Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Wittlager Kreisbahn)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück mbH
Verkehrgesellschaft Landkreis Osnabrück logo.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Bohmte
Webpräsenz Webpräsenz
Bezugsjahr 2010
Eigentümer Landkreis Osnabrück 100%
Aufsichtsrat Reinhold Kassing (Vorsitzender)
Geschäftsführung

Stephan Rolfes, Helmut Zimmermann

Verkehrsverbund VOS
Mitarbeiter 47 (2009)[1]
Umsatz 3,5 Mio. EUR (2009)[1]dep1
Anzahl Fahrzeuge
Lokomotiven 1
Triebwagen 1
Omnibusse 23
Betriebseinrichtungen
Länge Gleisanlagen 20,5 km
Altes Logo der Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück

Die Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück GmbH, auch kurz VLO genannt, ist ein Verkehrsunternehmen, das Personen- und Güterverkehr auf der Straße und der Schiene im Landkreis und in der Stadt Osnabrück betreibt. Ursprung der Gesellschaft ist die Wittlager Kreisbahn AG, Sitz der Gesellschaft ist Bohmte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wittlager Kreisbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wittlager Kreisbahn
Strecke der Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück
Kursbuchstrecke (DB): zuletzt 219g
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
   
Bahnstrecke Holdorf–Damme von Holdorf
   
19,9 Damme (Oldb)
   
17,1 Südfelde Ort
   
16,2 Südfelde
   
13,3 Schwegermoor ehemals Schweger Moorzentrale
   
12,1 Schwege-Kolonie
   
10,7 Schwege
   
8,9 Hunteburg
   
6,4 Vosberg
Haltepunkt, Haltestelle
2,2 Bohmte-Bruchheide
Planfreie Kreuzung – oben
Bahnstrecke Osnabrück–Bremen
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Übergang DB
Bahnhof, Station
0,0 Bohmte
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Kanalladestelle
Brücke über Wasserlauf (groß)
Mittellandkanal
Bahnhof, Station
3,5 Wehrendorf
Bahnhof, Station
5,7 Bad Essen
Haltepunkt, Haltestelle
6,2 Bad Essen-Marina seit 2015
Haltepunkt, Haltestelle
7,5 Eielstedt Glücksklee
Bahnhof, Station
7,8 Wittlage
Haltepunkt, Haltestelle
9,2 Bad Hüsede
Bahnhof, Station
10,4 Rabber
Bahnhof, Station
12,1 Lintorf (Han)
Haltepunkt, Haltestelle
13,1 Hördinghausen
Haltepunkt, Haltestelle
14,0 Dahlinghausen
   
Landesgrenze Niedersachsen / Nordrhein-Westfalen
Bahnhof, Station
16,3 Preußisch Oldendorf
   
17,3 Offelten
   
19,5 Holzhausen
   
Bahnstrecke Bassum–Herford von Bünde
Bahnhof, Station
20,5 Holzhausen-Heddinghausen
Strecke – geradeaus
Bahnstrecke Bassum–Herford nach Rahden (-Bremen)

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1891 wurde ein Eisenbahnbauverein mit dem Ziel gegründet, den damaligen Landkreis Wittlage in der Provinz Hannover durch eine Nebenbahn zu erschließen. Nachdem der Kreis Wittlage gemeinsam mit dem benachbarten Kreis Lübbecke, der allerdings in der Provinz Westfalen lag, 750.000 Goldmark zur Verfügung gestellt hatte, nahm das Projekt Wittlager Kreisbahn seinen Weg. Die beiden Kreise gründeten am 4. März 1898 gemeinsam mit dem preußischen Staat, der Stadt Preußisch Oldendorf sowie weiteren Gemeinden und Privatleuten die Wittlager Kreisbahn Aktiengesellschaft. 1899 konnte in Bad Essen der erste Spatenstich ausgeführt werden.

Das vollständige Netz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. August 1900 wurde der Eisenbahnverkehr auf der 20,5 km langen, normalspurigen Strecke von Bohmte – an der Staatsbahnstrecke Bremen–Osnabrück gelegen – am Nordrand des Wiehengebirges entlang über Wittlage und Preußisch Oldendorf, wo ein Lokschuppen mit Werkstatt entstand, nach Holzhausen-Heddinghausen eröffnet. Zu Beginn standen drei Dampfloks zu Verfügung.

