1. Marine-Infanterie-Division (Wehrmacht)

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1. Marine-Infanterie-Division
Aktiv Februar bis Mai 1945
Land Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Streitkräfte Wehrmacht
Teilstreitkraft Kriegsmarine
Truppengattung Infanterie
Typ Infanterie-Division
Grobgliederung Gliederung
Aufstellungsort Stettin
Kommandeure
Liste der Kommandeure

Die 1. Marine-Infanterie-Division war ein militärischer Großverband der deutschen Wehrmacht.

Divisionsgeschichte[Bearbeiten]

Aufstellung[Bearbeiten]

Die 1. Marine-Infanterie-Division wurde im Februar 1945 in Stettin durch Aufstockung der bereits im November 1944 in Husum zum Schutz der Nordseeküste aufgestellten Marine-Schützen-Brigade „Nord“ aufgestellt. Dabei wurden zur Aufstellung der Division die Marine-Schützen-Regimenter 1, 2 und 4 herangezogen, da das 3. Regiment an der Weichsel im Einsatz war. Ersatz wurde vom 1. Marine-Infanterie-Ersatz und Ausbildungs-Bataillon in Lübberstedt bei Wesermünde gestellt und bestand größtenteils, aber nicht ausschließlich, aus überzähligem und für die Kriegführung an Land kaum ausgebildetem Marinepersonal. Die Division war zwar auf dem Papier wie eine Volksgrenadier-Division gegliedert, blieb aber praktisch ohne schwere Waffen, ausgerüstet in der Hauptsache mit Gewehren und Panzerfäusten. Da mehrere planmäßig vorgesehene Einheiten nicht oder nur verspätet und unvollständig aufgestellt wurden, war die Kampfkraft der Division sehr begrenzt. Ihre Gesamtstärke wird am 16. Februar 1945 mit 8.956 Mann angegeben.

Einsatzgeschichte[Bearbeiten]

Die Division wurde dem Oderkorps der 9. Armee in der Heeresgruppe Weichsel, ab April dem XXXXVI. Armeekorps der 3. Panzerarmee, Heeresgruppe Weichsel, unterstellt und an der Oderfront nordöstlich von Berlin eingesetzt. Nach schweren und verlustreichen Abwehrkämpfen im März im Bereich Bad Freienwalde, Schwedt, Altdamm und Greifenhagen wurde sie über die Oder zurückgedrängt, wo sie am Westufer zwischen der Straße Tantow-Greifenhagen und dem Südrand von Stettin eine neue Verteidigungsstellung zu halten versuchte. Die Reste der Division wurden weiter nach Süden in den Raum östlich von Angermünde-Oderberg-Eberswalde abgedrängt, wo Anfang April weitere verlustreiche Abwehrkämpfe an den Oderübergängen im Frontabschnitt Criewen-Hohensaaten wiederum zu hohen Menschenverlusten führten. Bei den folgenden Rückzugsgefechten in Richtung Nordwesten wurden in der Nacht zum 23. April 1945 ein gesamtes Regiment und das Pionier-Bataillon der Division bei Kasekow vernichtet. In der Nacht zum 27. April wurde die Verteidigungslinie der Division westlich von Prenzlau durchbrochen. Beim Versuch, sich kämpfend zurückzuziehen, wurden die verbliebenen Teile der Division versprengt und zogen sich, in mehrere einzelne Kampfgruppen zerstreut, über Templin und Lychen, bzw. Prenzlau und Boitzenburg in den Raum Fürstenberg zurück. Die letzten Reste der Division, die enorme Verluste erlitten hatte, kämpften noch bei Neustrelitz und zogen dann nach Westen in den Raum Ludwigslust ab, wo sie die von den Alliierten vereinbarte Demarkationslinie überschritten und sich am 4. Mai britischen Truppen ergaben und in Gefangenschaft kamen.

Kommandeure[Bearbeiten]

Divisionskommandeure
Dienstzeit Dienstgrad Name
31. Januar bis 17. Februar 1945 Konteradmiral Hans Hartmann
17. Februar bis 4. Mai 1945 Generalmajor/Konteradmiral Wilhelm Bleckwenn (Heer)

Gliederung[Bearbeiten]

Marine-Infanterie-Regiment 1 2 Bataillone; Kdr.: Kapitän zur See Axel von Bleßingh
Marine-Infanterie-Regiment 2 2 Bataillone; Kdr.: Kapitän zur See Fritz Nötzold
Marine-Infanterie-Regiment 4 2 Bataillone; Kdr.: Kapitän zur See Wilhelm Herwegh
Marine-Füsilier-Kompanie ab April Marine-Füsilier-Bataillon 1 (4 Kompanien)
Marine-Artillerie-Regiment 1 1 Abteilung mit 4 Batterien
Marine-Panzerjäger-Abteilung 1 4 Kompanien; ab April 5 Kompanien
Marine-Pionier-Bataillon 1 ab 15. April 1945, 4 Kompanien
Marine-Nachrichten-Abteilung 1 ab April 1945; 4 Kompanien
Marine-Feldersatz-Bataillon 1 6 Kompanien

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf Klodt: Zur See und an Land. Zu Geschichte, Einsätzen und Uniformen der deutschen Seesoldaten, Marineinfanteristen, der Marinesicherungstruppe und der Marineschutzkräfte. Report Verlag, Bonn 2008, ISBN 978-3-932385-28-5.
  • Hans H. Hildebrand: Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. Biblio-Verlag, Osnabrück 2000, ISBN 3-7648-2541-3.
  • Veit Scherzer (Hrsg.): Deutsche Truppen im Zweiten Weltkrieg. Scherzers Militär-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-08-0.

Weblinks[Bearbeiten]