Wielki Łęck

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Wielki Łęck
Wielki Łęck führt kein Wappen
Wielki Łęck (Polen)
Wielki Łęck
Wielki Łęck
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Działdowo
Gmina: Płośnica
Geographische Lage: 53° 14′ N, 19° 57′ OKoordinaten: 53° 14′ 0″ N, 19° 57′ 0″ O
Einwohner: 550
Telefonvorwahl: (+48) 23
Kfz-Kennzeichen: NDZ
Wirtschaft und Verkehr
Straße: BrodnicaOstrołęka
Nächster int. Flughafen: Warschau



Wielki Łęck [ˈvʲɛlkʲi ˈwɛntsk] (deutsch Groß Lensk, früher Groß Lenzk) ist eine Ortschaft der Landgemeinde Płośnica (Heinrichsdorf) im Powiat Działdowski (Soldauer Kreis) in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt in der historischen Region Ostpreußen, etwa 16 Kilometer westlich der Stadt Soldau (Działdowo) und 72 Kilometer südwestlich von Allenstein (Olsztyn).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß Lensk (Gr. Lenzk) in Ostpreußen, südwestlich von Allenstein und Neidenburg sowie westlich von Soldau, auf einer Landkarte von 1908.

Der Ort wurde 1328 das erste Mal urkundlich erwähnt. Seine Entstehung hängt mit der Besiedlung der westlich der Weichsel gelegenen Landschaft Sassen durch den Deutschen Orden Anfang des 14. Jahrhunderts zusammen. In der Ordenszeit gehörte der Ort unter dem Namen Groß Lensk zur Komturei Osterode.

Mit der Errichtung des Herzogtums wurden die Komtureien durch weltliche Kreise abgelöst, und Groß Lensk wurde dem Oberländischen Kreis unterstellt. Als dieser im Zuge einer Verwaltungsreform 1752 aufgelöst wurde, kam der Ort zum preußischen Kreis Neidenburg. Im Jahr 1785 wird Groß Lenzke als ein adliges Gut mit einer katholischen Kirche und 32 Feuerstellen (Haushaltungen) bezeichnet, das zum Hauptamt Soldau gehört.[1]

Im Jahre 1874 wurde der Amtsbezirk Groß Lensk gebildet; er setzte sich zusammen aus:[2]

  • Gemeinde Klein Lensk
  • Gut Groß Lensk einschließlich Radingsthal
  • Gemeinde Groß Lensk einschließlich Moritzruh

Radingsthal war ein Rittergut und Moritzruh ein Vorwerk. Amtsvorsteher war der Gutsbesitzer Schmidicke in Groß Lensk. Im Jahr 1910 hatten die Landgemeinde Groß Lensk 360 und der Gutsbezirk 182 Einwohner.

Nach dem Erster Weltkrieg musste das Amt Groß Lensk aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags zusammen mit der Soldauer Region am 10. Januar 1920 ohne Volksabstimmung an Polen abgetreten werden. Die Polen führten für Groß Lensk die Ortsbezeichnung Wielki Leck, und das Dorf wurde der Landgemeinde Płośnica (Heinrchsdorf) unterstellt. 1931 hatte das Dorf 571 Einwohner.

Im Jahr 1934 kündigte die polnische Staatsregierung das deutsch-polnische Minderheitenschutzabkommen einseitig auf.

Als Folge des Polenfeldzugs 1939 kam das entnommene Territorium an das Reichsgebiet zurück, und am 24. April 1940 wurde die Soldauer Region in den deutschen Landkreis Neidenburg zurückgegliedert. Groß Lensk erhielt seinen Status als selbständige Gemeinde wieder. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Groß Lensk in den letzten Januartagen 1945 von der Roten Armee besetzt. Im Sommer 1945 wurde Groß Lensk von der sowjetischen Besatzungsmacht zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens und ganz Westpreußen unter polnische Verwaltung gestellt.

Von 1975 bis 1998 gehörte der Ort zur Wojewodschaft Ciechanów

Kirchspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits vor der Reformation gab im Dorf schon eine Kirche, die nach der Einführung der Reformation im Herzogtum Preußen mehrfach die Konfessionszugehörigkeit wechselte, letztlich aber katholisch blieb.

Bevölkerungsentwicklung bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1816 180 [3]
1852 450 [4]
1858 474 davon 130 Evangelische und 344 Katholiken (keine Juden)[5]
1905 352 [6]
1910 542 mit dem Gutsbezirk (182 Einwohner)
1931 571 [7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wielki Łęck liegt an der Wojewodschaftsstraße 544 (droga wojewódzka 544). Dies führt nach etwa acht Kilometern in westlicher Richtung durch Lidzbark (Lautenburg) und endet nach etwa 40 Kilometern in Brodnica (Strasburg). In östlicher Richtung verläuft sie durch das 15 Kilometer entfernte Działdowo (Soldau) und endet nach etwa 120 Kilometern in Ostrołęka (Ostrolenka).

Die nächsten internationalen Flughäfen sind der Ignacy-Jan-Paderewski-Flughafen Bydgoszcz, 130 Kilometer westlich, und der Frédéric-Chopin-Flughafen Warschau, 130 Kilometer südlich des Ortes.

Wielki Łęck verfügt über keinen Bahnanschluss.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen. Königsberg/Leipzig 1785, S 100.
  2. Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Königsberg, Nr. 21, Königsberg i. Pr., 21. Mai 1874, S. 163, Ziffer 28.
  3. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 3: Kr–O, Halle 1822, S. 90, Ziffer 1449.
  4. Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 345.
  5. Adolf Schlott: Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungsbezirks Königsberg. Hartung, Königsberg 1861, S. 177, Ziffer 84.
  6. http://wiki-de.genealogy.net/Gro%C3%9F_Lensk
  7. http://www.verwaltungsgeschichte.de/neidenburg.html