Bohmte

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bohmte
Bohmte
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bohmte hervorgehoben

Koordinaten: 52° 22′ N, 8° 19′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osnabrück
Höhe: 49 m ü. NHN
Fläche: 110,75 km2
Einwohner: 12.729 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km2
Postleitzahl: 49163
Vorwahlen: 05471, 05475Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: OS, BSB, MEL, WTL
Gemeindeschlüssel: 03 4 59 013
Gemeindegliederung: 3 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bremer Straße 4
49163 Bohmte
Website: www.bohmte.de
Bürgermeisterin: Tanja Strotmann (parteilos)
Lage der Gemeinde Bohmte im Landkreis Osnabrück
Nordrhein-WestfalenLandkreis CloppenburgLandkreis DiepholzLandkreis EmslandLandkreis VechtaOsnabrückAlfhausenAnkumBad EssenBad IburgBad LaerBad RothenfeldeBadbergenBelmBerge (Niedersachsen)BersenbrückBippenBissendorfBohmteBramscheDissen am Teutoburger WaldEggermühlenFürstenauGehrdeGeorgsmarienhütteGlandorfHagen am Teutoburger WaldHasbergenHilter am Teutoburger WaldMelleKettenkampMenslageMerzenNeuenkirchen (Landkreis Osnabrück)NortrupOstercappelnQuakenbrückRiesteVoltlageWallenhorstKarte
Über dieses Bild

Bohmte (niederdeutsch Baumte) ist eine Gemeinde im Osten des niedersächsischen Landkreises Osnabrück.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stirper Bruch

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bohmte liegt wenige Kilometer nördlich des Wiehengebirges am Rand der Norddeutschen Tiefebene. Die Hunte durchfließt das Gemeindegebiet von Südosten nach Norden. In der südwestlichen Ortschaft Herringhausen-Stirpe-Oelingen hat Bohmte einen Hafen am Mittellandkanal. Etwa 300 Meter nördlich der Gemeindegrenze beginnt der Dümmer. Durch Bohmte verläuft der DiVa Walk.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bevölkerung werden folgende Ortsteile unterschieden:

  • An der Haar
  • An der Hunte
  • Arenshorst
  • Auf dem Kerlfelde
  • Auf der Bruchheide
  • Bohmte
  • Bohmterheide
  • Eue
  • Feldkamp
  • Heesingen
  • Herringhausen
  • Hinterbruch
  • Lecker
  • Meyerhöfen
  • Nierhüsen
  • Oelingen
  • Osterwiehe
  • Schafbrink
  • Schwege
  • Schwegermoor

Demgegenüber werden in der Hauptsatzung der Gemeinde lediglich die drei Ortschaften Bohmte, Herringhausen-Stirpe-Oelingen und Hunteburg unterschieden.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entfernungsangaben beziehen sich auf die Entfernung bis zum Ortszentrum:

Neuenkirchen-Vörden
(Landkreis Vechta)
(25 km)
Stadt Damme
(Landkreis Vechta)
(23 km)
Hüde
(Landkreis Diepholz)
(17 km)

Marl
(Landkreis Diepholz)
(16 km)

Stemshorn
(Landkreis Diepholz)
(8 km)
Ostercappeln
(6 km)
Nachbargemeinden Stemwede
(Kreis Minden-Lübbecke)
(10 km)
Bad Essen
(6 km)

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäßigtes Seeklima beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Bohmte 8,5–9,0 °C und es fallen etwa 700 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20–25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich wurde Bohmte erstmals 1074 erwähnt. Mit dieser Urkunde übertragen dominus Gisilbertus und domina Cuniza dem Bischof Benno II. und der Osnabrücker Kirche Essen und Bohmte und zwar anscheinend den ganzen Ort. Ihnen werden dafür auf Lebenszeit 4 Pfd. Zehntelgelder aus Gütern zu Bohmte und anderen Orten sowie zwei Wildschweine und 2 Hirschkühe zugesichert. Die Ursprünge des Ortes Bohmte liegen noch weit vor der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1074. Zahlreiche Hügelgräber der Bronze- und Eisenzeit, die im 19. Jahrhundert zerstört wurden, lassen auf das hohe Alter der Siedlung schließen. Bereits im Mittelalter führten wichtige Handelswege wie der Handelsweg OsnabrückBremen und MindenBramsche durch Bohmte. Dennoch blieb die Beschaffenheit der Wege sehr schlecht. Die große von Westen kommende Heeres- und Poststraße führte über Osnabrück und Ostercappeln, an der Leckermühle und Arenshorst über Bohmter Gebiet vorbei, überschritt bei der alten Tappenburg (am jetzigen Bahnhof) die Hunte, lief längs durch Bohmte und gabelte sich dicht nördlich des Dorfes in die Poststraße über Minden nach Hannover und in die Straße nach Bremen. Zur Förderung der Gemeinde hat die Poststraße zwar sicherlich beigetragen, aber sie war auch aufgrund ihres Zustandes bereits eins der gemeindlichen Sorgenkinder in der Zeit, als noch die Kaiserliche Reitende Briefpost auf ihr verkehrte.

