Westenholz

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Westenholz
Stadt Delbrück
Wappen von Westenholz
Koordinaten: 51° 45′ 23″ N, 8° 28′ 13″ O
Höhe: 87 (81–106) m
Fläche: 31,75 km²
Einwohner: 3817 (30. Jun. 2014)
Bevölkerungsdichte: 120 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 33129
Vorwahl: 02944, 05250, 05244, 02948
Karte
Lage von Westenholz in Delbrück

Westenholz ist der westlichste und flächenmäßig mit Abstand der größte Stadtteil der Stadt Delbrück in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Hinsichtlich der Einwohnerzahl ist er nach dem Stadtteil Delbrück der zweitgrößte Ort innerhalb der Stadt Delbrück. Westenholz hat 3819 Einwohner.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westenholz liegt im Osten der Westfälischen Bucht. Nachbarorte sind der Rietberger Stadtteil Mastholte (Kreis Gütersloh), die Delbrücker Stadtteile Schöning und Hagen, der Salzkottener Stadtteil Mantinghausen sowie der Stadtteil Rebbeke der Stadt Lippstadt im Kreis Soest (Regierungsbezirk Arnsberg).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Funde, die in der Heimatstube Westenholz ausgestellt sind, lassen bereits auf eine steinzeitliche Besiedlung von Westenholz schließen.

Das Gebiet von Westenholz gehört schon seit dem frühen Mittelalter zum Gebiet des späteren Hochstifts Paderborn.

1802 verlor das Hochstift Paderborn mit der Besetzung durch Preußen seine staatliche Selbständigkeit, fiel 1807 für wenige Jahre an das Königreich Westphalen und 1813 nach der napoleonischen Niederlage an Preußen zurück. Westenholz wurde der 1815 gegründeten Provinz Westfalen eingegliedert und kam durch Erlass der Königlichen Regierung in Minden zum 1816 gegründeten Kreis Paderborn.

Bei der Einteilung der Landkreise in Ämter kam Westenholz zum Amt Delbrück.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem 1. Januar 1975 gehörte die damalige Gemeinde Westenholz zum Amt Delbrück des bisherigen Kreises Paderborn. Mit Inkrafttreten des Sauerland/Paderborn-Gesetzes an diesem Tage wurden die Gemeinden dieses Amtes mit den drei Lippegemeinden Anreppen, Bentfeld und Boke des Amtes Salzkotten-Boke im Kreis Büren zur neuen Stadt Delbrück im neuen Kreis Paderborn zusammengelegt.[2] Rechtsnachfolgerin der Gemeinde Westenholz und des aufgelösten Amtes Delbrück war die neue Stadt Delbrück. Gebietsteile der Gemeinde Westenholz wurden in die Stadt Rietberg, Ortschaft Mastholte, eingegliedert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl
1871 1488
1925 1642
1939 1798
1946 2564
1950 2455
1961 2317
1970 2543
1974 2774
1975 2739
2004 3842
2010[1] 3676
2011[1] 3693
2012[1] 3719
2013[1] 3769
2014[1] 3817

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siegel der kath. Kirchengemeinde St. Joseph

Die Mehrheit der Bevölkerung von Westenholz ist katholisch. Sie gehört zur Pfarrgemeinde Sankt Joseph Westenholz im Dekanat Büren-Delbrück des Erzbistums Paderborn. Die Protestanten in Westenholz gehören zur evangelischen Kirchengemeinde Delbrück im Kirchenkreis Paderborn der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 2844 Wahlberechtigten in Westenholz stimmten bei der letzten Kommunalwahl 2004 1682 (Wahlbeteiligung 59,14 %, davon 1659 oder 98,63 % gültige und 23 oder 1,37 % ungültige Stimmen) bei der Wahl zum Delbrücker Stadtrat wie folgt ab[3]:

Partei Stimmenanzahl Stimmenanteil Pseudografik
CDU 1.312 79,08 % ••••••••••••••••
SPD 167 10,07 % ••
FDP 93 5,61 %
GABI 87 5,24 %

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Joseph
Sankt-Marien-Kirche in Westenholz-Mühlenheide

Die katholische Pfarrkirche St. Joseph wurde von 1901 bis 1905 vom Paderborner Dom- und Diözesanbaumeister Arnold Güldenpfennig errichtet. Die Ausstattung stammt zumeist aus der Wiedenbrücker Schule. Weiterhin gibt es im Ortsteil Mühlenheide die Marienkirche, welche aufgrund der großen Entfernung zum Dorf 1950 gebaut wurde.

Westenholz wurde 1985 im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden als Bundesgolddorf ausgezeichnet, vor allem für die umweltbewusste Dorfentwicklung.

Seit 1996 besteht eine Partnerschaft mit der ungarischen Stadt Budakeszi.

Der Freie Stuhl ist eine historische Gerichtsstätte (siehe Feme) an der Stelle, wo heute die Kreise Gütersloh, Paderborn und Soest aneinandergrenzen.

Sehenswert ist auch das älteste profane Gebäude im Stadtgebiet Delbrück. Es ist ein Speicher aus dem Jahre 1577, der sich auf dem Hof Sudhoff befindet.

Für die mehr als 30 Vereine in Westenholz steht ein neues Sport- und Begegnungszentrum zur Verfügung.

In Westenholz befindet sich auch eine Swingolf-Anlage und eine Straußenfarm.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westenholz ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt, hat jedoch auch Betriebe der Möbelindustrie (insbesondere Schlaf- und Wohnmöbel; ein großes Möbelgeschäft).

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westenholz hat 1985 beim Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" (heute: "Unser Dorf hat Zukunft") die Goldmedaille gewonnen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Westenholz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Stadtverwaltung Delbrück: Bürgerbroschüre Stadt Delbrück Stand: 2014-11
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 327.
  3. Stadt Delbrück - Kommunalwahlen NRW 26. September 2004 bei wahlen.regioit.de