Wewer

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wewer (Begriffsklärung) aufgeführt.

Koordinaten: 51° 41′ 18″ N, 8° 41′ 52″ O

Wewer
Stadt Paderborn
Höhe: 132 m ü. NN
Fläche: 16,88 km²
Einwohner: 7127 (13. Jan. 2016)
Bevölkerungsdichte: 422 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 33106
Vorwahl: 05251
Karte
Lage des Stadtbezirks Wewer in Paderborn
Luftbild von Wewer, dahinter Paderborn
Luftbild von Wewer, dahinter Paderborn

Wewer ist ein südwestlicher Stadtteil von Paderborn im Osten Nordrhein-Westfalens und hat etwa 7100 Einwohner. Bis 1969 war Wewer eine eigenständige Gemeinde im Amt Kirchborchen, die sich zum 1. Juli 1969 mit der Stadt Paderborn zusammenschloss.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wewer liegt bei 51° 41' n. Br. und 8° 42' ö. L. im Südosten der Westfälischen Bucht und gehört überwiegend zum östlichen Hellwegraum. Die östlich der Alme liegenden Teile der Ortschaft liegen auf der Paderborner Hochfläche.

Ausdehnung der Ortschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wewer umfasst eine Fläche von 16,88 km², wobei die Nord-Süd- und die West-Ost-Ausdehnung der Gemarkung jeweils etwa 6 km betragen. Der höchste Punkt der Ortschaft mit 176,6 m ü. NN liegt am Ostrand der Gemarkung zum Paderborner Gewerbegebiet Mönkeloh hin, der tiefste im Almetal an der Ortschaftsgrenze zum Stadtzentrum und zu Elsen.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beginnend im Norden im Uhrzeigersinn grenzen an Wewer die Paderborner Kernstadt und der Stadtbezirk Elsen, die Borchener Ortsteile Nordborchen und Alfen sowie die Salzkottener Stadtteile Oberntudorf und Scharmede, die alle zum Kreis Paderborn gehören.

Ortschaftsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Östlich der Alme und der A 33 liegt der kleine Weiler Barkhausen. Die einstmals freie Fläche um diesen herum wird immer stärker durch Gewerbegebiete überbaut, die nahtlos in die nördlich und östlich gelegenen Gewerbe- und Industriegebiete des Paderborner Stadtzentrums übergehen. Nördlich der Bundesstraße 1 liegt Gut Warthe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kath. Kirche St. Johann Baptist

Wewer wurde im Jahr 835 in einer Urkunde vom Kloster Corvey erstmals erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt hieß das Dorf Wawuri. Im 12. Jahrhundert war es unter dem Namen Waveri bekannt. Seit Ende des 12. Jahrhunderts lässt sich das Ministerialengeschlecht von Wevere nachweisen.

Die Alte Burg an der Alme kam im Jahr 1515 in den Besitz der Familie von Brenken. Das barocke Schloss aus dem 17. Jahrhundert erinnert an die ausgestorbene Familie von Imbsen, deren Erben es im 19. Jahrhundert an die Familie von Brenken verkauften.

Am 1. April 1945 hatten US-Truppen Paderborn besetzt. Am 2. April gab es in Wewer heftige Kämpfe; dabei starben etwa 40 Soldaten der Wehrmacht und vier US-Soldaten. Drei Sherman-Panzer wurden abgeschossen. [1]

Mit dem „Gesetz über die Eingliederung der Gemeinde Wewer, Landkreis Paderborn, in die Stadt Paderborn“ vom 24. Juni 1969 wurde der Gebietsänderungsvertrag zwischen der Stadt Paderborn und der Gemeinde Marienloh vom 28. Februar 1969 weitestgehend bestätigt und die bis dahin eigenständige und dem Amt Kirchborchen angehörige Gemeinde am 1. Juli 1969 in die Stadt Paderborn eingegliedert.[2]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mehrheit der Bevölkerung in Wewer ist katholisch und gehört zur katholischen Pfarrgemeinde Sankt Johannes Baptist im Dekanat Paderborn, Erzbistum Paderborn.

Die evangelisch-lutherischen Einwohner Wewers gehören zur Stephanus-Kirchgemeinde im benachbarten Borchen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1950: 2265 Einwohner
  • 1961: 2477 Einwohner
  • 2010: 6792 Einwohner
  • 2012: 6912 Einwohner
  • 2013: 6933 Einwohner
  • 2016: 7127 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der letzten Kommunalwahl am 25. Mai 2014 gaben die Weweraner Bürger ihre Stimmen bei der Wahl zum Paderborner Stadtrat wie folgt ab:

Ratsvertreter für Wewer sind somit in der Legislaturperiode 2014–2020 Ferdinand Vahle[3] (CDU), Alexander Jacobs (CDU), Dominic Gundlach (FDP) und Claudia Steenkolk (SPD).

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher von Wewer ist Volker Odenbach (CDU).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss in Wewer
Katholische Kirche St. Johannes Baptist in Wewer bei der Abenddämmerung
Die L756 Richtung Wewer (Wewersche Straße)

Auf dem Stellbrinkshof in Wewer wurde am 4. Februar 1851 der Maler Franz Thöne geboren, der ab 1871 die Kunstakademie Düsseldorf besuchte und sich als Genre- und Porträtmaler in der Landeshauptstadt etablierte. Er zählt zu den Künstlern der Düsseldorfer Malerschule. Franz Thöne war mit Maria Vössing verheiratet, der Tochter des Weweraner Lehrers Johann Vössing.

