Hochschule Kehl

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Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl
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Gründung 1971 (seit 1973 Hochschulstatus)
Trägerschaft staatlich
Ort Kehl
Bundesland Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Rektor Paul Witt (seit April 2007)
Studenten 991 WS 2012/13[1]
Mitarbeiter 50
davon Professoren 36
Website www.hs-kehl.de

Die Hochschule Kehl ist eine der beiden Hochschulen für öffentliche Verwaltung (HöV) in Baden-Württemberg. Sie liegt in Kehl im Ortenaukreis. Die zweite befindet sich in Ludwigsburg. An der Hochschule studieren Regierungsinspektoranwärter, die Beamte des Landes Baden-Württemberg sind und somit die Laufbahn für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst eingeschlagen haben. Daneben gibt es Aufbau- und Kontaktstudiengänge:

  • Masterstudiengang Europäisches Verwaltungsmanagement, Master of Arts
  • Masterstudiengang Public Management, berufsbegleitend, Master of Arts
  • Masterstudiengang Management von Clustern und regionalen Netzwerken, deutsch-französisch, in Zusammenarbeit mit der Universität Straßburg, Master of Arts

Die Vorlesungen im Bachelor-Studiengang finden überwiegend in Gruppen mit rund 30 Studenten statt. Massenveranstaltungen mit mehreren Gruppen sind im Bachelor-Studiengang die Ausnahme und kommen in Masterstudiengängen grundsätzlich nicht vor.

Ziele des Studiums (Bachelor-/Diplomstudium)[Bearbeiten]

Die Studierenden sollen aufgrund der vermittelten theoretisch-analytischen Fähigkeiten, Kenntnisse und Handlungskompetenzen und durch praktische Arbeit in die Lage versetzt werden, systematisch und mit anwendungsbezogener wissenschaftlicher Methodik in unterschiedlichen Berufsfeldern des öffentlichen Dienstes selbstständig tätig zu sein. Notwendiger Bestandteil dabei ist, Verständnis für die rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhänge im nationalen, europäischen und internationalen Bereich und für die Probleme der Verwaltungsorganisation zu erreichen. Dadurch soll Personal für Landes- und Kommunalverwaltungen herangebildet werden, das sowohl nach der individuellen Persönlichkeit als auch nach allgemeinen und fachlichen Kenntnissen und Fähigkeiten für den gehobenen Verwaltungsdienst geeignet und vielseitig verwendbar ist.

Studienverlauf (Bachelor-/Diplomstudium)[Bearbeiten]

Hochschule Kehl

Studienverlauf seit 2007 (Bachelorstudium)[Bearbeiten]

2007 wurde vom Diplom- auf den Bachelor-Studiengang umgestellt. Die Absolventen sind künftig "Bachelor des gehobenen Verwaltungsdienstes" bzw. "Bachelor of Public Management (B. A.)". Sie erreichen diesen Abschluss nach drei bzw. dreieinhalb Jahren.

Das Studium verläuft nach wie vor praxisorientiert:

Einführungspraktikum[Bearbeiten]

Das Einführungspraktikum beginnt am 1. September. Die Anwärter leisten diesen Dienst bei Gemeinden oder Landratsämtern ab. Das Praktikum soll den Studenten erste Praxiserfahrungen vermitteln. Anwärtern mit einer Ausbildung in der öffentlichen Verwaltung oder ähnlichen Vorkenntnissen wird das Einführungspraktikum erlassen. Die offizielle Studienzeit beträgt deshalb drei Jahre, obwohl es für die meisten dreieinhalb sind. Vor dem eigentlichen Praktikum findet ein vierwöchiger Einführungslehrgang statt, bei dem erste theoretische Grundkenntnisse vermittelt werden.

Grundlagenstudium (1. - 3. Semester)[Bearbeiten]

Das eigentliche Studium beginnt am 1. März und dauert drei Semester. Insgesamt sind die folgenden 16 Module zu bestehen:

Praxisphase (4. - 5. Semester)[Bearbeiten]

Im Anschluss an das Grundstudium folgt die 14-monatige Praxiszeit. Hier müssen vier von fünf Vertiefungsschwerpunkten abgedeckt werden. Davon soll man einen in der Privatwirtschaft, in einem anderen Bundesland oder im Ausland absolvieren. Begleitend finden ca. alle zwei Wochen eintägige Arbeitsgemeinschaften statt.

In den letzten drei Monaten der Praxisphase wird die Bachelorarbeit geschrieben.

