Eisdorf (Bad Grund)

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Koordinaten: 51° 45′ 45″ N, 10° 10′ 45″ O

Eisdorf
Wappen von Eisdorf
Höhe: 161 m
Fläche: 10,56 km²
Einwohner: 1345 (30. Jun. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 2013
Postleitzahl: 37539
Vorwahl: 05522
Eisdorf (Niedersachsen)
Eisdorf

Lage von Eisdorf in Niedersachsen

Eisdorf am Harz ist ein Ortsteil der Gemeinde Bad Grund (Harz) im Landkreis Osterode am Harz in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisdorf liegt jeweils etwas westlich des Oberharzes und Naturparks Harz. Es befindet sich am Rhume-Zufluss Söse, in die nordnordöstlich des Dorfes die Markau mündet. Die nächstgelegene größere Stadt ist die Kreisstadt Osterode, deren Kernstadt etwa 5,5 km südöstlich liegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 953 Agesthorp, 1244 Eysdorp, 1253 Eystorpe, 1255 Eistorp und 1284 Eistorp. Das Grundwort des Ortsnamens beruht auf dem niederdeutschen „-thorp, dorp“ für „Dorf, Siedlung“. Das Bestimmungswort, das sich von Ages- zu Eis- entwickelt hat, geht auf den Personennamen „Agi“ zurück. Der beruht auf dem germanischen „agis“ für „Schrecken“.[2]

Mittelalter und Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

953 wurde der Ort erstmals von König Otto I. urkundlich erwähnt. In Eisdorf verfügte Kurmainz über Lehensrechte. Zugehörige Zehntrechte besaßen die Grafen von Dassel, worauf sie im Jahr 1244 verzichteten. Da auch Herzog Otto I. keinen Anspruch darauf erhob, gelangten die Rechte an das Jacobikloster Osterode.[3] Nach dem Dreißigjährigen Krieg trieb der Räuber Hans Warnecke aus Eisdorf sein Unwesen im Harzvorland. Als Soldaten seine Familie nach der Schlacht bei Lutter töteten, griff er jeden Uniformierten an. Sein Unterschlupf war die Burgruine Lichtenstein. Der Sage nach wurde er in Osterode gefangen und zum Tode durch Vierteilung verurteilt.

Am 1. Juli 1972 wurde Willensen nach Eisdorf eingemeindet.[4] Am 1. März 2013 schlossen sich die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Bad Grund (Harz) zur neuen Gemeinde Bad Grund (Harz) zusammen. Im Zuge dieser Fusion wurde Willensen wieder ein eigenständiger Ortsteil.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsratswahl[6]
Wahlbeteiligung: 60.12 %
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70
60
50
40
30
20
10
0
61,17 %
38,83 %
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Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat setzt sich aus sieben Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 20. Januar 2013)

Ortswappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt eine Rebe und wird zurückgeführt auf die aus Röblingen am See stammenden Herren von Rebeningen, die in der frühen Neuzeit in Eisdorf begütert waren.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Georgskirche, deren Gemeinde dem Kirchenkreis Harzer Land angehört, wurde 1777 auf der Basis eines um 1590 errichteten Vorgängerbaus aus Naturstein fertiggestellt.[8] 1906 installierte Furtwängler & Hammer die Orgel. 1996 wurde der Innenraum renoviert. Das Dach ist als Tonnengewölbe aus Holz konstruiert. 2015/16 wurde es mit Krempziegeln neu gedeckt. Die Glocken sind in einem Dachreiter untergebracht.

Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der TSC Eisdorf wurde 1901 gegründet. Zudem gibt es eine freiwillige Feuerwehr, in die 2016 die Feuerwehr Willensen integriert wurde. Außerdem existiert eine Heimatstube.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisdorf ist über die Kreisstraße 31 mit der Bundesstraße 241, Osterode am Harz nach Northeim und mit der Bundesstraße 243, die von Osterode am Harz nach Bad Gandersheim führt verbunden. Von 1898 bis 1967 hielten hier die Züge der schmalspurigen Bahnstrecke Osterode–Kreiensen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt einen Kindergarten und eine Grundschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Gajewski : Dorfchronik Eisdorf/Willensen 1932 - 2000, 2001

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eisdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nieders. Landesverwaltungsamt -Statistik
  2. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  3. Jörg Leuschner: Osterode - Welfensitz und Bürgerstadt im Wandel der Jahrhunderte, 1993, S. 110
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 215.
  5. http://www.eisdorf.de/nachrichten/gemeinde/1041-eisdorf
  6. http://wahlen.kds.de/2013grg/Daten/156401_000041/0001564010000.html
  7. Zeitschrift des Harz-vereins für Geschichte und Altertumskunde, Band 13, 1881, S. 276 - 277
  8. Hector Wilhelm Heinrich Mithoff: Kunstdenkmale und Alterthümer im Hannoverschen, Band 2, 1873, S. 53