Williamsburg (Brooklyn)

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Gentrifizierte Straße in Williamsburg
Williamsburg mit Blick auf die Williamsburg Bridge

Williamsburg ist ein Stadtteil im Norden des Stadtbezirks Brooklyn in New York City. 2020 lebten hier laut US-Census 112.147 Einwohner (Williamsburg und South Williamsburg).[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1661 wurde im Gebiet des heutigen Stadtteils eine niederländische Siedlung mit dem Namen Boswijck gegründet, die im Jahre 1664 von den seitdem herrschenden Engländern in Bushwick umbenannt wurde. Im Jahre 1792 wurde ein benachbartes Anwesen zu Ehren des Offiziers und Ingenieurs Jonathan Williams Williamsburgh benannt.

Im Jahre 1827 wurde Williamsburgh nach Town of Bushwick eingemeindet. Diese Eingemeindung wurde 1840 allerdings wieder rückgängig gemacht. Im Jahre 1855 folgte die Eingemeindung nach City of Brooklyn, die im Jahre 1898 zum Stadtbezirk der Stadt New York wurde.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Williamsburg überwiegend von Deutschen bewohnt.

Nachbarstadtteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der East River trennt Williamsburg vom East Village und der Lower East Side, die beide in Manhattan liegen. Im Norden liegt der Stadtteil Greenpoint, der ebenfalls zu Brooklyn gehört. Der Grand Avenue nach Nordosten folgend, erreicht man Maspeth, womit Williamsburg eine kleine, aber direkte Grenze zum anderen Stadtbezirk Queens hat. Im Osten liegt Bushwick, im Südosten Bedford–Stuyvesant und im Süden Clinton Hill sowie Vinegar Hill.

Verkehrswege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Interstate 278, auch Brooklyn Queens Expressway genannt, verläuft eine der New Yorker Stadtautobahnen von Südwest nach Nordost durch Williamsburg. Die gebührenfreie Williamsburg Bridge verbindet Williamsburg mit Manhattan. Wichtige Hauptstraßen sind die Grand Street als Verlängerung der Brücke in West-Ost-Richtung, die Union Avenue in Süd-Nord-Richtung sowie der Williamsburger Broadway, der ebenfalls von der Brücke ausgehend am südlichen Rand des Stadtteils Richtung Südosten verläuft.

Ferner wird der Stadtteil von insgesamt drei U-Bahn-Strecken durchquert. Die BMT Jamaica Line verläuft aufgeständert von der Williamsburg Bridge aus kommend über den Broadway Richtung Südosten nach East New York und wird von den Linien J, M und Z befahren, die IND Crosstown Line mit der Linie G verläuft unter der Union Avenue in Nord-Süd-Richtung, und die BMT Canarsie Line mit der Linie L bedient die nördlichen und östlichen Ränder des Stadtteils. Die Kreuzungsbahnhöfe liegen Ecke Metropolitan Avenue–Union Avenue sowie Broadway–Union Avenue.

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Teile Williamsburgs sind durch dort lebende, überwiegend ultra-orthodoxe, vor allem chassidische Juden geprägt, darunter die der Satmarer. Nach einer 14-jährigen Bauzeit wurde eine neue Synagoge am 15. Oktober 2006 von Rabbi Aaron Teitelbaum eröffnet. Die Synagoge liegt an der Kent Avenue.

2019 kam es vor allem in der jüdisch-orthodoxen Gemeinde Williamsburgs zu einem Masernausbruch, dem größten in New York seit 1991. Bürgermeister Bill de Blasio rief bei den betroffenen Gebieten daraufhin den Gesundheitsnotstand aus und führte eine Impfpflicht ein.[2]

Eine zweite große Gruppe in Williamsburg sind Menschen des „alternativen“ Schlags: Musiker, Intellektuelle, Künstler, die aufgrund steigender Mieten in Manhattan Williamsburg mit seinen niedrigeren Mieten als günstigere Ausweichmöglichkeit nutzten. Diese Wanderung fand vor allem seit den 1990er Jahren statt, als Williamsburg zum Trendviertel und Anziehungsviertel für Hipster avancierte. Im Jahr 2008 waren die Mieten infolge einer Gentrifizierung so sehr angestiegen, dass viele der sogenannten Bohemians sich gezwungen sahen, in günstigere, weiter von Manhattan entfernte Teile Brooklyns wie beispielsweise Bushwick, Bedford-Stuyvesant, Fort Greene, Ridgewood, Clinton Hill oder Red Hook zu ziehen.

Nach einem Artikel aus dem Jahr 2015 hat Williamsburg ungefähr 220.000 Einwohner, etwa 80.000 von ihnen sind Juden. 55 Prozent gelten als arm, weitere 20 Prozent bezeichnen sich als bedürftig.[3]

Söhne und Töchter Williamsburgs und bekannte Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Williamsburg, Brooklyn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. NYC Planning US-Census 2020, BK0102 und BK0103.
  2. USA registrieren höchste Zahl an Masernfällen seit 20 Jahren. In: Zeit online. 25. April 2019, abgerufen am 3. Dezember 2021.
  3. George Szpiro: Williamsburg, Hochburg der Ultraorthodoxen, in: NZZ, 8. Mai 2015
  4. Drehorte auf IMDB (engl.)

Koordinaten: 40° 42′ N, 73° 57′ W