Zürch (Schweinfurt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zürch mit Stadtmauer und St. Salvator-Kirche, Blick Richtung Main
Ebracher Hof von der Rittergasse
Barock-Portal der St. Salvator-Kirche

Der Zürch ist ein Viertel innerhalb der Altstadt Schweinfurts. Es ist das vermutlich älteste Viertel und konnte seinen historischen Charakter am meisten bewahren. Der Zürch ist das ehemalige Burgenviertel der Stadt, worauf die Straßennamen Burggasse und Rittergasse hinweisen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zürch liegt in der südöstlichen Ecke der Schweinfurter Altstadt, auf einer Anhöhe in einem rechten Winkel zwischen Main und Marienbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Zürch 1538. Es wurde vermutet, dass der Name auf das mittelhochdeutsche Wort zirk, zirch, zürch, zurch, wass so viel wie Kot oder Tierkot bedeutet, zurückgeht. Dies ließe vermuten, dass das Gelände vor der Bebauung als Viehweide genutzt wurde. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass der Name Zürch einfach verschliffen auf zirc oder zirk zurückzuführen ist, was so viel bedeutet wie Bezirk und dessen Bezeichnung als Burgbezirk um die alte Reichsburg Schweinfurt kennzeichnet.[1]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zürch ist verkehrsberuhigte Zone. Im Quartier gibt es eine evangelische Kirche, die Stadtbücherei und ein kleines Hotel mit Restaurant im Ebracher Hof, einen Kindergarten, kleine Boutiquen und zwei Kneipen. Am Rand des Zürch in der Brücken- und Rückertstraße befinden sich Geschäfte, weitere Lokale und ein Kinozentrum mit fünf Sälen. Das herausragendste Ereignis im Jahr ist die über 300 Jahre alte Zürcher-Kirchweih, die älteste Kirchweih Unterfrankens und das zum Teil dort stattfindende Honky Tonk. In der kleinen Brauerei Hartmann am Wall wurde der Braubetrieb eingestellt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zürch ist ein Viertel oder Quartier im eigentlichen Sinne des Wortes, da es vom Straßenkreuz der mittelalterlichen Gründungsstadt begrenzt wird, als Quadrat mit einer Seitenlänge von 200 Metern und somit 4 ha Fläche. Es ist das Viertel innerhalb der Schweinfurter Altstadt mit dem eigenständigsten Charakter.

Unweit des Mains liegt der historische Ebracher Hof, dessen Zehntscheune 2004–2007 zur preisgekrönten Stadtbücherei umgebaut wurde (siehe Schweinfurt, Weltliche Bauten). Die St. Salvator-Kirche wurde während des Zweiten Weltkriegs bis auf die Außenmauern zerstört und bis 1953 wieder originalgetreu aufgebaut. Der Chor stammt noch von der ehemaligen Burgkapelle an selber Stelle. Die Kirche gilt als einziges bedeutendes barockes Bauwerk der Stadt. Daneben existieren am Rande des Zürchs noch Teile der alten Schweinfurter Stadtmauer mit mehreren Wehrtürmen (Bild siehe oben). In Zürch gibt es darüber hinaus umfassende historische Bausubstanz in Form von Wohn- und kleinen Handwerkergebäuden. Der Zürch wurde in den 1990er Jahren umfassend saniert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vergleich hierzu bei: Stadtteil Zürch im Schweinfurtführer www.schweinfurtfuehrer.de, abgerufen am 15. März 2016

Koordinaten: 50° 3′ N, 10° 14′ O