Im Jahr 2015 wurde für die Wewersche Lyrikerin Elisabeth Poganiuch-Flören (1907–1982) auf dem Wewerschen Friedhof ein Gedenkstein errichtet.

Im Bürgerhaus Wewer finden jedes Jahr zahlreiche Veranstaltungen statt.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältesten Gebäude sind in ihren Ursprüngen die katholische Kirche und die Alte Burg an der Alme. Oberhalb der Alme ließ die Familie von Imbsen ab 1684 das barocke Schloss Wewer errichten. Die historische Bedeutung des Gutes Warthe am Hellweg und am früheren Wartturm der städtischen Landwehr ist nach dem Umbau der Bundesstraße 1 nicht mehr sichtbar. Der gut erhaltene Gebäudebestand ist außerdem durch den Anschnitt des Geländes gefährdet.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der östlich der Alme/Lohne liegende Ziegenberg steht unter Naturschutz.

Als Verbindung des ursprünglichen Dorfes Wewer zum Wald wurde im 19. Jahrhundert die eindrucksvolle, teilweise heute noch sechsreihige Eichenallee angelegt.

Im nördlichen Bereich von Wewer gibt es nach dem 2012 abgeschlossenen Ausbau der B 1 durch die Grundwasserabsenkung und den Verlust großer Ackerflächen erhebliche Eingriffe in den Naturhaushalt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die sportlichen Weweraner gibt es ein Fitnessstudio und den Lauftreff Elsen-Wewer (TuRa Elsen). Der größte Sportverein in Wewer ist mit ca. 800 Mitgliedern der Sportclub Wewer 2000. Er bietet die Sportarten Aerobic, Freizeitsport, Turnen und Tischtennis an. Außerdem kann man beim TSV Wewer Fußball spielen. Der Verein besitzt zwei Rasen-, einen Aschen- und einen Kunstrasenplatz, wobei der Aschen- und der Kunstrasenplatz über eine Flutlichtanlage verfügen. Beide Sportvereine in Wewer, der TSV Wewer und SC Wewer 2000, sind gemeinsam aus dem insolventen SV Blau-Weiß Wewer hervorgegangen.

Musikkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1949 besteht die Musikkapelle Wewer, die ursprünglich aus dem Schützenverein hervorgegangen ist. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Musikkapelle Wewer ihr Spektrum über die Marschmusik hinaus erweitert und ist als eigenständige Musikkapelle tätig.

Schützenwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur St. Johannes und St. Hubertus Schützenbruderschaft Wewer 1910 gehören etwa 1200 Mitglieder. Das Weweraner Schützenbataillon besteht neben zwei Schützenkompanien (Warthekompanie und Schlosskompanie) aus folgenden Fachabteilungen:

  • Schießsportabteilung im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (HSB)
  • Schießsportgruppe im Westfälischen Schützenbund (WSB)
  • Großkaliber Sportschützen Wewer e.V.
  • Fahnenschwenker Wewer
  • Jungschützenabteilung
  • Spielmannszug Wewer: Das Gründungsjahr des Spielmannszuges geht bis zum Jahr 1906 zurück.

Paderborner Minicar Club[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige RC-Car-begeisterte Leuten gründeten um 1980 den Paderborner Minicar Club (PMC). Seitdem ist der PMC Mitglied im Deutschen Minicar Club. Trainiert und gefahren wurde auf Parkplätzen in Paderborn. Nach einer Trainingsphase nahmen die Vereinsmitglieder an DMC-Rennen teil. Einige Mitglieder konnten sich in den folgenden Jahren zur Teilnahme an Läufen zur Deutschen Meisterschaft qualifizieren. Der PMC veranstaltet eine Vielzahl von regionalen Freundschaftsrennen an verschiedenen Orten. Seit mehreren Jahren gibt es eine jährliche Rennserie (WinterCup) für Elektro-Fahrzeuge im Bürgerhaus in Wewer. Die Rennen finden hauptsächlich in den Wintermonaten statt. Neuerdings hat der Verein eine eigene Off-Road Strecke, auf der mit ferngesteuerten Fahrzeugen trainiert werden kann.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hauptzollamt, das früher an der Paderborner Bahnhofstraße und zwischenzeitlich im Paderborner Gewerbegebiet Mönkeloh ansässig war, ist auf das Gelände des Autohofes der Autobahnanschlussstelle Paderborn-Mönkeloh und damit an den südlichen Ortsrand Wewers gezogen.

Es gibt eine dreizügige Grundschule, die Almeschule. Sie ist eine Schule der Stadt Paderborn und besteht aus zwei Gebäuden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Isa Freifrau von Elverfeldt: Wewer, Mein Heimatbuch, Band I und II, Die Ritter von und zu Brenken, Wewer Band III, Die Freiherren von und zu Brenken, Wewer Band IV, 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wewer – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stefan Westhoff: Das Kriegsende in Paderborn: Die letzten elf Tage vom 22. März bis zum 1. April 1945. BoD Taschenbuch, ISBN 978-3837055870, Seite 63.
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 102.
  3. Neue Westfälische: Ferdinand Vahle wird CDU-Ratsherr für Julien Boppert. In: Paderborn. Abgerufen am 20. April 2016.