AMD FX

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Dieser Artikel erläutert den Desktopprozessor AMD FX. Zum gleichnamigen Prozessor aus dem Jahr 2003 siehe AMD Athlon 64 FX.
AMD FX
Logo AMD FX.jpg
Logo von AMD FX
Produktion: seit 2011
Produzenten:
Prozessortakt: 3,1 GHz bis 4,2 GHz
Fertigung: 32 nm
Befehlssatz: x86/AMD64
Mikroarchitektur: AMD Bulldozer
Sockel: Sockel AM3+
Name des Prozessorkerns: Zambezi

Die FX-Serie ist eine Familie von x86-Mikroprozessoren mit AMD64 Erweiterung des Herstellers AMD. Es handelt es dabei um Mehrkernprozessoren für Desktop-Computer. Die Prozessoren basieren auf der Bulldozer-Architektur.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Nach seiner Ankündigung im Q4 2010 gab es zunächst viel Wirbel um die neue Architektur, da sie das erste mal seit vielen Jahren wieder konkurrenzfähig zu Intel sein sollte. Ein knappes Jahr später wurden die ersten vier Prozessoren veröffentlicht. Der FX-4100, FX-6100, FX-8120 und FX-8150 sind die ersten verfügbaren Prozessoren; der FX-8100 wird nur an OEM-Kunden ausgeliefert und ist nicht einzeln erhältlich. Ende Februar 2012 wurden zwei weitere Modelle, der FX-4170 und der FX-6200, vorgestellt[1].

Nach AMDs Marketing sollten die CPUs das High-End Segment bedienen und dank ihrem offenen Multiplikator eine hohe Übertaktung ermöglichen. In ersten Tests unter Windows lag jedoch auch das Topmodell hinter dem Pendant von Intel, dem Core i7 2600K und konsumierte dabei unter Last wesentlich mehr elektrische Leistung.[2][3] Die enorme Leistungsaufnahme unter Last ist auch der begrenzende Faktor beim Übertakten auf üblichen Mainboards mit üblicher Kühlung.[4] Für Windows 7 wurden zwei Patches nachgereicht, damit wird die Performance von schwach-threadet Software leicht erhöht, die Multithread-Performance fällt teilweise jedoch etwas ab. In einem guten Mix dieser Anwendungen ist die durchschnittliche Leistung des AMD FX-8150 beinahe gleich geblieben.[5][6]

[Bearbeiten] Softwareoptimierung

Unter Verwendung des Open64-Compilers unter Linux kann je nach Benchmarks teilweise mehr als die doppelte Leistung aus dem Bulldozer geholt werden.[7]

Der Open64 Compiler ist jedoch nicht vollständig mit allen Funktionen eines Compilers wie GCC ausgerüstet, weswegen man nicht ein ganzes System mit Open64 kompilieren kann und somit nicht die volle Optimierung in allen Anwendungsbereichen nutzen kann. [8]

In aktuellen GCC-Versionen bietet aber GCC bereits selbst auch Optimierung für den Bulldozer, welche mit -march=bdver1 genutzt werden kann. Hierdurch wird die Performance erheblich erhöht. Diese Optimierung in GCC kann auch genutzt werden, um das ganze Betriebssystem mit allen Anwendungen zu kompilieren, wodurch die Optimierung in allen Anwendungen angewandt wird, was jedoch in einigen Anwendungen auch gar keine oder sogar negative Auswirkungen auf die Performance haben kann. Je nach Anwendung läuft diese Optimierung schneller oder langsamer als das kompilieren mit AMDs eigenem Open64 Compiler.[9]

Blockdiagramm eines 4-Modul-Prozessors

[Bearbeiten] Technisches

Jeder Prozessor besteht aus mehreren sogenannten Modulen. Ein Modul enthält jeweils – neben Cache und allem was sonst zu einem typischen Prozessorkern gehört – zwei Integer-Cluster, aber nur eine Gleitkomma-Einheit. Letztere kann entweder einen Thread mit 256-Bit-Befehlen oder zwei Threads mit 128-bit-Befehlen abarbeiten. Auf den Integer-Clustern kann jeweils nur ein Thread ausgeführt werden. Alle anderen Einheiten des Prozessors wie etwa Fetch und Decode teilen sich alle Ausführungseinheiten. AMD nennt diesen Ansatz Core-Multithreading. Bei dieser Methode verfolgt man einen ähnlichen Ansatz wie mit Simultaneous Multithreading, geht jedoch einen Schritt weiter. Während man bei Simultaneous Multithreading im Wesentlichen nur die Register verdoppelt, um so zwei Threads auf einem Kern auszuführen, werden bei der Bulldozer-Architektur mehrere Integer-Cluster in einem Modul verbaut.[10][11]

Zusätzlich zu den Spezialbefehlen für AES-Verschlüsselung und der Erweiterung Advanced Vector Extensions bietet der FX als erster Prozessor echte Vier-Operanden-Befehle (Fused-Multiply-Add, FMA4)[12].

[Bearbeiten] Modelldaten

[Bearbeiten] Vier Module, acht logische Kerne (8 Integer-Cluster, 4 Gleitkomma-Einheiten)

[Bearbeiten] Zambezi

Modell Prozessortakt Turbo 4 Module Turbo 2 Module TDP Einführung
AMD FX-8100[13] 2,8 GHz 3,1 GHz 3,7 GHz 95 W 12.10.2011
AMD FX-8120 3,1 GHz 3,4 GHz 4,0 GHz 125 W 12.10.2011
AMD FX-8150 3,6 GHz 3,9 GHz 4,2 GHz 125 W 12.10.2011

[Bearbeiten] Drei Module, sechs logische Kerne (6 Integer-Cluster, 3 Gleitkomma-Einheiten)

[Bearbeiten] Zambezi

Modell Prozessortakt Turbo 3 Module Turbo 1 Modul TDP Einführung
AMD FX-6100 3,3 GHz 3,6 GHz 3,9 GHz 95 W 12.10.2011
AMD FX-6200 3,8 GHz 3,9 GHz 4,1 GHz 125 W Februar 2012

[Bearbeiten] Zwei Module, vier logische Kerne (4 Integer-Cluster, 2 Gleitkomma-Einheiten)

[Bearbeiten] Zambezi

Modell Prozessortakt Turbo 2 Module Turbo 1 Modul TDP Einführung
AMD FX-4100 3,6 GHz 3,7 GHz 3,8 GHz 95 W 12.10.2011
AMD FX-4170 4,2 GHz 4,2 GHz 4,3 GHz 125 W Februar 2012

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Heise: AMD knackt die 4-GHz-Marke mit Bulldozer-Vierkerner
  2. Computerbase: Test: AMD „Bulldozer“
  3. HT4U: AMD FX-8150 - Bulldozer im ausführlichen Test
  4. ht4u.net: Übertakteter AMD FX-8150 zeigt sich hungrig - 193 Watt bei 4,4 GHz
  5. TweakPC: AMD Bulldozer Performance-Patch
  6. Planet3dnow: Windows 7, der "Bulldozer-Patch" und Windows 8“
  7. AMD Bulldozer With GCC, Open64, LLVM/Clang Compilers
  8. Open64 Release Notes
  9. AMD Bulldozer "bdver1" Compiler Performance
  10. Übersicht des Bulldozer Aufbau am Beispiel eines Moduls
  11. Ausführlicheres Bild zur Veranschaulichung der Bulldozer-Architektur
  12. c't: Ausführliche Präsentation
  13. Prozessoren mit dieser Teilenummer/OPN gibt es nur für bestimmte Großkunden/OEMs.
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