Yuen Woo-Ping

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Yuen Woo-Ping – 袁和平
Yuen Woo Ping.jpg
Yuen Woo-Ping – Fantastic Fest, Austin 2010
Avenue of Stars Yuen Wo Bing.JPG
Stern auf der Avenue of Stars, TST Hongkong 2007

Yuen Woo-Ping (chinesisch 袁和平, Pinyin Yuán Hépíng, Jyutping Jyun4 Wo4ping4, * 1945 in Guangzhou, China) ist ein chinesischer Martial-Arts-Choreograf und Filmregisseur. Er gilt als einer der bekanntesten und einflussreichsten Persönlichkeiten des Kinos aus Hongkong. Für dessen Leistungen in der Filmbranche erhielt Yuen viele Anerkennung und Preise. So beispielsweise 2010 auf Austin Fantastic Fest (AFF) den Lifetime Achievement Award[1][2][3], 2016 beim Asian Film Award (AFA)[4][5] und 2019 beim New York Asian Film Festival (NYAFF).[6][7]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Yuen stammt aus einer Kungfu-Familie. Als Kind lernte er früh beim Vater Yuen Siu-Tien, der Kampfkünstler und Schauspieler war, die chinesische Kampfkunst. Er hat fünf jüngere Brüder, Yuen Shun-Yi (袁信義 / 袁信义, Yuán Xìnyì; *1953, auch bekannt als „Sunny Yuen“)[8], Yuen Cheung-Yan (袁祥仁, Yuán Xiángrén, seltene homophone FalschschreibungA 袁長仁 / 袁长仁, Yuán Chángrén; *1957)[9], Simon Yuen Yat Choh (袁日初, Yuán Rìchū, auch als „Simon Yuen Jr.“ bekannt)[10], Brandy Yuen Jan-Yeung (袁振洋, Yuán Zhènyáng)[11] und Yuen Lung-Kui (袁龍駒 / 袁龙驹, Yuán Lóngjū)[12], die alle beim Vater einen soliden Basis in Kungfu aneignen konnten.[13] Wie deren ältester Bruder Yuen Woo-Ping absolvierten die beiden Brüder Yuen Shun-Yi und Yuen Cheung-Yan die Lehre eines Wǔshēng (武生 – „männlicher Rollentyp eines Kämpfers“), die eine männliche Hauptrolle mit Schwerpunkt in Kampfkunst und akrobatische Fähigkeit in der chinesischen Peking-Oper spielen. Die Yuen-Klan-Brüder konnten alle in der Martial-Art-Szene der Hongkonger Filmbranche Fuß fassen, insbesondere durch die gute Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma Golden Harvest. In China und Hongkong kennt man sie auch unter der Bezeichnung „Yuen-Martial-Arts-Truppe“ (袁家班 – „wörtlich: Yuen-Familie-Truppe“), die sowohl im Bereich der Schauspielerei, Produktion und Regie, Martial-Art-Choreografie sowie Stunts tätig sind.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Junge ging Yuen auf die Lehre beim Meister Yu Jim-Yuen in dessen bekannte „Oper-Akademie“ (englisch Master Yu Jim-Yuen's Peking Opera School China Drama Academy) in Hongkong. Als Wǔshēng-Lehrling bekam er dort vom Shifu den Künstlername „Yuen King“ – 元慶 / 元庆. Somit ist er der „Shīxiōng“ (師兄 / 师兄, Jyutping Si1hing1 – „Senior-Lehrbruder“) der beispielsweise bekannten Schauspieler Sammo Hung aka „Yuen Lung“ oder Jackie Chan aka „Yuen Lau“ bzw. Ha Ling-Chun meist bekannt unter sein PseudonymYuen Biao“, die alle nach ihm beim gleichen Meister in der „Akademie“ zur Lehre ging. Jedoch gehört er nicht zur Meister Yus bekannten Schauspieltruppe The Lucky Seven (七小福, englisch wörtlich: The Seven Little Fortunes). Mit etwa zwanzig arbeitete er als Statist und Löwentanztruppe in verschiedene Filmen mit. Seinen ersten Film „Snake in the Eagle’s Shadow“ drehte er 1978 zusammen mit Jackie Chan in der Hauptrolle. Gleich danach drehten beide zusammen Sie nannten ihn Knochenbrecher in dem der Vater von Yuen Woo-Ping, Yuen Siu Tien, die zweite Hauptrolle bekleidet. Beide Filme waren große Erfolge und machten Jackie Chan zum Filmstar und verhalfen dem Genre von seinem Nischendasein in die großen Produktionsstudios. Der Trend der Kung Fu-Komödie wurde begründet und hält bis heute an. Mit seinem Vater drehte er später noch weitere Filme, unter anderem „Drunken Master“, zusammen.

