Willensen

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Willensen
Wappen von Willensen
Koordinaten: 51° 46′ 37″ N, 10° 10′ 14″ O
Höhe: 184 m ü. NHN
Fläche: 2,32 km²[1]
Einwohner: 317 (30. Jun. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 137 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Eingemeindet nach: Eisdorf
Postleitzahl: 37539
Vorwahl: 05522
Willensen (Niedersachsen)
Willensen

Lage von Willensen in Niedersachsen

Willensen ist ein Dorf und eigenständiger Ortsteil in der Gemeinde Bad Grund (Harz) im Landkreis Göttingen. Die nächste größere Stadt ist Osterode am Harz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 953 in einer Urkunde König Ottos I. als „Vuillienhusun“ erstmals erwähnt, was Wohnstätte des Vilja bedeutet. Ab dem 16. Jahrhundert wurde sprachökonomisch zu Willensen synkopiert.[3]

Vor der Reformation wurde der Friedhof in Weißenwasser genutzt.[4] In den 1880er Jahren wurde eine Kapelle im Dorf gebaut.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willensen, vorher eigenständige Gemeinde, gehörte seit dem 1. Juli 1972 zur Gemeinde Eisdorf,[5] die am 1. März 2013 ein Teil der Gemeinde Bad Grund (Harz) wurde.[6] Zeitgleich wurde Willensen wieder ein eigenständiger Ortsteil.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1910 276 [7]
1925 290 [8]
1933 247 [8]
1939 237 [8]
1950 472 [1]
1956 404 [1]
2013 317 [2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf kommunaler Ebene wird der Ortsteil Willensen vom Ortsrat aus Eisdorf vertreten.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 2013 nahm Hartmuth Nienstedt seine Arbeit als Ortsvorsteher auf.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Willensen stammt von dem damaligen ersten Vorsitzenden des Vereins zur Wahrung Willensener Interessen, Hartmut Ernst. Das Wappen wurde von ihm Anfang der neunziger Jahre entworfen und schlummerte seitdem in einem Ordner. Im Zuge der Umwandlung der Samtgemeinde Bad Grund (Harz) zur Einheitsgemeinde Bad Grund (Harz) wurde auf dieses Wappen, nach einer durch das Niedersächsische Landesarchiv Wolfenbüttel empfohlenen Farbänderung der Wellenlinie, zurückgegriffen. Der Ortsrat hat in der Ratssitzung vom 19. Dezember 2013 einstimmig für diesen bestehenden Entwurf gestimmt.[10][11]

Wappen von Willensen
Blasonierung: „Durch eine Quelle schräg links geteilt; rechts in Rot ein silberner Entenkopf zwischen zwei goldenen Ähren, links in Blau ein schräg links gestelltes, zerbrochenes goldenes Schwert.“[10][11]
Wappenbegründung: Auf der Webseite des Ortsteils Willensen wird hierzu erwähnt:[10]

„Die das Wappen teilende Wellenlinie symbolisiert den Reichtum an Quellen. Ähren und Ente deuten auf den bäuerlichen Ursprung des Ortes hin. Rot, die Farbe des Lebens, steht für das lange Bestehen des Ortes, der bereits im Jahre 953 n. Chr. erstmals urkundlich erwähnt wurde. Bei Orten dieser Größe ist eine 1000-jährige Geschichte sehr selten. Das gebrochene Schwert symbolisiert die freie Gründung ohne den Schutz einer Burganlage. Blau, die Farbe der himmlischen Macht, steht für das Vertrauen der Gründer in dieselbige, ohne das auf eine schützende Burganlage wohl nicht verzichtet worden wäre.“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Willamowius: Die Geschichte Willensens und Umgebung. Eisdorf 2011, DNB 1021749427.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Willensen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 171 (Digitalisat).
  2. a b Bevölkerungszahlen. In: Webseite Gemeinde Bad Grund (Harz). 30. Juni 2013, abgerufen am 2. Februar 2020.
  3. Uwe Ohainski, Jürgen Udolph: Die Ortsnamen des Landkreises Osterode (= Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung der Universität Göttingen. Band 40). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2000, ISBN 3-89534-370-6, S. 180–181 (adw-goe.de [PDF; 2,6 MB]).
  4. Werner Binnewies: Der alte Totenweg nach Weissenwasser. In: Osteroder Kreis-Anzeiger. 20. März 1984.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 215.
  6. Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Bad Grund (Harz), Landkreis Osterode am Harz. Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 16/2012. Hannover 18. Juli 2012, S. 267, S. 17 (Digitalisat [PDF; 290 kB; abgerufen am 2. Februar 2020]).
  7. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Osterode am Harz. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 5. Februar 2020.
  8. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Osterode am Harz (Siehe unter: Nr. 35). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  9. Eisdorf hat eine Ortsbürgermeisterin und Willensen einen Ortsvorsteher. In: eisdorf.de. 7. März 2013, abgerufen am 4. September 2019.
  10. a b c Wappen von Willensen – Offizielle Beschreibung. In: Webseite des Ortsteils Willensen. Abgerufen am 5. Februar 2020 (auf der Webseite wurden Rot (rechts) und Blau (links) falsch angegeben. (siehe: Wappenschild – Ansicht)).
  11. a b Wappen von Willensen – Begründung. In: Webseite des Ortsteils Willensen. Abgerufen am 5. Februar 2020.