Adolf Burger

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Adolf Burger, Paris, Januar 2008
Adolf Burger zwischen den Schauspielern Karl Markovics und August Diehl bei der Erstaufführung des Films Die Fälscher auf der Berlinale 2007

Adolf Burger (* 12. August 1917 in Großlomnitz, Österreich-Ungarn, heute Slowakei) ist Buchdrucker und Holocaust-Überlebender, der als jüdischer Häftling eine wichtige Rolle als Fälscher im Rahmen des Unternehmens Bernhard im Konzentrationslager Sachsenhausen spielte.

Leben[Bearbeiten]

Burger wurde in der Hohen Tatra geboren. Nach dem Tod des Vaters übersiedelte die Mutter mit ihren vier Kindern nach Poprad. Nach der Druckerlehre absolvierte Burger den Dienst in der tschechoslowakischen Armee, aus der er 1939 nach der Gründung der Ersten Slowakische Republik als Jude entlassen wurde. Er kam für ein halbes Jahr in ein Arbeitslager nach Levoča, danach arbeitete er in einer Druckerei in Bratislava.

Dort kam er mit der Widerstandsbewegung in Kontakt. Er druckte Taufscheine für Juden und rettete damit viele Leben. Er lernte dort auch seine spätere Frau Gisela kennen.

Im August 1942 wurden er und seine Frau – getrennt voneinander – wegen der illegalen Tätigkeit von der slowakischen Gestapo in Bratislava verhaftet; im KZ Žilina sehen sie sich kurz wieder. Adolf wurde in das KZ Auschwitz verschleppt, wo er als Häftling mit der Nr. 64401 gekennzeichnet wurde. Gisela wurde im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet.

Als gelernter Buchdrucker und Setzer wurde Adolf Burger auf Befehl des Sicherheitsdienstes der SS zwei Jahre später in die Fälscherwerkstatt (Blocks 18 und 19) des KZ Sachsenhausen bei Berlin kommandiert, in dem in großen Mengen englische Pfundnoten, jugoslawisches Partisanen-Geld, sowjetische Ausweise, brasilianische, englische und amerikanische Pässe, Soldbücher, Briefmarken und Formbriefe, wie beispielsweise die des Palästina-Amtes in Genf, gefälscht wurden. Die von SS-Sturmbannführer Naujocks konzipierte, von Heydrich zu einer Führer-Vorlage erweiterte und von Himmler und Hitler abgestimmte Aktion Bernhard wurde als „größte Fälscherwerkstatt“ bezeichnet. Burger erinnert sich: „Alles war auf dem neuesten technischen Stand.“

Vor den herannahenden Alliierten wurde die Fälscherwerkstatt zu Kriegsende zuerst nach Mauthausen und dann in das KZ Ebensee – ein Außenlager von Mauthausen – verlagert.

Dort wurde Burger am 6. Mai 1945 durch Soldaten der 3. US-Armee befreit. Er kehrte in die Tschechoslowakei zurück und erreichte am 20. Mai 1945 Prag. Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt Poprad musste er feststellen, dass seine Mutter vier Monate vor Ende des Krieges in das Konzentrationslager Ravensbrück und der Stiefvater nach Sachsenhausen deportiert und ermordet worden waren.

Adolf Burger ist als Vertreter der tschechischen Sachsenhausenhäftlinge Vizepräsident im Internationalen Sachsenhausen-Komitee und darüber hinaus engagiert im Auschwitzkomitee.

Noch im hohen Alter besucht er Jugendliche an ihren Schulen, um seine Lebensgeschichte zu erzählen.

Der Film „Die Fälscher“[Bearbeiten]

2006 wurde der Spielfilm Die Fälscher gedreht. Das Drehbuch basiert auf den Erinnerungen Adolf Burgers an seine Zeit in Sachsenhausen. Der Film mit August Diehl in der Rolle von Adolf Burger wurde 2007 auf der Berlinale uraufgeführt. Er erschien im März 2008 in Deutschland und Österreich und gewann im Februar 2008 bei der 80. Oscarverleihung – als erster österreichischer Film überhaupt – die Auszeichnung in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“.

Schriften[Bearbeiten]

  • Nummer 64401 erzählt, 1945 (Heft auf tschechisch, bereits mit Fotos aus Ebensee, die kurz nach der Befreiung entstanden waren)
  • Unternehmen Bernhard. Die Fälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen. Edition Hentrich, Berlin 1992, ISBN 3-89468-056-3.
  • Des Teufels Werkstatt. Die größte Geldfälscheraktion der Weltgeschichte. Verlag Neues Leben, Berlin 1999, ISBN 3-555-01486-9 (formal falsche ISBN). (erweiterte Auflage. von Unternehmen Bernhard, 1992)
  • Des Teufels Werkstatt. Die Geldfälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen. Hentrich & Hentrich, Teetz 2005, ISBN 3-933471-80-X. (textgleicher Nachdruck der Ausgabe von 1999)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]