Zipser

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Zipser (Begriffsklärung) aufgeführt.

Die Zipser (ungarisch cipszer, rumänisch țipțeri) sind eine deutschsprachige Bevölkerungsgruppe im nordrumänischen Kreis Maramureș sowie in Teilen der Südwestbukowina (heute: Kreis Suceava) und der Slowakei (siehe Zipserdeutsch).

Die Bezeichnung „Zipser“ stammt von Einwanderern aus der Zips (ungarisch: Szepesség, slowakisch: Spiš) (damals Ungarn, heute Slowakei). Die heute noch in Resten vorhandene deutschsprachige Bevölkerung setzt sich jedoch hauptsächlich aus späteren Zuwanderern aus dem süddeutschen und vor allen Dingen oberösterreichischen Sprachraum zusammen. Die Geschichte der deutschsprachigen Zipser ist bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgbar.[1][2] Die Zipser entwickelten eine virulente mündliche Kultur (oral histories), die ihre Gesellschaft während der weiträumigen Siedlungsbewegungen wesentlich konstituierte. Reste dieser oral histories sind auch heute noch in den verbliebenen „Mära und Kasska“ im Norden Rumäniens zu finden.

Die politische Vertretung der Zipser und der anderen deutschsprachigen Gruppen im heutigen Rumänien ist das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR). Ein Vertreter der deutschsprachigen Literatur Osteuropas ist der Autor und Zipser Gerhard Cerny, dessen Eltern im 19. Jahrhundert aus der heutigen Slowakei nach Rumänien emigrierten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. August Ludwig von Schlözer: Kritische Sammlungen zur Geschichte der Deutschen in Siebenbürgen. Göttingen 1795, S. 688–695.
  2. K. Julius Schröer: Versuch einer Darstellung der deutschen Mundarten des ungarischen Berglandes mit Sprachproben und Erläuterungen. Wien 1864 (Volltext).