Świebodzice

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Świebodzice
Wappen von Świebodzice
Świebodzice (Polen)
Świebodzice
Świebodzice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Świdnica
Fläche: 30,45 km²
Geographische Lage: 50° 51′ N, 16° 19′ O50.8516.316666666667Koordinaten: 50° 51′ 0″ N, 16° 19′ 0″ O
Höhe: 249 m n.p.m
Einwohner: 23.152
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 58-160
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DSW
Wirtschaft und Verkehr
Straße: WałbrzychLegnica
Schienenweg: Wrocław Świebodzki–Wałbrzych Głowny
Nächster int. Flughafen: Flughafen Breslau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Einwohner: 23.152
(31. Dez. 2013)[1]
Gemeindenummer (GUS): 0219021
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Bogdan Kożuchowicz
Adresse: Rynek 1
58-160 Świebodzice
Webpräsenz: www.swiebodzice.pl

Świebodzice [ɕfʲɛbɔˈʥiʦɛ] (deutsch Freiburg in Schlesien) ist eine Stadt in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Sie gehört zum Powiat Świdnicki und liegt am Fluss Pełcznica (Polsnitz).

Stadtbild mit den barocken Türmen des Rathauses und der ehemals evangelischen Stadtkirche

Geschichte[Bearbeiten]

Das urkundlich erstmals 1242 erwähnte „Vriburg“ wurde vor 1228 vermutlich von Freyburg an der Unstrut aus gegründet. Sein Weichbild, zu dem u. a. die vor 1221 entstandenen Dörfer um Salzbrunn gehörten, war zunächst Schweidnitz unterstellt. 1243 besaß das Freiburger Burglehen Merbot von Czettritz (Czetteras). Für das Jahr 1268 ist eine Filialkirche belegt, die zur Pfarrei Polsnitz gehörte. Bis 1274/77 gehörte Freiburg zum Herzogtum Liegnitz und gelangte nach dessen Teilung 1278 an das Herzogtum Jauer. 1279 besaß Freiburg das Magdeburger Recht. Die herzogliche Burg wurde unter Herzog Bolko I., der von 1291 bis 1301 regierte, auf den günstiger gelegenen Fürstenstein verlegt. Er verlieh 1337 Freiburg das Privileg des Bierausschanks sowie das Meilenrecht über die Dörfer Zirlau, Adelsbach, Salzbrunn, Liebichau (Lubiechów) , Sybottendorf und Kunzendorf (Mokrzeszów). Nach dem Tod des Herzogs Bolko II. 1364 gelangte Freiburg zusammen mit dem Herzogtum Schweidnitz-Jauer erbrechtlich an den noch minderjährigen böhmischen König Wenzel, der ein Sohn von Bolkos II. verstorbener Nichte Anna von Schweidnitz war. Allerdings stand Bolkos Witwe Agnes von Habsburg bis zu ihrem Tod 1392 ein Nießbrauch über das Herzogtum zu. Anschließend gelangte Freiburg, das eine Ackerbürgerstadt war, an die Burgherrschaft des Fürstensteins, der im Jahre 1400 vom späteren Landeshauptmann Jan von Chotěmice erworben wurde. Er stiftete 1412 der Stadt Freiberg ein Hospital[2]. Im 15. Jahrhundert wurde Freiburg mit einer Stadtmauer umgeben, in der sich das Schweidnitzer, das Nieder- bzw. Striegauer und das Ober- bzw. Bolkenhainer Tor befanden. Mit einem in Ofen ausgestellten Dokument erteilte der böhmische König Vladislav II. im Jahre 1492 der Stadt Freiburg die Genehmigung zur Abhaltung eines Jahrmarkts. Zusammen mit der Burg und Herrschaft Fürstenstein gelangte Freiburg 1509 an Conrad von Hohberg, der nachfolgend Landeshauptmann des Erbfürstentums Schweidnitz-Jauer wurde. 1510 erteilte König Vladislav II. die Erlaubnis zur Abhaltung eines Wochen- nd Roßmarktes. 1528 nahmen die Freiburger das evangelische Glaubensbekenntnis an. Für das Jahr 1599 sind in Freiburg 20 Bäcker, 32 Züchner und 28 Schuhmacher belegt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Freiburg fast ganz zerstört. 1653 wurde die Pfarrkirche, die seit der Reformation im 15. Jahrhundert als evangelisches Gotteshaus diente, den Katholiken zurückgegeben und die Evangelischen an die Schweidnitzer Friedenskirche verwiesen. 1776 erhielten sie eine eigene Kirche in Freiburg.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Freiburg 1742 mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. Schwere Schäden richtete 1781 ein Feuer an, wobei mehr als 300 Häuser, die Pfarrkirche und das Rathaus mit einem wertvollen Archiv zerstört wurden. Auf Befehl des Königs Friedrich II. wurde das Rathaus 1781 wieder aufgebaut. Mit den Preußischen Reformen von 1807/10 wurde Freiburg von der Grundherrschaft gelöst. 1816 wurde es in den Landkreis Schweidnitz eingegliedert, mit dem es bis 1945 verbunden blieb.

Zu einem wirtschaftlichen Aufschwung kam es mit der Inbetriebnahme der Eisenbahnverbindung Breslau–Schweidnitz–Freiburg, die 1844 eröffnet und 1853 bis Waldenburg und Hirschberg verlängert wurde. Bereits 1809 war die Leinwandfabrik Karl Friedrich Kramsta gegründet worden und ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Uhrenfabrikation. Von 1860 bis 1890 war Freiburg Garnisonstadt. Bedeutung erlangte auch das Schulwesen: 1873 bestand eine höhere Bürgerschule, ab 1903 eine Oberrealschule und ab 1938 eine Oberschule. 1939 wurden 9306 Einwohner gezählt[3]. Von etwa 1944 bis 1945 befand sich in Freiburg ein Außenlager des KZ Groß-Rosen.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Freiburg 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und erhielt die Ortsbezeichnung Świebodzice. Die deutsche Bevölkerung wurde zum größten Teil vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Heimatvertriebene aus Ostpolen. Von 1975 bis 1998 gehörte Świebodzice zur Woiwodschaft Wałbrzych.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche St. Nikolaus wurde erstmals 1228 erwähnt und mehrmals erweitert und umgebaut. Nach einem Brand 1774 wurde sie 1811 neu errichtet. Hauptaltar und Kanzel entstanden um 1850, die Seitenaltäre und die Orgel nach 1811. Das Taufbecken stammt aus dem 17. Jahrhundert. Im Süden befindet sich die Kapelle der Familie von Hochberg mit deren Familienwappen über dem Eingang; im Norden die Heilig-Grab-Kapelle.
  • Die Kirche St. Peter und Paul wurde um 1780 nach Entwurf des Architekten Christian Friedrich Schultze als evangelisches Gotteshaus errichtet. Heute dient sie als katholische Kirche.
  • Das frühklassizistische Rathaus entstand um 1790, ebenfalls nach Entwurf von Christian Friedrich Schultze.
  • Reste der nach 1421 errichteten Stadtmauer.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Mit der Stadt verbunden[Bearbeiten]

  • Gustav Becker (1819–1885), Begründer der Freiburger Uhrenindustrie
  • Johann von Mikulicz (1850-1905), Mediziner, beerdigt in Freiburg, in dessen Nähe er seinen Landsitz hatte

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juli 2014.
  2. Hospital St. Johannes (polnisch)
  3. http://www.verwaltungsgeschichte.de/schweidnitz.html