In guten Zustand kamen die Straßen erst durch Napoleon I., der für militärische Zwecke eine Etappenstraße von Wesel über Münster – Osnabrück – Diepholz bis Bremen ausbauen ließ.

Mit der Eröffnung des Eisenbahnverkehrs von Osnabrück nach Bremen am 1. Juni 1873 war zugleich die postamtliche Posthalterei aufgehoben worden.

Der Eisenbahnanschluss an die zweigleisige Hauptstrecke Köln – Hamburg mit seinem starken Personen- und Güterverkehr war für die wirtschaftliche Entwicklung Bohmtes von großer Bedeutung. Zur weiteren Erschließung wurde 1900 die Wittlager Kreisbahn Bohmte – Holzhausen und 1914 Bohmte – Damme (Dümmer) gegründet. Das 1872 errichtete Bahnhofsgebäude ist der älteste Ziegelsteinbau Bohmtes, der die Verwendung von Holzfachwerk und Bruchsteinen ablöste.[3]

Allgemeine Geschichte

Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bohmte existierte von 1867 bis 1875 die Zeche Caroline, und von 1911 bis 1925 die Zeche Beharrlichkeit der Gewerkschaft Beharrlichkeit, die Wealdenkohle förderten. Damit gilt Bohmte als nördlichste deutsche Steinkohlenförderstätte.

1845 hatten der Grubensteiger Nickel und der reitende Förster Knippel aus Wittlage bei der Aufnahme von Steinbrüchen im Garten der Homann´schen Windmühle vor Bohmte ein flachliegendes Steinkohlenlager entdeckt und einen Schacht angelegt. Mittels einer Dampfmaschine wurden an der Südostseite der Ortschaft mit 53 Bergleuten aus drei Schächten täglich 168 doppelte hannoversche Himten, das sind 168 Zentner (16.800 Kilogramm), zu vier Groschen je Zentner Steinkohle gefördert. Im Schacht Caroline wurde in 32 Meter Tiefe, im Schacht Felix in 18 Meter und 1923 in der Zeche Beharrlichkeit in 104 Meter Tiefe gefördert. Aber schon 1925 musste der Abbau wegen geringer Mächtigkeit der Flöze, starker Wassereinbrüche und Trockenschäden in den Bohmter Brunnen aufgegeben werden.[4]

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 1945 wurden zwei in Bohmte notgelandete britische Flieger in Bohmte ermordet. Das Verfahren gegen den Ortsgruppenleiter der NSDAP wurde 1959 trotz der nachgewiesenen Mittäterschaft aufgrund des Straffreiheitsgesetzes eingestellt.[5]

Am 20. März 1945 stürzte bei Schwege eine amerikanische Douglas A-26 ab. Unter der verstorbenen Besatzung war der Widerstandskämpfer Kurt Gruber, welcher als Agent hinter den deutschen Linien abgesetzt werden sollte.[6]

Die Gedenkstätte Bohmte-Meyerhöfen liegt im Landkreis Osnabrück, westlich vom Mühlenkreis Minden-Lübbecke. Auf diesem Friedhof sind aus den Dörfern in der Region Osnabrück die verstorbenen Zwangsarbeiter, teilweise Babys, Kinder und Kriegsgefangenen (Russland, Polen etc.) bis in die 1960er Jahre umgebettet worden, die während der Zeit des Nationalsozialismus auf vielen Bauernhöfen unter sehr schwierigen Bedingungen und unter Zwang hart arbeiten mussten. Am Eingang der Gedenkstätte befindet sich eine große Tafel, auf der alle Grabstätten, z. T. mit Namen verzeichnet sind.[7]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Einheitsgemeinde Bohmte entstand am 1. Juli 1972 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Bohmte, Herringhausen, Meyerhöfen, Schwege, Stirpe-Oelingen und Welplage anlässlich der niedersächsischen Gemeindegebietsreform.[8]

Ausgliederungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1975 wurde ein Gebiet mit damals etwa 100 Einwohnern an die Nachbargemeinde Ostercappeln abgetreten.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Bohmte seit 1987

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Bohmte im jeweiligen Gebietsstand und jeweils am 31. Dezember.

Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[9] auf der Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.

Bei den Angaben aus den Jahren 1961 (6. Juni) und 1970 (27. Mai) handelt es sich um die Volkszählungsergebnisse einschließlich der Orte, die am 1. Juli 1972 eingegliedert wurden. Es gilt der Gebietsstand am 1. Juli 1975.[8]

Jahr 1961 1970 1987 1990 1995 2000 2005 2010 2011 2014 2015 2017 2018 2019 2020
Einwohner 9.009 9.338 10.062 10.695 12.352 13.191 13.318 12.935 12.877 12.643 12.637 12.612 12.689 12.687 12.655

Erklärung des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 1047 Bamwide, 1088 Bomwide, 1090 Bamwide, 1090 Bonwide, 1188 Bomwede, 1310 Bowede, Bomethe, 1402 Bomde, 1423 Boemwede, 1604 Bombwede, 1625 Boembte, 1651 Bombte, 1652 Baumte, 1772 Bomte, 1789 Bomwedde und 1823 Bohmte. Bei diesem Ortsnamen hat es eine Entwicklung von Bom-/Bamwide zu Bohmte gegeben. Es ist kaum anders möglich, als Bohmte aus „Bōm-wide“ für „Baumwald“ herzuleiten. „wide, wede“ ist niederdeutsch für „Wald“. Das ist verwirrend: Baum und Wald; denn aus Bäumen besteht ja jeder Wald. Daher könnte „Baum“ in diesem Fall im Sinne von „Nutzholz“ gebraucht sein. Der grünende Baum wurde in ganz alter Zeit durch „tere“ bezeichnet, während „bom“ für „dürrer Baum, Balken“ stand. Wahrscheinlich ist das „Bom-“ in diesem Ortsnamen als „Bauholz“ zu sehen. Aber sicher ist das nicht.[10]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat gegenwärtig 30 Mitglieder aus vier Parteien oder Gruppen. Hinzu kommt die Bürgermeisterin.

Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996.

Rat der Gemeinde Bohmte: Wahlergebnisse und Gemeinderäte
CDU SPD GRÜNE FDP LINKE Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode % Mandate % Mandate % Mandate % Mandate % Mandate % Gesamtanzahl der Sitze im Rat %
1996–2001 51,2 17 32,6 10 7,3 2 8,8 2 100 31 70,10
2001–2006 56,5 18 32,5 10 4,7 1 6,3 2 100 31 63,20
2006–2011 49,4 15 37,7 11 5,0 2 7,8 2 100 30 53,80
2011–2016 43,85 13 41,99 13 8,79 3 3,57 1 1,79 100 30 59,74
00 2016–2021[11] 44,63 13 40,57 12 8,97 3 5,82 2 100 30 57,94
Prozentanteile gerundet.
Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[12], Landkreis Osnabrück[13][14].
Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet,
da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ab dem 26. Mai 2019 Tanja Strotmann (parteilos)[15]
  • 2003–2019 Klaus Goedejohann (CDU) ab dem 1. Januar 2003 erster hauptamtlicher Bürgermeister
  • 2001–2002 Rolf Flerlage (CDU)
  • 1995–2001 Hubert Haskamp (CDU)
  • 1972–1994 Manfred Hugo (CDU)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gützkow, Landkreis Vorpommern-Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern (seit 1991)
  • Bolbec, Seine-Maritime, Frankreich (seit 1966)[16]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mühle in Bohmte

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der „Bohmter Kotten“ – ein ehemals landwirtschaftlich genutztes Gebäude – wurde 1989 durch die Gemeinde renoviert und wird seither für kulturelle, künstlerische und gemeinnützige Veranstaltungen sowie für die Arbeit des Gemeinderates genutzt. Im Dachgeschoss des „Bohmter Kotten“ ist die Gemeindebücherei Bohmte untergebracht.[17]
  • Bahnhof Bohmte
  • St.-Johann-Kirche
  • St.-Thomas-Kirche
  • St.-Johannis-Kirche Arenshorst
  • Mühle 1871 als Ziegelbau errichtet und 1989 saniert

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bohmter Nikolausmarkt 2008

Feste:

  • „Spaß auf der Straß“ – letztes Aprilwochenende
  • Schützenfest in der Bohmterheide – Pfingsten
  • Schützenfest in Bohmte – 1. Wochenende im Juli
  • Schützenfest in Stirpe-Oelingen – 2. Wochenende im Juli
  • Schützenfest in Hunteburg – 4. Wochenende im Juli

