattung: Alante (Inula)
Art: Wiesen-Alant
Wissenschaftlicher Name
Inula britannica
L.

Der Wiesen-Alant (Inula britannica)[1] ist eine Pflanzenrt aus der Gattung Alante (Inula) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Flora Batava, Volume 16
Detail eines Blütenkorbes
Fruchtstand mit Pappus
Habitus, Laubblätter und Blütenstand im Habitat

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wiesen-Alant ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern erreicht.[1] Die einfachen Laubblätter sind ei-lanzettlich bis schmal-lanzettlich geformt und häufig leicht gezähnelt.[1] Die oberen und mittleren Stängelblätter sind stängelumfassend oder sind mit einem schwach herzförmigem Spreitengrund sitzend. Die Blattunterseite ist dicht seidig behaart und dichtdrüsig.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An jeder Pflanze befinden sich in einem schirmtraubigen Gesamtblütenstand ein bis vier körbchenförmige Blütenstände, die einen Durchmesser von 3 bis 5 Zentimetern aufweisen. Die äußeren und mittleren Hüllblätter sind lang behaart und gleich lang. Alle Blüten des Wiesen-Alants sind tiefgelb. Die charakteristischen äußeren zygomorphen Zungenblüten sind länger als die inneren radiärsymmetrischen Röhrenblüten.

Die Achäne ist behaart.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.[2]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Wiesen-Alant handelt es sich um einen mesomorphen, helomorphen Hemikryptophyten.[1] Es erfolgt eine vegetative Vermehrung und Ausbreitung als Wurzelkriecher.

Bestäuber sind Bienenverwandte. Bei dieser Stromtalpflanze erfahren die Achänen auch eine Schwimmausbreitung. Der Wiesen-Alant ist schwach salztolerant.[3]

Vorkommen und Gefährdung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wiesen-Alant ist in Eurasien verbreitet. Sie besiedelt wechselfeuchte, teils überflutete Wiesen, zeitweise überschwemmte Gewässerränder, Gräben und Ruderalstellen. Er kann als Charakterart der Flussstromtäler und Verlandungsbereiche der Küstenabschnitte angesehen werden. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Verbandes Agropyro-Rumicion, kommt aber auch in lückigen Gesellschaften des Verbandes Molinion vor.[2]

Seine Bestände gehen in Deutschland stark zurück. In vielen deutschen Bundesländern wird diese Art auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten geführt, gilt aber deutschlandweit 1996 nicht als gefährdet.[1]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Inula britannica erfolgte 1753 durch Carl von Linné. Ein Synonym für Inula britannica L. ist Inula dichotoma Zuccagni.[4]

Es gibt etwa zwei Unterarten:[4]

  • Inula britannica L. subsp. britannica
  • Inula britannica subsp. hispanica (Pau) O.Bolòs & Vigo (Syn.: Inula hispanica Pau): Sie kommt in Spanien vor.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. 10., bearbeitete Auflage. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band. Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, München/Heidelberg 2005, ISBN 3-8274-1496-2.
  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Franz Fukarek, Heinz Henker, Christian Berg: Flora von Mecklenburg-Vorpommern (Farn- und Blütenpflanzen), Weissdorn-Verlag Jena, Januar 2006 (1. Auflage) ISBN 3-936055-07-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Inula britannica L., Wiesen-Alant. In: FloraWeb.de.
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 922.
  3. Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
  4. a b c Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: W. Greuter, E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae.: Datenblatt Inula britannica In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wiesen-Alant (Inula britannica) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien