Albrecht von Brandenburg

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Dieser Artikel behandelt den Kardinal Albrecht von Brandenburg. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Hochmeister des Deutschen Ordens und ersten Herzog von Preußen Albrecht von Brandenburg-Ansbach.
Albrecht von Brandenburg, Gemälde von Lucas Cranach d.Ä.
Albrecht von Brandenburg, Gemälde von Lucas Cranach d.Ä.
Albrecht von Mainz, Albrecht Dürer, 1519
Albrecht von Mainz, Albrecht Dürer, 1519
Wappen als Fensterbild im Mainzer Dom
Wappen als Fensterbild im Mainzer Dom
Grabdenkmal Kardinal Albrechts von Brandenburg im Mainzer Dom
Grabdenkmal Kardinal Albrechts von Brandenburg im Mainzer Dom

Albrecht von Brandenburg (* 28. Juni 1490 in Cölln an der Spree; † 24. September 1545 auf der Martinsburg zu Mainz) war zunächst gemeinsam mit seinem älteren Bruder Joachim, Co-Markgraf von Brandenburg. Anschließend trat er in den geistlichen Stand ein und wurde (als Albrecht IV.) Erzbischof von Magdeburg sowie (als Albrecht V.) Administrator für das vakante Bistum Halberstadt. Des Weiteren wurde er Erzbischof von Mainz und als solcher Metropolit der Kirchenprovinz Mainz, Landesherr des Erzstifts Mainz, Kurfürst und Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches und später Kardinal der Römischen Kirche.

Als Förderer des Ablasshandels und ranghöchster geistlicher Würdenträger in Deutschland war er einer der wichtigsten und populärsten Gegenspieler Martin Luthers.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Er war der zweite Sohn und das jüngste und siebte Kind des Kurfürsten Johann Cicero von Brandenburg. Gemeinsam mit seinem Bruder gründete er 1506 die Universität in Frankfurt (Oder), wo er auch studierte. Im gleichen Jahr trat er in den geistlichen Stand, wurde schon 1513 im Alter von 23 Jahren Erzbischof von Magdeburg und Administrator des Bistums Halberstadt sowie 1514 Erzbischof und Kurfürst zu Mainz und 1518 Kardinal (eigentlich verbot es das Kirchenrecht streng, mehr als einen Bischofssitz innezuhaben). Er regierte von 1514 bis zu seiner Vertreibung am 21. Februar 1541 von seiner Residenz Moritzburg in Halle (Saale) aus.

Albrecht übernahm 1517, um die für die Bezahlung des Palliums (siehe: Simonie) bei den Fuggern aufgenommene Schuld abtragen zu können, gegen Überlassung der Hälfte des Ertrags den Vertrieb des von Leo X. verkündeten neuen Ablasses. Die unlauteren Vertriebsmethoden seines Magdeburger Agenten, des Dominikaners Johann Tetzel, gaben Luther den Anlass zu den 95 Thesen. Dadurch geriet Albrecht, obwohl er den Humanismus begünstigte und 1515 Ulrich von Hutten nach Halle an seinen Hof berufen hatte, von vornherein in einen Gegensatz zur lutherischen Reformation. Anfangs suchte Albrecht zu vermitteln und eine allgemeine Reform der Kirche durch ein Konzil herbeizuführen. Auch Martin Luther selber setzte anfangs große Hoffnungen in Albrecht, erkannte aber nach und nach, dass kein Kompromiss möglich war. Im Juni 1528 war er gezwungen, mit Landgraf Philipp von Hessen den Vertrag von Hitzkirchen zu schließen, in dem Kurmainz endgültig auf die geistliche Gerichtsbarkeit über Hessen verzichtete.

Noch 1530 in Augsburg rief Albrecht zum Frieden und zur gemeinschaftlichen Abwehr der Türken auf. 1534 vermittelte er mit Herzog Georg von Sachsen zwischen den protestantischen Fürsten und dem römischen König Ferdinand I. den Vergleich von Kaaden. 1538 aber trat er dem Halleschen Bund gegen den Schmalkaldischen Bund bei. Dieser Schritt und die rechtswidrige Hinrichtung seines Günstlings Hans von Schönitz veranlassten Luther zur Herausgabe einer sehr heftigen Schmähschrift wider Albrecht.