1994 wurden die Wachowskis auf ihn aufmerksam und heuerten ihn als Choreografen für die Kampfszenen in dem Film „Matrix“ an. Der Erfolg dieses Filmes, der auch auf seiner Arbeit beruhte, wurde mit „Tiger and Dragon“ im darauf folgenden Jahr fortgeführt und machten ihn zu einer gefragten Adresse in Hollywood.[13][14]

Yuen ist außerdem einen der vielen Shifus des bekannten Schauspieler und Martial-Artist Donnie Yen.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgewählte Filmografie als Regisseur

  • 1978: Die Schlange im Schatten des Adlers
  • 1978: Sie nannten ihn Knochenbrecher
  • 1979: Dance of the Drunk Mantis
  • 1979: Magnificent Butcher
  • 1980: The Buddhist Fist
  • 1981: Dreadnought
  • 1981: Exciting Dragon
  • 1982: Miracle Fighters
  • 1982: Oriental Voodoo
  • 1982: Legend of a Fighter
  • 1983: Shaolin Drunkard
  • 1984: Drunken Tai-Chi
  • 1985: Mismatched Couples
  • 1986: Dragon Vs. Vampire (The Close Encounters of Vampire; Jiangshi papa)
  • 1988: Tiger Cage
  • 1989: In the Line of Duty (Huangjia shijie IV: Zhiji zhengren; In the Line of Duty IV; Yes, Madam 4)
  • 1990: Xiheiqian (Tiger Cage; Tiger Cage 2)
  • 1991 Lengmian jujishou (Tiger Cage 3)
  • 1993 Last Hero in China
  • 1993 Su Qi'er (Heroes Among Heroes)
  • 1993 Iron Monkey
  • 1993 Tai Chi Master
  • 1994 Wing Chun
  • 1994 Huoyun chuangqi (Fire Dragon)
  • 1995 Hu meng wei long (The Red Wolf)
  • 1996 Jietou shashou (Iron Monkey 2) – als Jua Lu-Jiang
  • 1996 Taijiquan (Tai Chi Boxer; Tai Chi 2)
  • 2000 The New Shaolin Temple
  • 2016 Crouching Tiger, Hidden Dragon: Sword of Destiny
  • 2017 The Thousand Faces of Dunjia (Qimen dunjia)
  • 2018 Master Z: Ip Man Legacy (Ye Wen Waichuan: Zhang Tianzhi)

Ausgewählte Filmografie als Choreograf

Quelle: Hong Kong Movie Database[14]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Online-Rollenspiel World of Warcraft gibt es in Sturmwind – der Hauptstadt der Menschen (Allianz) – einen Waffenmeister namens Woo Ping, benannt nach dem Martial-Art-Choreografen, Schauspieler und Regisseur. In den chinesischen Filmkreisen nennt man Yuen respektvoll auch Bā Yé (八爺 / 八爷, bāye, Jyutping Baat3 Je4 – „etwa: Sir Acht“)[15]. Der Ursprung diese Bezeichnung hat er in einem Interview der Hongkonger Zeitschrift Hūrán Yi Zhōu (忽然一周 – „Plötzlich wieder eine Woche“, sinngemäß „Schon wieder eine Woche rum“) Ausgabe Nr. 757 erklärt, dass es zur Anfang seiner Karriere er der „Nummer Acht einer Bruderschaft“ in der Filmbranche war.