Die Vertiefungsschwerpunkte sind:

  • Organisation/Personal/Informationsverarbeitung
  • Ordnungsverwaltung
  • Leistungsverwaltung
  • Wirtschaft/Finanzen/öffentliche Betriebe
  • Kommunalpolitik/Führung im öffentlichen Sektor

Vertiefungsstudium (6. Semester)[Bearbeiten]

Das letzte Semester ist das sogenannte Vertiefungsstudium, das wieder an der Hochule stattfindet. Hier muss man sich für einen von neun Vertiefungsbereichen entscheiden. Jeder dieser Bereiche gliedert sich in sechs Module.

Die wählbaren Vertiefungsbereiche sind:

  • Leistungsverwaltung
  • Ordnungsverwaltung
  • Umwelt- und Planungsrecht
  • Europa
  • Wirtschaft und Finanzen
  • Kommunalpolitik, Führung im öffentlichen Sektor
  • öffentliche Betriebe und Krankenhausmanagement
  • Informationstechnik und Management
  • Personal und Organisation

Studienverlauf bis 2007 (Diplomstudium)[Bearbeiten]

Das bis 2007 angebotene Diplomstudium verlief praxisorientiert. Es dauerte im Regelfall vier Jahre, die sich wie folgt gliederten:

Erstes Jahr: Fachpraktische Einführung[Bearbeiten]

Im ersten Jahr (fachpraktisches Einführungsjahr) machten sich die Verwaltungspraktikanten mit Aufgaben und Arbeitsweisen der Verwaltung vertraut. Sie erwarben dabei allgemeine Kenntnisse und Fähigkeiten, die für die Arbeit in der Verwaltung erforderlich sind.

Das Einführungsjahr bestand aus

  • neun Monaten praktischer Ausbildung bei einem Bürgermeisteramt, Gemeindeverwaltungsverband oder Landratsamt und
  • drei Monaten dienstzeitbegleitendem Unterricht (dzU).

Zweites Jahr: Grundstudium[Bearbeiten]

Die Studierenden hatten im Grundstudium 33 Wochen Vorlesungen – ca. 30 Stunden pro Woche. Die restliche Zeit war (neben Urlaub) dem Selbststudium vorbehalten.

Es musste mindestens ein Proseminar besucht werden. Zusätzlich wurden Seminare, Verhaltenstrainings mit Videoaufzeichnungen, Sprachkurse sowie Übungen in Kleingruppen angeboten.

Am Ende der zwei Semester mussten sich die Studierenden entscheiden, ob sie das Hauptstudium (viertes Ausbildungsjahr) im Studienbereich "Verwaltung" (V-Zweig) oder "Wirtschaft" (W-Zweig) wählen. Daneben musste ein Wahlpflichtfach für das Hauptstudium ausgesucht werden.

Das Grundstudium endete mit der Zwischenprüfung. Die Zwischenprüfung bestand aus je einer schriftlichen Aufgabe aus den folgenden Bereichen:

  • Öffentliches Recht
  • Kommunalrecht und öffentliche Finanzwirtschaft
  • Verwaltungsmanagement, Volkswirtschaft,
  • Öffentliche Betriebswirtschaft
  • Privatrecht, einschließlich Verfahrensrecht
  • Ordnungswidrigkeitenrecht

Drittes Jahr: Praxisjahr[Bearbeiten]

Das dritte Jahr diente der praktischen Anwendung der theoretischen Kenntnisse in ausgewählten Sachgebieten der öffentlichen Verwaltung. Die Studierenden sollten ihre Kenntnisse vertiefen und praktische Erfahrungen sammeln. Je nachdem, ob für das Hauptstudium der V-Zweig oder W-Zweig gewählt wurde, unterschieden sich die Ausbildungsstellen.

Im Praxisjahr waren die Anwärter im Vorbereitungsdienst mit Wahlmöglichkeiten in der öffentlichen Verwaltung im In- oder Ausland tätig – beim W-Zweig auch in öffentlichen Betrieben und privaten Einrichtungen mit öffentlichen Aufgaben. Es konnte auch ein zwei- bis dreimonatiges Auslandspraktikum in dieser Zeit absolviert werden.

Außerdem fand im Praxisjahr ein etwa dreimonatiger Praxisunterricht statt - teilweise an der Hochschule, teilweise dezentral an verschiedenen Ausbildungsstandorten im Land.

