Zollhundeschule

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gebäude der Zollhundeschulen
Zollhundeschule Bleckede 03.jpg
ZHSch Bleckede
53° 16′ 49,9″ N, 10° 43′ 28,7″ O
Zollhundeschule Neuendettelsau 1428.JPG
ZHSch Neuendettelsau
49° 17′ 3,2″ N, 10° 46′ 20,4″ O

Die Zollhundeschule (ZHSch) ist eine Einrichtung der Bundeszollverwaltung, in der Hunde zum Schutzhund bzw. Spürhund ausgebildet werden und Personen zum Zollhundeführer. In Deutschland wurden im Jahre 1958 Zollhundeschulen in Bleckede und Neuendettelsau gegründet, die bis heute bestehen.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ZHSch Bleckede und die ZHSch Neuendettelsau wurden im Rahmen der Umsetzung des Projekts Strukturentwicklung Zoll als Dienstsitze für Hundewesen in das Bildungs- und Wissenschaftszentrum der Bundesfinanzverwaltung (BWZ) integriert.[1][2]

Während die ZHSch Neuendettelsau für die Bundesfinanzdirektionen (BFD) Südost und Südwest sowie die Hauptzollämter Frankfurt am Main und Dresden die Aus- und Fortbildung gewährleistet, ist die ZHSch Bleckede für die BFD Nord und die übrigen Hauptzollämter der BFD West und der BFD Mitte zuständig.

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zollhundeschule (Deutschland)
Bleckede
Bleckede
Neuendettelsau
Neuendettelsau
Lage der Zollhunde­schulen in Deutschland

Die ZHSch Bleckede befindet sich in der Breetzer Straße 33, 21354 Bleckede. Die Anlage umfasst über 100 Hundezwinger, 200 ha Waldgelände, 8 Ausbildungsplätze und 3 Bunker.[3]

In der Breslauer Straße 1, 91564 Neuendettelsau befindet sich die ZHSch Neuendettelsau. Diese umfasst über 70 Zwinger, etwa 130 ha Waldgelände, etwa 600 ha Fährtengelände, 9 Ausbildungsplätze und etwa 80 Bunker.[3]

Beide Einrichtungen werden vom Zoll und der Bundespolizei gleichermaßen genutzt.[3] Es bestehen auch Ausbildungsprojekte mit den Zollverwaltungen diverser anderer Staaten.[4][5]


Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zollhundeführer mit Zollhund

Die Schulung zum Zollhundeführer erfolgt durch Zollhundelehrwarte erst nach einer zweijährigen Ausbildung im mittleren Dienst beim Zoll.[6]

Um zum Diensthund abgerichtet werden zu können, muss ein Hund mindestens zwölf Monate alt sein, einen ausgeprägten Spieltrieb und Geruchssinn besitzen sowie leicht dominant veranlagt sein.[7] Die Schutzhundausbildung beginnt mit einem dreiwöchigen Vorbereitungslehrgang. Nach kurzer Erholungsphase folgt der fünfwöchige Abschlusslehrgang mit Prüfung. Daran kann sich im Falle einer Eignung eine Ausbildung zum Spürhund anschließen. Die Hunde werden dann individuell als Drogen-, Tabak-, Bargeld- oder Sprengstoffspürhund eingesetzt. Im Jahr 2005 wurden an der ZHSch Bleckede 180 Hunde ausgebildet.

Ausgebildet werden in der Regel Hunde der Rasse Belgischer Schäferhund aber auch Deutsche und Holländische Schäferhunde, Riesenschnauzer sowie weitere Diensthunderassen und Mischlingshunde.[7][8] Als reine Spürhunde werden auch andere Rassen wie Labrador Retriever, Cocker Spaniel oder Jack Russell Terrier ausgebildet.[8] Die Zollhunde werden in der Regel bis zu ihrem zehnten Lebensjahr als Diensthunde genutzt.[7][9] Im Durchschnitt dauert die Ausbildung von Hund und Hundeführer 12 bis 18 Monate und kostet etwa 10.000 bis 15.000 €.[10]

Für das Jahr 2004 konnten die Spürhunde 1,7 Millionen EUR Bargeld, 7,5 Mio. Zigaretten und 1400 Kilogramm andere Drogen erschnüffeln.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Beerens: Zoll und Grenze im Wandel der Zeiten: auf dem Weg nach Europa. 2. Auflage. Books on Demand, Norderstedt 2010, ISBN 978-3-8370-9550-0, Kap. Die treuen vierbeinigen Zöllner, S. 394–398.
  • Mehr als schnüffeln: Die Zollhundeschule Bleckede. In: Zoll aktuell. Band 2005, Nr. 4, August 2005, ISSN 0949-7072, S. 4 f (PDF; 215 kB [abgerufen am 15. Januar 2015]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zollhundeschule Bleckede – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Zollhundeschule Neuendettelsau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auf den Punkt gebracht: Das Feinkonzept des Projekts Strukturentwicklung Zoll (PDF; 290 kB) In: Zoll aktuell. 2008, Nr. 1, Februar 2008, S. 7. ISSN 0949-7072. Abgerufen am 15. Januar 2015.
  2. Bildungs- und Wissenschaftszentrum, Website des deutschen Zolls. Abgerufen am 19. Dezember 2014.
  3. a b c Organisation des Zollhundewesens (Memento vom 29. Juni 2007 im Internet Archive)
  4. Mit kalter Schnauze auf der Suche nach heißer Ware. www.sol.de, 7. Juli 2011, archiviert vom Original am 24. September 2015; abgerufen am 18. Dezember 2017.
  5. Abdulkerim Kuzucu: Der Integrationsversuch der Türkei: Die Zollunion als gemeinsame Assoziationsgrundlage. (PDF; 253 kB), 24. September 2007, S. 36. Abgerufen am 15. Januar 2015.
  6. Zollhundeschule Bleckede. Landkreis Lüchow-Dannenberg, abgerufen am 18. Dezember 2017.
  7. a b c Volker Macke: Wotans Nase. In: Asphalt-Magazin. Nr. 5, Mai 2017, S. 6–9 (ausbildung-dan.de [PDF; 556 kB; abgerufen am 18. Dezember 2017]).
  8. a b Wie werden Zollhunde ausgebildet? Bundesministerium für Finanzen, archiviert vom Original am 16. Dezember 2014; abgerufen am 28. März 2016.
  9. Zollhunde. Bundesfinanzdirektion Südost, archiviert vom Original am 15. Januar 2016; abgerufen am 18. Dezember 2017.
  10. Auszeichnung für erfolgreichen Einsatz. Generalzolldirektion, 27. Oktober 2016, abgerufen am 18. Dezember 2017.