Gegen Übernahme seiner Schulden bewilligte Albrecht seinen protestantischen Untertanen im Stift Magdeburg freie Religionsausübung, wurde aber Jahrzehnte später von der eigens für seinen Aufenthalt ausgebauten Moritzburg in Halle (Saale) vertrieben. Daraufhin riet er dem Kaiser zur Gewalt gegen die Protestanten und nahm den 1540 gegründeten Jesuitenorden als erster von allen Fürsten Deutschlands in Mainz auf. Er veranlasste auf dem Reichstag zu Speyer 1544 den hinsichtlich der evangelischen Stände zweideutigen Reichsabschied und traf mit den katholischen Fürsten vorläufige Verabredungen zu dem bald ausbrechenden Krieg.

[Bearbeiten] Familie

Zu Albrechts Geliebten gibt es in der Literatur verschiedene Angaben. Teilweise werden ihm diverse Konkubinen zugesprochen. Andere Forscher gehen davon aus, dass er lediglich nacheinander mit Elisabeth "Leys" Schütz und der Frankfurter Witwe Agnes Pless (geborene Strauß) in einem eheähnlichem Verhältnis lebte. Mit Leys hatte er eine Tochter namens Anna, die er mit seinem Sekretär Joachim Kirchner verheiratete. Sie hatte wiederum einen Sohn namens Albrecht. Agnes Pless, eine erfolgreiche Geschäftsfrau, machte er zur Vorsteherin eines Beginenklosters, das er im Aschaffenburger Schöntal gegründet hatte.

Albrecht machte aus diesen Beziehungen kein Geheimnis. Es wird vermutet, dass Leys auf einigen Gemälden von Cranach dargestellt ist. Ein Bild zeigt die Geliebte als Ehebrecherin aus dem Johannesevangelium. Der Kardinal selber ist in der Menge dargestellt, im Gegensatz zu den anderen, die im Begriff sind, die Sünderin zu steinigen, aber mit bewusst offenen, leeren Händen. Zwei Cranach-Porträts zeigen Albrecht und seine Lebensgefährtin als Heiligen Martin und Heilige Ursula. Albrecht war außerdem der Taufpate von Moritz von Sachsen, der auch auf Albrechts Residenz, der heutigen Moritzburg in Halle/Saale erzogen wurde.

[Bearbeiten] Albrecht als Kunstmäzen und Renaissancefürst

Albrecht war ein Freund der Wissenschaften und Förderer der Künste. Er ließ aus zwei schlichten Kirchen die eindrucksvolle Marienkirche und dann den Halleschen Dom umbauen. Für die Innengestaltung des Domes gab er bei Lucas Cranach 16 Altäre mit insgesamt 142 Bildern in Auftrag, die in fünf Jahren gemalt werden sollten. Dies war der größte Gemäldeauftrag der deutschen Kunstgeschichte. Zusätzlich ließ er von Grünewald den Erasmus-Mauritius-Tafelaltar malen. Er förderte auch Hans Baldung Grien. Durch Albrechts Aufträge ist das Stadtbild Halles bis heute geprägt. Hierzu zählen der bedeutendste Renaissancefriedhof Europas, der Stadtgottesacker, und seine Burg, die Moritzburg, die er nach dem Schutzheiligen seines Erzbistums, dem heiligen Moritz, benannte. Seine Versuche, in Halle eine konfessionelle Universität zu gründen, scheiterten. Verbleibende große Stiftsbauten nutzte er als sogenannte Neue Residenz. Den Kirchenschatz von Halle und eine Reliquiensammlung, das sogenannte "Hallesche Heiltum", die er von seinem Vorgänger übernommen hatte, bereicherte er außerordentlich. Als er 1541 fliehen musste, nahm er viele seiner gestifteten Kunstschätze mit. So kamen mehrere Cranach-Bilder und ein Reliquien-Kalender (Zu jedem Tagesheiligen wurde eine Reliquie gesammelt) in den Besitz der Stiftskirche St. Peter und Alexander in Aschaffenburg. Der größte Teil der Schätze fiel aber schon kurz nach Albrechts Flucht einem Brand zum Opfer.

Albrecht sah sein Mäzenatentum als gottgefälliges Werk für sein Seelenheil und finanzierte diese Arbeiten mit dem schon erwähnten Ablasshandel [1].

[Bearbeiten] Quellen

  1. vgl. Hannoversche Allgemeine Zeitung 5.10.2006 S. 9

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Albrecht von Brandenburg und Mainz – Bilder, Videos und Audiodateien


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