(50000) Quaoar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Asteroid
(50000) Quaoar
Hubble-Aufnahme von Quaoar
Eigenschaften des Orbits (Animation)
Epoche: 18. April 2013 (JD 2.456.400,5)
Orbittyp Transneptunisches Objekt
Große Halbachse 43,179 AE
Exzentrizität 0,036
Perihel – Aphel 41,606 AE – 44,752 AE
Neigung der Bahnebene 7,993°
Länge des aufsteigenden Knotens 189°
Argument der Periapsis 163°
Siderische Umlaufzeit 283 a 9 M
Mittlere Orbitalgeschwindigkeit 4,52 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 890 ± 70 km
Masse ≈ 1,6 ± 0,3 ⋅ 1021 kg
Mittlere Dichte 4,2 ± 1,3 g/cm³
Rotationsperiode ca. 18 h (± 30%)
Absolute Helligkeit (2,5 ± 0,7) mag mag
Geschichte
Entdecker Chad Trujillo,
Michael E. Brown
Datum der Entdeckung 4. Juni 2002
Andere Bezeichnung 2002 LM60
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten von JPL Small-Body Database Browser. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

(50000) Quaoar [ˈkwɑːwɑr] ist der Name eines Transneptunischen Objekts im Kuipergürtel. Bevor er den Namen Quaoar erhielt, wurde er unter der vorläufigen Bezeichnung 2002 LM60 geführt. Entdeckt wurde der Asteroid am 4. Juni 2002 von den Astronomen Chad Trujillo und Michael E. Brown am California Institute of Technology in Pasadena, USA von denen er auch benannt wurde.

Der Name Quaoar entstammt dem Schöpfungsmythos der nordamerikanischen Tongva-Indianer, die in der Gegend um Los Angeles leben.

Quaoar gehört wahrscheinlich zu der am 24. August 2006 von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) eingeführten Klasse der Zwergplaneten.

Transneptunisches Objekt Dysnomia (Mond) (136199) Eris Nix (Mond) Charon (Mond) Hydra (Mond) Pluto (136472) Makemake Namaka (Mond) Hiʻiaka (Mond) (136108) Haumea (90377) Sedna (90482) Orcus (50000) Quaoar (20000) Varuna ErdeDie größten transneptunischen Objekte
Vergleich der größten transneptunischen Objekte. Um zum entsprechenden Artikel zu kommen, auf das Objekt klicken (große Darstellung).

Eigenschaften[Bearbeiten]

The orbit of 50000 Quaoar - polar view (Transneptunian object)
The orbit of 50000 Quaoar - ecliptic view (Transneptunian object)
Die Bahn von Quaoar (blau)
im Vergleich zu denen von Pluto
(rot) und Neptun (grau)
 

Quaoars Durchmesser wurde, unter anderem mit Hilfe des Hubble-Weltraumteleskopes, zunächst zu 1250 ± 50 km bestimmt. Damit war er, bis zur Entdeckung von (90482) Orcus und (90377) Sedna, das größte seit Pluto entdeckte Objekt im Sonnensystem. Mit Hilfe neuerer Untersuchungen der Umlaufbahn seines Mondes wurde der Durchmesser von Quaoar mit ca. 900 km bestimmt. Die sich daraus ergebende Dichte von 4,2 Gramm pro Kubikzentimeter ist für Objekte des Kuipergürtels ungewöhnlich hoch.[1][2][3]

Er umkreist die Sonne in einer fast perfekten Kreisbahn in etwa 6,5 Milliarden Kilometer Entfernung (43,588 AE; Perihel 42,008 AE – Aphel 45,169 AE), welche 7,984° gegen die Ekliptik geneigt ist. Die Umlaufdauer beträgt rund 288 Jahre.

Mond[Bearbeiten]

Im Februar 2007 gab ein Team um Mike Brown die Entdeckung eines Mondes mit 95 km Durchmesser bekannt, der auf Aufnahmen von 2006 entdeckt wurde.[4] Im November 2009 wurde dem Mond der Name Weywot (Quaoar I) zugewiesen.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Quaoar wurde bereits 1982 von dem Astronomen Charles Kowal fotografiert, aber nicht als Asteroid identifiziert.

Im Dezember 2004 gelang mit dem japanischen Acht-Meter-Teleskop Subaru der Nachweis von kristallinem Wassereis und auch Ammoniakhydrat in der Oberfläche von Quaoar. Dies ist sehr überraschend, da man bei einer Oberflächentemperatur von 50 Kelvin eigentlich nur amorphes Eis ohne Kristallstruktur vermuten würde. Man braucht die Annahme von Temperaturen bis zu 110 Kelvin, um den Prozess erklären zu können. Nun wird vermutet, dass sich im Inneren von Quaoar noch genügend Radioaktivitätswärme befindet, die diese Temperaturen erzeugt. Es entsteht dabei eine Art Kryovulkanismus, wie auch auf dem Neptunmond Triton.

Die Entdeckung von Quaoar schwächte Plutos Status als Planet, zumal Astronomen weitere Objekte von Quaoars Größe im Kuipergürtel vermuten. Später wurde mit Eris dort sogar ein Objekt gefunden, das größer als Pluto ist. Auf Grund seiner Größe befindet sich Quaoar wahrscheinlich im hydrodynamischen Gleichgewicht, so dass eine Zuordnung zu den Zwergplaneten zu erwarten ist.

Sichtbarkeit[Bearbeiten]

Amateurastronomen benötigen zur Beobachtung die genauen Koordinaten, ein 40-Zentimeter-Teleskop sowie zur Dokumentation eine Kamera. Auf Aufnahmen von hintereinander folgenden Nächten gibt sich der Asteroid dann als langsam wandernder Punkt zu erkennen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Einige Fans des Romans Per Anhalter durch die Galaxis setzten sich vergeblich dafür ein, den damals noch als 2002 LM60 bekannten Himmelskörper Rupert zu nennen, als Hommage an Douglas Adams, den Autor des Buchs (Im Roman ist Rupert der Spitzname für den fiktiven 10. Planeten Persephone).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Quaoar – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. W. C. Fraser, M. E. Brown, 2010. Quaoar: A Rock in the Kuiper belt ApJ letters (englisch)
  2. The Planetary Society Blog: Quaoar: A rock in the Kuiper Belt (englisch)
  3. SpektrumDirekt: Fernes Kuipergürtelobjekt Quaoar ist Felskugel (7. April 2010)
  4. Asteroids with Satellites - (50000) Quaoar
  5. Astronomical Headlines. Cfa.harvard.edu. Abgerufen am 19. Juni 2010.