Märkte:

  • Tag der offenen Tür am örtlichen Sportflugplatz Bohmte/Bad Essen mit Auto- und Gewerbeschau – 1. Mai
  • Erntefest Herringhausen-Stirpe-Oelingen mit Erntemarkt – 1. Wochenende im September
  • Bohmter Markt mit Gewerbeschau – 4. Wochenende im September
  • Norddeutscher Ponymarkt in Hunteburg – 2. Wochenende im Oktober

Weihnachtsmärkte:

  • Nikolausmarkt in Bohmte – 2. Advent
  • Weihnachtsmarkt in Hunteburg – 3. Advent

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schulkindergarten an der Erich Kästner-Schule
  • Erich Kästner-Schule (Grundschule für Schüler aller Bekenntnisse)
  • Christophorus-Schule (Grundschule für Schüler des kath. Bekenntnisses)
  • Grundschule Herringhausen
  • Oberschule Bohmte (ehem. Haupt- und Realschule Bohmte)
  • Wilhelm-Busch-Schule, Hunteburg (Grundschule und Hauptschule)
  • Astrid-Lindgren-Schule (Förderschule Lernen und geistige Entwicklung)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bohmter Bahnhof
Museumseisenbahn Preußisch-Oldendorf–Bohmte
Bohmte Kreuzungsbereich Bremer Str./Leverner Str.

Der Bahnhof Bohmte liegt an der Bahnstrecke Osnabrück–Bremen und wird von Regionalexpress-Zügen der Linie RE 9 (Osnabrück – Bremen – Bremerhaven; betrieben durch DB Regio) bedient. Ein Güterbahnhof befindet sich auf gesonderter Strecke der Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück (VLO, ehemals Wittlager Kreisbahn) im nördlichen Ortsteil Hunteburg (mit etwa 4.000 Einwohnern). Diese Wittlager Kreisbahn verkehrte von 1900 bis in die 1960er Jahre zwischen Preußisch Oldendorf und Hunteburg. Ihr Bahnhof Bohmte Ost, der heute noch gelegentlich von der Museums-Eisenbahn Minden genutzt wird, grenzt nordöstlich an den Bahnhof der Deutschen Bahn AG.

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die VLO Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück mbH betreibt Linienverkehr mit Omnibussen im Raum Bohmte. Es gibt vom ZOB, direkt am Bahnhof in Bohmte, einige Linien der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) nach Hunteburg bzw. Damme (212), Schülerbusse (214) Richtung Herringhausen, Stirpe, Levern und Evinghausen sowie nach Venne über Schwagstorf und Herringhausen, Leckermühle (275). Leckermühle ist eine wichtige Haltestelle als Knotenpunkt, von wo es stündlich eine Busverbindung nach Osnabrück (276), Venne (275,214) Pr. Oldendorf (276) über Bad Essen und deren Ortschaften gibt.

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahe der südwestlichen Gemeindegrenze, im Kreisverkehr Leckermühle, treffen sich die Bundesstraßen 51, 65 und die dort endende B 218. Die B 51 und B 65 erreichen die Kreuzung auf einer gemeinsamen Strecke aus südwestlicher Richtung von Osnabrück kommend und führen von dort getrennt Richtung Bremen bzw. Hannover weiter.

Wegen des sich auf der historischen Dorfstraße konzentrierenden Durchgangs-Schwerlastverkehrs wird der Ortskern im Rahmen des Konzepts „Shared Space“ zur Verkehrsberuhigung umgestaltet. Das Grundprinzip „mehr Sicherheit durch weniger Regeln“ wurde seit Sommer 2006 zunächst an zwei Kreuzungen durch Demontage von 60 % der Verkehrsschilder, teilweise farbigen Straßenbelag und Kreisverkehr umgesetzt[18][19], seit dem 19. Mai 2008 wird im etwa 450 Meter langen Abschnitt auf sämtliche Verkehrsschilder verzichtet[20], und die strikte Trennung von Fahrbahn und Gehweg ist aufgehoben.

Luftverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bohmte besitzt einen kleinen Flugplatz. Der nächste internationale Flughafen ist der Flughafen Münster-Osnabrück in Greven.

Schifffahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bohmte hat einen kleinen Schüttguthafen (Umschlagstelle Bohmte). Eine von einigen Gebietskörperschaften gegründete Gesellschaft namens HWL (Hafen-Wittlager-Land-GmbH) versucht, Subventionen für den Bau eines Containerhafens im Ortsteil Stirpe-Ölingeen zu erhalten.[21][22]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Bohmte erscheint das „Wittlager Kreisblatt“, eine Regionalausgabe der Neuen Osnabrücker Zeitung. Zusätzlich wird die kostenlose regionale Zeitschrift, das „Eichen-(Linden-, Kastanien-) Blatt“ in Bad Essen ("Lindenblatt"), Ostercappeln ("Kastanienblatt") und Bohmte ("Eichenblatt") verteilt. In ihr werden regelmäßig die Festivitäten, Neuigkeiten und Unternehmen in der Region gezeigt und die Leser werden über die Kommunalpolitik unterrichtet. Das Magazin „Heimatlust – Leben & Genießen im Wittlager Land“ erscheint 10 mal im Jahr und berichtet über Unternehmen, Veranstaltungen und das Leben in den Ortschaften Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Ludwig Bramsch (1811–1877), Unternehmer, wurde 1811 in Bohmte getauft
  • Karl Janisch (1870–1946), Maschinenbau-Ingenieur, verstorben in Schwegermoor
  • Reinhold Tiling (1893–1933), Ingenieur, Pilot und Raketenpionier, besaß eine Werkstatt in Bohmte
  • Rudolf Seiters (* 1937), Politiker (CDU), Gründer der Jungen Union Bohmte (1958), Bundesminister des Innern (1991–1993), Vizepräsident des Deutschen Bundestages (1998–2002), Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (2003–2017)
  • Manfred Hugo (* 1942), Jurist und Landrat des Landkreises Osnabrück, war von 1972 bis 1994 Bürgermeister der Gemeinde

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bohmte – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle A100001G: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2020 (Hilfe dazu).
  2. @1@2Vorlage:Toter Link/www.bohmte.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: §1, Satz (2) der Hauptsatzung für die Gemeinde Bohmte in der Fassung der Änderungssatzung vom 22. März 2004)
  3. Geschichte der Ortschaft Bohmte. Abgerufen am 29. Oktober 2018.
  4. Bohmte - Unsere Gemeinde - Geschichte. Abgerufen am 24. Juli 2021.
  5. LG Osnabrück, 7. Oktober 1959. In: Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945–1966, Bd. XVI, bearbeitet von Irene Sagel-Grande, H. H. Fuchs, C. F. Rüter. Amsterdam : University Press, 1976, Nr. 482, S. 47–59 Verfahrensgegenstand: Erschiessung zweier notgelandeter britischer Flieger während ihres Abtransports nach der Festnahme. (Memento vom 6. Februar 2017 im Internet Archive)
  6. Gertrud Premke: Himmelfahrtskommando in Schwege. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 13. Februar 2015, abgerufen am 7. August 2021.
  7. Neues Leben auf alten Gräbern, taz, 11. Dezember 2019.
  8. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 260.
  9. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Bevölkerungsfortschreibung@1@2Vorlage:Toter Link/www1.nls.niedersachsen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. In: Internetseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 17. August 2014; abgerufen am 3. August 2019.
  11. Schnellmeldung zur Gemeindewahl 2016 am 11.09.2016, abgerufen am 13. Juni 2019
  12. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311
  13. Landkreis Osnabrück, Amtliche Endergebnisse der Kreiswahl am 9. September 2001 (Memento vom 25. Mai 2005 im Internet Archive) (PDF; 528 kB)
  14. Die Kommunalwahl Landkreis Osnabrück vom 11. September 2011 (enthält auch Ergebnisse 2006). (PDF 8,0MB S. 51 Spalte "Gemeindewahlen") Landkreis Osnabrück, abgerufen am 6. März 2016.
  15. Bekanntmachung der Gemeinde Bohmte vom 29. Mai 2019, Abruf am 11. November 2019
  16. [1]
  17. Citywerk: Bohmte - Unsere Gemeinde - Bücherei. In: www.bohmte.de. 5. Januar 2017, abgerufen am 5. Januar 2017.
  18. Interview mit dem Verkehrsplaner Hans Mondermann: Die Axt im Schilderwald. In: Spiegel Online. 8. Dezember 2005, abgerufen am 5. Januar 2017.
  19. Benno Schirrmeister: Mit Habermas über die Straße. In: taz.de. Abgerufen am 5. Januar 2017.
  20. Bohmte hat Deutschlands erstes Zentrum ohne Schilder. In: Spiegel Online. 21. Juni 2008, abgerufen am 2. Dezember 2014.
  21. spiegel.de / Philipp Seibt: Hier entsteht ein Containerhafen - und keiner braucht ihn, 6. August 2018
  22. Ein Containerhafen am Mittellandkanal?, auf containerhafen-bohmte.de