Viertes Jahr: Hauptstudium[Bearbeiten]

Das Hauptstudium dauerte wie das Grundstudium zwei Semester. Die Lehrinhalte waren jeweils bezogen auf den Schwerpunkt "Verwaltung" oder "Wirtschaft". Im Frühjahr des letzten Ausbildungsjahres musste eine Diplomarbeit geschrieben werden. Im Sommer fand die schriftliche und mündliche Staatsprüfung statt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Hochschule wurde im Jahre 1971 als "Staatliche Höhere Verwaltungsfachschule" gegründet; den Status als Fachhochschule für öffentliche Verwaltung erhielt sie erst am 1. April 1973. In den 1980er Jahren erfolgte eine umfassende bauliche Erweiterung. Seit 2008 heißt die Fachhochschule Kehl Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl.

Informationszentrum[Bearbeiten]

Das Informationszentrum der Hochschule Kehl (IZ) ist eine in seinem Bibliotheksbereich öffentlich zugängliche zentrale Einrichtung der Hochschule Kehl, die Nutzung der Dienstleistungen des IZ-Rechenzentrums ist für Hochschul-Externe jedoch grundsätzlich nicht möglich. In seiner jetzigen Form besteht das Informationszentrum (IZ) seit 2008, als Hochschulbibliothek und Hochschulrechenzentrum aufgrund § 28 Landeshochschulgesetz Baden-Württemberg [2] fusionierten. Seither stellen Bibliothek und Rechenzentrum "Kompetenzzentren" innerhalb des Informationszentrums (IZ) dar. [3]

Gesamtleitung[Bearbeiten]

Die Gesamtleitung des Informationszentrums (IZ) hat kraft Amtes der jeweilige Prorektor inne.

IZ-Bibliothek[Bearbeiten]

IZ-Bibliothek
Gründung 2008
Bestand 44.214 Printmedien, Stand: 2014
Bibliothekstyp Hochschulbibliothek
Ort Kehl
ISIL DE-Kh1
Betreiber Hochschule Kehl
Leitung Felix Boteram
Website http://www.hs-kehl.de/hochschule/zentrale-einrichtungen/iz-bibliothek/

Bestand[Bearbeiten]

Hauptaufgabe der IZ-Bibliothek ist es, die analoge und digitale Medien- und Informationsversorgung aller Fakultäten der Hochschule zu gewährleisten. Zu den 44.214 Printmedien kommen 1642 E-Books im Fernzugriff, 133 Print-Abos, 198 E-Journals (Stand: 2014). Das Bestandsprofil entspricht hierbei den Lehrgebieten der Fakultäten und umfasst somit unter anderem Medien zu den Gebieten

  • Rechts- und Kommunalwissenschaften: Arbeitsrecht, Baurecht, Beamtenrecht, Bescheidtechnik, Bürgerliches Recht, Datenschutzrecht, Europarecht, Familienrecht, Ordnungsrecht, Ordnungswidrigkeitenrecht, Kommunales Abgabenrecht, Kommunalrecht, Öffentliches Recht, Planungsrecht, Verwaltungsrecht, Verwaltungsprozessrecht, Sozialrecht, Staatsrecht, Umweltrecht, Umweltverwaltungsrecht, Zivilrecht, Zivilprozessrecht
  • Wirtschafts-, Informations- und Sozialwissenschaften: Abgabenrecht, Beteiligungs- und Krankenhausmanagement, Betriebswirtschaftslehre, Changemanagement, Finanzmanagement, Finanzwissenschaft, Gender, Gemeindewirtschaftsrecht, Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen, Internationale Wirtschaftsbeziehungen, Kommunalpolitik, Neues Steuerungsmodell, Organisations- und Kommunikationspsychologie, Personal, Politische Soziologie, Kommunales Wirtschaftsrecht, Psychologie, Soziale und Interkulturelle Kompetenzen, Statistik und Empirische Methodenlehre, Verwaltungsinformatik, Verwaltungsmanagement, Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsförderung

Zu den Medien in der IZ-Bibliothek gehören auch die Bestände eines Europäischen Dokumentationszentrums.

Nutzung[Bearbeiten]

Die Aufstellung der Printmedien auf den 495 qm Bibliotheksfläche erfolgt nach dem Freihandprinzip, die Ortsausleihe über ein RFID-System. Hochschulexterne werden i.d.R. nicht zur Ortsausleihe zugelassen. Daneben gibt es die Möglichkeit zur elektronischen Fernleihe. Eine Besonderheit der IZ-Bibliothek ist die dort vorhandene Kinderspielecke, die ebenso wie andere Maßnahmen die Vereinbarkeit von Familie und Studium/Arbeit erleichtern soll.

Eingebettet in die Informationsinfrastruktur des "Bibliotheksservicezentrums Baden-Württemberg"[4], erschließt die IZ-Bibliothek seine Bestände im SWB. Das Bibliotheksservicezentrum Baden-Württemberg unterstützt die IZ-Bibliothek außerdem beim Betrieb des Bibliotheks-Lokalsystems und des damit verbundenen Online-Katalogs.

Geschichte der IZ-Bibliothek[Bearbeiten]

2008 integrierte die IZ-Bibliothek die Bestände des 1996 gegründeten Europäischen Dokumentationszentrums Kehl, das bis dahin im "Euro Institut Kehl"[5] untergebracht war. 2009 wurden Räumlichkeiten und Innenarchitektur der IZ-Bibliothek erstmals seit Hochschulgründung 1971 grundsaniert und im gleichen Zuge mit RFID-Technik zur Mediensicherung und Medienselbstverbuchung ausgestattet. [6]

IZ-Rechenzentrum[Bearbeiten]

IZ-Rechenzentrum
Gründung 2008
Ort Kehl
Betreiber Hochschule Kehl
Leitung Uwe Busbach-Richard (wiss.), Bernd Schillinger (techn.)
Website http://www.hs-kehl.de/hochschule/zentrale-einrichtungen/rechenzentrum/

Infrastruktur[Bearbeiten]

Das IZ-Rechenzentrum bietet insgesamt 4,8 Terabyte Festplattenspeicher und 50 PC-Arbeitsplätze in drei PC-Pools. Die raren Plätze in den PC-Pools werden ergänzt durch das campusweite WLAN.

Anwendungen und Services[Bearbeiten]

Das IZ-Rechenzentrum unterstützt u.a. folgende Anwendungen:

  • Bachelorwissensbasis: zentrale Ablage von Skripten, Lösungsskizzen und Handouts im Intranet der Hochschule Kehl
  • Weblog "verwaltungmodern.de" [7]
  • Alumni-Portel zur Pflege des Kontakts mit ehemaligen Studierenden[8]

Zu den weiteren Standardanwendungen, die gepflegt und gewartet werden, gehören u. a. der Webauftritt, das E-Mailsystem und der BSCW (Basic Support for Cooperative Work). Zu den Aufgaben des IZ-Rechenzentrum gehören ferner die Wartung der PCs in den Laboren, die Administration der Server und des Netzes, die Unterstützung der Verwaltungs-EDV und das Druckmanagement. Außerdem ist das IZ-Rechenzentrum maßgeblich involviert in die Programmierung neuer Anwendungen, die in der Verwaltung für die Administration des Bachelorstudiengangs eingesetzt werden.

Persönlichkeiten an der Hochschule Kehl[Bearbeiten]

Rektor und ehemaligen Rektoren[Bearbeiten]

Lehrende und ehemalige Lehrende (Auswahl)[Bearbeiten]

Hauptamtliche Professoren → Kategorie:Hochschullehrer (Kehl)

Neben hauptamtlichen Professoren lehren oder lehrten an der Hochschule Kehl weitere namhafte Persönlichkeiten:

Ehemalige Studierende (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2012/13, S. 66-113 (abgerufen am 3. November 2013)
  2. http://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=jlink&query=HSchulG+BW+%C2%A7+28&psml=bsbawueprod.psml&max=true, abgerufen am 29. Januar 2014
  3. http://www.hs-kehl.de/DE/Hochschule/Documents/Verwaltungs-%20und%20Benutzungsordnung%20f%C3%BCr%20das%20Informationszentrum%20%28VBIZ%29%20v.%2009.12.2008.pdf, abgerufen am 30. Januar 2014
  4. http://www.bsz-bw.de, abgerufen am 5. Februar 2014
  5. http://www.euroinstitut.org, abgerufen am 5. Februar 2014
  6. http://www.hs-kehl.de/DE/Aktuelles/CampusMedia/Klartext/Documents/Klartext_0209_online.pdf, Seite 4-9, abgerufen am 29. Januar 2014
  7. http://www.verwaltungmodern.de, abgerufen am 5. Februar 2014
  8. http://alumni.fh-kehl.de, abgerufen am 5. Februar 2014
  9. http://www.hs-kehl.de/DE/Aktuelles/CampusMedia/Klartext/Documents/Klartext_0211_online.pdf, Seite 32, abgerufen am 30. Januar 2014

48.5747222222227.8175Koordinaten: 48° 34′ 29″ N, 7° 49′ 3″ O