Am 1. Juli 1914 konnte die Strecke von Bohmte, wo die Bahnverwaltung ihren Sitz hatte, auch 20 km weit nach Westen bis nach Damme im oldenburgischen Münsterland weitergeführt werden, wo sich eine Staatsbahnstrecke nach Holdorf an der Bahnstrecke Delmenhorst–Osnabrück anschloss.

Die Bahnstrecke, an der sich aufgrund der vorhandenen Infrastruktur einige Industrieunternehmen ansiedelten, erreichte damit ihre längste Ausdehnung mit 40 km Länge von Damme bis zum Bahnhof Holzhausen-Heddinghausen. In den Bahnhöfen Bohmte und Holzhausen-Heddinghausen besteht Anschluss an das Netz der Deutschen Reichsbahn bzw. der Deutschen Bahn AG. Die Züge der Kreisbahn verkehrten ab 1. November 1949 zum großen Teil über Holzhausen-Heddinghausen 5 km hinaus bis nach Lübbecke.

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beiwagen TA8

Der Zunahme des motorisierten Individualverkehrs und dem damit einhergehenden Rückgang der zu befördernden Personen konnte auch nicht mit der Anschaffung modernerer Dieseltriebwagen begegnet werden. Zu Beginn des Jahres 1961 wurde die Betriebsführung auf die Bentheimer Eisenbahn übertragen, die diese Aufgabe bis zum Jahresende 1978 erfüllte. 86,5 % der Aktien lagen 1964 in der Hand des Landes Niedersachsen und des Kreises Wittlage. Am 20. Mai 1965 wurde die Umwandlung der AG in eine GmbH beschlossen.

Man begann nun nach und nach mit der Verlagerung der Personenbeförderung von der Schiene auf die Straße. Am 29. September 1962 kam auf der Teilstrecke zwischen Damme und Schwegermoor das Ende für den Personenverkehr. 1964 wurde hier eine erste Busverbindung eingerichtet, und zwischen Schwegermoor und Hunteburg entfielen die Personenzüge ab 28. Mai 1965. Auch auf den übrigen Strecken wurde zum 24. September 1966 die Personenbeförderung bis auf einige Schülerzüge, die noch bis zum Herbst 1971 verkehrten, ganz eingestellt. Die Schiene diente danach nur noch dem Güterverkehr. Auch dieser ruht zwischen Schwegermoor und Damme schon seit dem 17. Mai 1963.

Im Jahr 2000 befuhr die Eurobahn mit ihren Triebwagen kurzfristig regelmäßig den Abschnitt Holzhausen-Heddinghausen – Preuß. Oldendorf. Diese Fahrten wurden als Leerfahrten durchgeführt. Sie dienten zur Überführung in die vorübergehend genutzte Werkstatthalle der Museumseisenbahn in Preußisch Oldendorf während der Bauzeit des Betriebshofes in Bielefeld-Sieker.

Die Wittlager Kreisbahn GmbH wird zur VLO[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem der Kreis Wittlage 1973 im Zuge der Kreisreform im Landkreis Osnabrück aufgegangen war und dieser auch die Anteile des Landes Niedersachsen an der GmbH erworben hatte – also insgesamt fast 88 % – wurde im Jahr 1987 die Wittlager Kreisbahn GmbH in VLO Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück GmbH umbenannt. Mit dem Namen änderte sich auch das Ziel des Unternehmens, das heute mit der Planung, Organisation, Durchführung und Förderung des öffentlichen Nahverkehrs im Landkreis Osnabrück beschäftigt ist.

Museumsbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1973 verkehren regelmäßig Museumsbahnzüge auf der Strecke der Wittlager Kreisbahn. Sie werden seit 1977 einmal monatlich von der Museums-Eisenbahn Minden e.V. durchgeführt, derzeit nur noch zwischen Bohmte und Preußisch Oldendorf.

Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 1990 übernahm die VLO die Betriebsführung der Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn GmbH (ABE), an der die Gesellschaft zu 25 Prozent beteiligt ist. Auch an der Georgsmarienhütten-Eisenbahn ist die VLO seit 2001 zu 74,6 Prozent beteiligt. Ende 2009 wurde die Trennung von Infrastruktur und Betrieb durchgeführt, indem als Tochtergesellschaft die VLO Bahn GmbH gegründet wurde, die als Eisenbahnverkehrsunternehmen fungiert. Seitdem ist die VLO ein reines Eisenbahninfrastrukturunternehmen.[2] Der öffentliche Personenkraftverkehr wurde bereits Anfang 2008 an die neu gegründete VLO Bus GmbH übertragen, die von den Stadtwerken Osnabrück betrieben wird.[1]

Der Güterverkehr wurde am Jahresende 1996 zwischen Preußisch Oldendorf und Holzhausen-Heddinghausen eingestellt, am 20. August 2004 auch auf dem Rest der westlichen Teilstrecke zwischen Bohmte-Bruchheide und Schwegermoor. Im Jahr 2009 wurden auf dem verbleibenden Reststück, vor allem südlich von Bohmte bis zum Kanalhafen Wehrendorf, noch 83.140 Tonnen befördert.[1]

Im Jahr 2000 wurde für die Reaktivierung des Haller Willem grünes Licht gegeben. Um diese direkte Bahnstrecke zwischen Osnabrück und Bielefeld auch im niedersächsischen Teil wieder befahren zu können, hat die VLO im Jahre 2000 den Streckenabschnitt Osnabrück – Dissen-Bad Rothenfelde für 30 Jahre von der Deutschen Bahn gepachtet. Seit dem 12. Juni 2005 fahren auf der kürzesten Strecke zwischen den beiden Großstädten entlang des Teutoburger Waldes wieder Züge. Den Zuschlag bekam die NordWestBahn.

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Fuhrpark der VLO zählen heute eine Diesellok mit 360 PS sowie je ein historischer Triebwagen und Personenwaggons. Weiterhin sind 21 Omnibusse der VLO auf den Straßen im Landkreis Osnabrück unterwegs.

Museums-Eisenbahn im Bahnhof Bohmte

Auf den Gleisen der Wittlager Kreisbahn können heute Fahrten mit historischen Dampfloks unternommen werden, außerdem rollt ein Teil des Güterverkehrs über die Schienen im Altkreis.

Die VLO fungiert als Eisenbahnverkehrsunternehmen für die Museums-Eisenbahn Minden (MEM) und die Osnabrücker Dampflokfreunde e.V.

Es gibt immer wieder Diskussionen über ein Weiterbetreiben der Schienenstrecke der Wittlager Kreisbahn. Der Streckenabschnitt zwischen Damme und Hunteburg ist schon seit langem stillgelegt, die Streckenabschnitte zwischen Bohmte und Hunteburg sowie zwischen Preußisch Oldendorf und Holzhausen-Heddinghausen sind nicht mehr für den Verkehr freigegeben. Der Abschnitt von Bohmte über Bad Essen nach Preußisch Oldendorf wurde in den 1980er Jahren komplett saniert und wird wohl noch einige Jahre genutzt werden können. Das Transportvolumen konnte nach dem Einbruch infolge der Finanzkrise im Jahr 2010 wieder auf über 100.000 Tonnen gesteigert werden.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d , VLO Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück GmbH, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2009 bis zum 31.12.2009, in: Bundesanzeiger, 31. März 2010
  2. a b Stefan Högemann: Der aktuelle Bahnbetrieb bei der Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück (VLO), in: Bahn-Report 1/2012, S. 81ff

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen, Band 9: Niedersachsen 1 (Zwischen Weser und Ems). EK-Verlag, Freiburg 2005, ISBN 3-88255-668-4.
  • Hans Schweinefuß, Friedel Schweinefuß, Bernhard Uhle: Die Wittlager Kreisbahn. Verkehrsgeschichte im Gebiet der Wittlager Kreisbahn. Lübbecke: Uhle & Kleimann 1973. 100 Jahre nach Eröffnung der Bahn erschien von Hans Schweinefuß und Bernhard Uhle die erw. u. überarb. Auflage 2004 im selben Verlag, ISBN 392895928X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]