Anmerkung
A Die Homophonie bezieht sich nur auf die kantonesische Aussprache der beiden Zeichen , Jyutping coeng4 – „Glück bringend, glückverheißend“ bzw.  / , Jyutping coeng4 – „lang, stetig“.[16][17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nigel M. Smith: Yuen Woo-Ping to Nab Lifetime Achievement Award at Fantastic Fest. In: www.indiewire.com. 31. August 2010, abgerufen am 26. Februar 2020 (englisch).
  2. Alex Billington: FILM FESTIVALS – Fantastic Fest is Honoring Martial Arts Legend Yuen Woo-Ping. In: www.firstshowing.net. 31. August 2010, abgerufen am 26. Februar 2020 (englisch).
  3. Richard Whittaker: Fantastic Fest: Yuen Woo-Ping Double Bill – The RZA and the Paramount kneel to the Master. In: www.austinchronicle.com. 26. September 2010, abgerufen am 26. Februar 2020 (englisch).
  4. 10th Asian Film Awards Hong Kong action choreographer-director YUEN Wo-ping and Venerable Japanese Actress KIKI Kirin To Receive Lifetime Achievement Award. 28th Tokyo International Film Festival 2015 – 第28回 東京国際映画祭, 3. März 2016, abgerufen am 26. Februar 2020 (englisch, japanisch).
  5. 10th Asian Film Awards – Lifetime Achievement Award 2016. In: asianfilmfestivals.com. 4. März 2016, abgerufen am 26. Februar 2020 (englisch).
  6. Jeremy Kay: 'The Matrix' fight choreographer Yuen Woo-ping to receive New York Asian Film Festival lifetime award. In: www.screendaily.com. 7. Juni 2019, abgerufen am 26. Februar 2020 (englisch).
  7. Yuen Woo-Ping Received The Star Asia Lifetime Achievement Award (NYAFF 2019). In: www.unseenfilms.net. 2. Juli 2019, abgerufen am 26. Februar 2020 (englisch).
  8. 袁信義 / 袁信义 – Yuen Shun-Yee. In: www.hkcinemagic.com. Abgerufen am 2. März 2020 (englisch, französisch).
  9. 袁祥仁 – Yuen Cheung-Yan. In: www.hkcinemagic.com. Abgerufen am 2. März 2020 (englisch, französisch).
  10. 袁日初 – Simon Yuen Jr. / Yuen Yat-Choh. In: www.hkcinemagic.com. Abgerufen am 2. März 2020 (englisch, französisch).
  11. 袁振洋 – Brandy Yuen / Yuen Jan-Yeung. In: www.hkcinemagic.com. Abgerufen am 2. März 2020 (englisch, französisch).
  12. 袁龍駒 / 袁龙驹 – Yuen Lung-Kui / Yuen Lung-Chu. In: www.hkcinemagic.com. Abgerufen am 2. März 2020 (englisch, französisch).
  13. a b 袁和平 – Yuen Woo-Ping. In: www.hkmdb.com. Abgerufen am 26. Februar 2020 (chinesisch, englisch).
  14. a b Martial Arts Entertainment: Woo-ping Yuen. Chinese Stuntman, Actor, Martial Arts Choreographer and Film Director. In: www.martialartsentertainment.com. 19. Juli 2014, abgerufen am 26. Februar 2020 (englisch).
  15. Der Begriff „yé – 爺 / 爷“. In: www.zdic.net. Abgerufen am 2. März 2020 (englisch, Der Begriff „yé – 爺 / 爷“ hier als Anrede kann grob etwa mit „Meister“, „Herr“ oder dem englischen Höflichkeitsanrede „Sir“ übersetzt werden.).
  16. Schriftzeichen 祥 – Jyptping: coeng4; Pinyin: xiang2. In: www.cantonese.sheik.co.uk. Abgerufen am 3. März 2020 (chinesisch, englisch).
  17. Schriftzeichen 長 / 长 – Jyptping: coeng4, zoeng2; Pinyin: chang2 zhang3. In: www.cantonese.sheik.co.uk. Abgerufen am 3. März 2020 (chinesisch, englisch).