Bergstadt Bad Grund (Harz)

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Bergstadt Bad Grund (Harz)
Wappen des Ortsteils Bad Grund (Harz)
Koordinaten: 51° 48′ 41″ N, 10° 14′ 18″ O
Höhe: 295 m ü. NHN
Fläche: 7,12 km²
Einwohner: 2398 (30. Jun. 2013)
Bevölkerungsdichte: 337 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 2013
Postleitzahl: 37539
Vorwahl: 05327
Bergstadt Bad Grund (Harz) (Niedersachsen)
Bergstadt Bad Grund (Harz)

Lage von Bergstadt Bad Grund (Harz) in Niedersachsen

Blick auf die Bergstadt Bad Grund vom Aussichtspunkt Fritze's Ruh
Blick auf die Bergstadt Bad Grund vom Aussichtspunkt Fritze's Ruh

Die Bergstadt Bad Grund (Harz) ist mit 2398 Einwohnern (Stand: 30. Juni 2013)[1] der größte und namensgebende Ortsteil der niedersächsischen Gemeinde Bad Grund (Harz). Zur Abgrenzung vom Namen der jetzigen Einheitsgemeinde und früheren Samtgemeinde Bad Grund (Harz) führt sie den Namenszusatz „Bergstadt“. Die Ortschaft ist nicht der Verwaltungssitz der Gemeinde; dieser befindet sich im Ortsteil Windhausen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bergstadt liegt im Naturpark Harz an der Bundesstraße 242. Wenige Meter vor dieser Straße befindet sich der Hübichenstein, nordöstlich dieser Straße der Iberg.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Bergstadt Bad Grund (Harz) gehören die Kleinsiedlungen Laubhütte und Taubenborn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Ortschaft Bergstadt Bad Grund (Harz) ist die älteste der sieben Oberharzer Bergstädte. Die Stadt wurde 1317 erstmals urkundlich als Forstort erwähnt. Um 1450 hatte sich die Siedlung bereits zum Berg- und Hüttenort des Erzbergbaus entwickelt. Herzog Heinrich der Jüngere verlieh dem Ort 1524 die Bergfreiheit. Das gewonnene Erz wurde in anderen Orten, wie Gittelde, Laubhütte und Teichhütte geschmolzen. Im 18. Jahrhundert wurde der Tiefe Georg-Stollen vorgetrieben. Im 19. Jahrhundert ging die Bedeutung des Harzer Eisenerzbergbaus zurück, bedingt durch das bessere und preisgünstigere rheinische Eisen. Der Eisenerzbergbau kam auf diese Weise 1885 völlig zum Erliegen. Ein Ausweg fand der Ort durch die Gruben Bergwerkswohlfahrt und Hilfe Gottes, in denen silberhaltiger Bleiglanz, Zinkblende, Kupferkies und Schwerspat gefunden wurde. Das geförderte Erz wurde in Bad Grund aufbereitet und zur Verhüttung u. a. nach Nordenham gebracht. Durch diesen Abbau konnten höhere Erträge erzielt werden als vormals mit dem Eisenerz. Daneben konnte sich Bad Grund als einziges Moorbad des Harzes günstig entwickeln.[2]

1854 gab Wilhelm Trenkner gemeinsam mit Georg Schulze die Bilder und Skizzen aus dem Harze heraus, den ersten Reiseführer über Grund.[3]

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Ort zum Kurort und erhielt 1906 die offizielle Bezeichnung Bad.

Das Erzbergwerk Grund der Preussag war als letzte der Westharzer Gruben noch bis 1992 in Betrieb.

Mit Auflösung der Samtgemeinde Bad Grund (Harz) am 1. März 2013 wurde Bergstadt Bad Grund (Harz) ein Ortsteil der neugegründeten Einheitsgemeinde Bad Grund (Harz).

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Ursprung des Ortsnamens siehe auch Bad Grund (Harz) #Ortsname

Bad Grund bzw. Grund hat seine Ursprünge im Bergbau am oberhalb der Siedlung liegenden Iberg. Die Siedlung entwickelte sich unten, „im Grunde“, wo für eine Besiedlung wesentlich bessere Bedingungen wie Wasser und fruchtbarer Boden vorhanden waren. Norddeutsch bedeutet grund „eine Niederung zwischen Bergen“, „ein kleines Tal“.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsratswahl 2016[5]
Wahlbeteiligung: 46,09 % (2013: 53.59 %)
 %
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Gewinne und Verluste
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-2,71 %p
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Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Bergstadt Bad Grund besitzt einen Ortsrat, der sich aus fünf (2013: 9) Ratsfrauen und Ratsherren zusammensetzt (Veränderungen zu 2013).

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikivoyage: Bad Grund – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. gemeinde-bad-grund.de
  2. Hans Pusen: Niedersachsen. Das Berg- und Hügelland im Süden. 2. Auflage. Sigmaringendorf 1987, ISBN 3-8235-1002-9, S. 298.
  3. Hella Furtwängler (Verantwortliche): Eichelberger Pavillon auf der Seite bad-grund-harz.de, zuletzt aufgerufen am 13. Januar 2013
  4. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  5. Webseite der Kommunalen Dienste Göttingen, abgerufen am 29. September 2016