Wolfsbronn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wolfsbronn
Gemeinde Meinheim
Wappen von Wolfsbronn
Koordinaten: 49° 0′ 48″ N, 10° 47′ 28″ O
Höhe: 477–488 m ü. NN
Einwohner: 84 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Oktober 1972
Postleitzahl: 91802
Vorwahl: 09146
Ortsansicht
Ortsansicht

Wolfsbronn ist ein Ortsteil der Gemeinde Meinheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, Mittelfranken.

Ortsmitte
Der Burgstall Lunkenburg

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfsbronn liegt in der Region Westmittelfranken am Fuße des Hahnenkamm und nahe dem Dürrenberg, rund 15 Kilometer von Weißenburg und rund zehn Kilometer von Gunzenhausen entfernt. Es wird vom Wolfsbronner Mühlbach, einem Nebenfluss des Altmühlzuflusses Meinheimer Mühlbach, durchflossen.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbarorte sind Papiermühle, Sägmühle, Baierleinsmühle und Oberweiler.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahr 1400 erstmals urkundlich erwähnt. Ab dem 11./12. Jahrhundert befand sich nahe Wolfsbronn die 1400 bereits als Burgstall bezeichnete Lunkenburg.

Im Ort steht ein Glockenturm mit flachem Zeltdach und Wetterfahne aus dem Jahr 1912. Des Weiteren existiert eine historische Papiermühle aus dem 18. Jahrhundert.

Anfang des 19. Jahrhunderts, kurz vor der Säkularisation, bestand das Dorf, das zum Ansbachischen Oberamt Hohentrüdingen gehörte, aus 22 Untertanen. 14 waren direkte Ansbachische Untertanen, 5 Pappenheimische und 3 Eichstättische Untertanen; letztere gehörten zum Oberländischen Pfleg- und Kastenamt Sandsee-Pleinfeld. Die Blutgerichtsbarkeit (Fraisch) und die Gemeindeherrschaft war Ansbachisch, die Stationsherrschaft und die Erbtafern Eichstättisch. Der Mühlbach trieb zu dieser Zeit vor und hinter dem Dorf eine Mühle.[2]

Mit dem Gemeindeedikt (19. Jh.) wurde Wolfsbronn eine politisch eigenständige Gemeinde, zu der die Orte Baierleinsmühle, Papiermühle und Sägmühle gehörten. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Oktober 1972 in die Gemeinde Meinheim eingegliedert.[3]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Meinheim#Wolfsbronn

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinerne Rinne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Steinerne Rinne bei Wolfsbronn

Im Wald an der Kreisstraße WUG 34 verläuft etwa 300 Meter südwestlich von Wolfsbronn eine von mehreren Steinernen Rinnen des Hahnenkammgebiets, ein Tuff-Damm. Das Gebiet ist als Naturschutzgebiet und Geotop ausgewiesen. Die Rinne ist etwa 130 Meter lang und bis zu 160 Zentimeter hoch.

Bachlauf mit Sinterbecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bachlauf mit Sinterbecken

Westlich der Papiermühle liegt ein weiteres Geotop.[4] Der Bach hat hier auf einer Länge von etwa 100 Metern mehrere Sinterbecken herausgebildet. Durch Waldpflegearbeiten ist der Zustand beeinträchtigt und die Becken zum Teil verschlammt (Stand März 2014).

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Wolfsbronn

Jahr 1910[5] 1933[6] 1939[6]
Einwohnerzahl 132 127 110

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die Kreisstraße WUG 34, die Wolfsbronn mit der nahen Staatsstraße St 2230 verbindet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Geographisches statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 6. Stettinische Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, Sp. 285 f.
  • Wolfgang Voigtländer: Die "Steinerne Rinne" bei Wolfsbronn. In: Geologische Blätter für Nordost-Bayern und angrenzende Gebiete 16. 1966, ISSN 0016-7797, S. 50–55.
  • Martin Winter: Lunkenburg und Burgstall bei Wolfsbronn - zur Frage der Entstehung der beiden Burgen. In: Alt-Gunzenhausen 51. 1996, S. 10–16.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wolfsbronn (Meinheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verein für Computergenealogie e. V.@1@2Vorlage:Toter Link/wiki-de.genealogy.net (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Wolfsbronn
  2. Bundschuh, 6. Bd., Sp. 285f.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 477.
  4. Geotop: Bachlauf mit Sinterbecken südwestlich Wolfsbronn (Abgerufen am 6. April 2014)
  5. Gemeindeverzeichnis.de, Bezirksamt Gunzenhausen
  6. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Gunzenhausen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).