Anreppen

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Anreppen
Stadt Delbrück
Koordinaten: 51° 44′ 42″ N, 8° 35′ 15″ O
Höhe: 90 m ü. NN
Fläche: 9,89 km²
Einwohner: 1391 (30. Jun. 2014)
Bevölkerungsdichte: 141 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 33129
Vorwahl: 05250
Karte
Lage von Anreppen in Delbrück

Anreppen ist ein südlicher Stadtteil von Delbrück in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Anreppen hat 1391 Einwohner.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anreppen liegt im südöstlichen Winkel der Westfälischen Bucht direkt nördlich der Lippe bei 51° 45′ n. Br., 8° 34′ ö. L. auf einer Höhe von 90 m ü. NN.[2] Laut der heute meist benutzten Einteilung im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands liegt der Ort in der Untereinheit 540.20 Obere Lippetalung, die zu der Teileinheit 540.2 Ostmünsterländer Sande, der Haupteinheit 540 Ostmünsterland und der Haupteinheitengruppe 54 Westfälische Bucht gehört.[3]

Ortsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft hat eine Fläche von 10 km².

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beginnend im Westen grenzt Anreppen im Uhrzeigersinn an die Delbrücker Stadtteile Boke, die Kernstadt Delbrück, Ostenland und Bentfeld, sowie die Salzkottener Stadtteile Scharmede und Thüle. Diese Orte gehören alle dem Kreis Paderborn an.[4]

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Anreppen gehören der Ortskern Anreppen und Lesterberg, der Siedlungsschwerpunkt der Ortschaft.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bereich der Lippeniederung entstanden in der Kreidezeit Kalk- und Mergelstein als Sediment in Meeren. In der Eiszeit entstanden dann unter Gletschern und Inlandeis Grundmoränen, die hier über den genannten Gesteinen als Geschiebemergel und Kies erscheinen.

Darüber wurden durch die Lippe zusätzlich Sand und Kies aus der Senne herangeführt und abgelagert. Im Bereich von Flüssen und Bächen kam es auch zu alluvialen Ablagerungen und auch die Moore entstanden im Holozän. Durch den Wind wurde der Sand zu Dünen geformt, die heute weitgehend abgebaut sind. Aus den Sanden entstand Podsol, bei dem eine Ortsteinschicht das Wurzelwachstum behindert. Im Bereich der Lippeaue entstanden durch Ablagerung von Schwebstoffen Auenlehme.[5]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anreppen gehört wie Ostwestfalen-Lippe insgesamt zum ozeanischen Klimabereich Nordwestdeutschlands, dem es geringe Temperaturgegensätze und milde Winter verdankt. Allerdings sind schon kontinentale Einflüsse wirksam. So liegt die Temperatur im Sommer höher und die Nächte sind kühler als in größerer Nähe zur Küste. An der Abmilderung der Niederschlagsmenge und der höheren Zahl an Sonnentagen sind allerdings auch die umliegenden Mittelgebirge beteiligt.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Kirche St. Josef in Anreppen

Anreppen ist überregional bekannt durch das 4–5 nach Chr. erbaute Römerlager Anreppen. In diesem zur Zeit der Germanenkriege erbauten Lager waren bis zu 6000 Legionäre untergebracht. Es diente vermutlich als vorgeschobene Nachschubbasis für die dauerhafte Einverleibung Germaniens in das römische Reich. Das an der Lippe gelegene Lager wurde wahrscheinlich nach der Varusschlacht von den abziehenden römischen Truppen geräumt.

Die erste urkundliche Erwähnung fand Anreppen im Jahr 1250.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem 1. Januar 1975 gehörte die damalige Gemeinde Anreppen zum Amt Salzkotten-Boke im Kreis Büren. Mit Inkrafttreten des Sauerland/Paderborn-Gesetzes wurden die drei Lippegemeinden dieses Amtes, Anreppen, Bentfeld und Boke mit den Gemeinden des Amtes Delbrück des bisherigen Kreises Paderborn zur neuen Stadt Delbrück im neuen Kreis Paderborn zusammengelegt.[7] Rechtsnachfolgerin der Gemeinde Anreppen ist die Stadt Delbrück, Rechtsnachfolgerin des aufgelösten Amtes Salzkotten-Boke die Stadt Salzkotten.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1961 ( 6. Juni) 791
1970 (27. Mai) 843
1973 (31. Dezember) 899
1974 (30. Juni) ¹ 940
2010 (30. Juni) 1353
2012 (30. Juni)[1] 1371
2013 (30. Juni)[1] 1362
2014 (30. Juni)[1] 1391

Der Anstieg der Bevölkerungszahl wurde durch den Neubau der Siedlung Lesterberg begünstigt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Wappen von Anreppen

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zu ihrer Eingemeindung in die Stadt Delbrück führte die damalige Gemeinde Anreppen das nachfolgend beschriebene Wappen:

In Gold ein schräglinksliegender schwarzer Kamm mit gekrümmten Zähnen.

Dieses Wappen war das der ehemaligen Familie von Anreppen und ist das Familienwappen der schwedischen Adelsfamilie Anrep.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Lipsmeier (* 25. Dezember 1898 in Anreppen; † 29. September 1947 in der Sowjetunion), Bildhauer

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Stadtverwaltung Delbrück: Bürgerbroschüre Stadt Delbrück, Stand: Dezember 2014.
  2. Landkreis Büren [Hrsg.] 150 Jahre Landkreis Büren. Paderborn 1966, S. 7–11. Vgl. Schulamt für den Kreis Paderborn (Hg.): Entdeckungsreise durch den Kreis Paderborn - Ein Heimat- und Sachbuch für die Grundschule. Paderborn 1992, S. 25.
  3. Sofie Meisel: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98. Detmold. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1959.
  4. Geographische Kommission für Westfalen (Hg.): Geographisch-Landeskundlicher Atlas von Westfalen, Themenbereich X Administration und Verwaltung, Doppelblatt staatliche und kommunale Verwaltungsgliederung, Münster 1990.
  5. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 19–24, 59 f.
  6. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 24 f.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 327.