San Crisogono

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Basisdaten[1]
Patrozinium: Hl. Chrysogonus
Weihetag:
Rang: Basilica minor
Orden: Trinitarier
Kardinalpriester: Andrew Kardinal Yeom Soo-jung
Anschrift: Piazza Sidney Sonnino 44

00153 Roma

Fassade

Die Basilika San Crisogono (lat.: Sancti Chrysogoni), vollständig Basilica di San Crisogono in Trastevere, ist eine Kirche in Rom. Sie ist Pfarrkirche der gleichnamigen Pfarrei und Titelkirche der römisch-katholischen Kirche. Zudem steht sie im Rang einer Basilica minor. Sie wurde auf Vorgängerbauten des 5. und 8. Jahrhunderts errichtet und enthält 24 antike Säulen sowie Kosmatenarbeiten und eine Unterkirche. Die Kirche war die Nationalkirche der Sarden und Korsen.

Lage[Bearbeiten]

Die Kirche liegt (auf der linken Tiberseite) im XIII. römischen Rione Trastevere, etwa 200 Meter südlich des Ponte Garibaldi. Die Hauptfassade liegt an der Piazza Sidney Sonnino, in Rom nur Piazza Sonnino genannt, das nördliche Seitenschiff grenzt an die Piazza San Giovanni de Matha.

Der heilige Chrysogonus[Bearbeiten]

Das Leben des Heiligen ist nicht gesichert. Er soll aus Rom stammen und die heilige Anastasia bekehrt haben. Kaiser Diokletian ließ ihn nach Aquileia bringen und bot ihm eine Beamtenstelle an, sollte er dem Christentum abschwören. Als er widerstand, wurde er dort enthauptet.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Im 4. spätestens im 5. Jahrhundert wurde das vermeintliche Wohnhaus des Chrysogonus in eine erste Kirche umgewandelt. 499 wird erstmals ein Titulus Chrysogonus erwähnt. Papst Gregor III. vergrößerte die Kirche Anfang des 8. Jahrhunderts und gründete ein Benediktinerkloster, dem er die Kirche zuordnete. 1120 ließ Kardinal Giovanni da Crema den Campanile errichten. 1123/24[2] oder 1129[3] wurde unter Papst Calixt II. oder Papst Honorius II. der heutige Bau an Stelle der alten Kirche errichtet. Giovanni Battista Soria gab, im Auftrag des Kardinals Scipione Caffarelli-Borghese ab 1623 der Kirche die heutige Barockausstattung. Die letzte Restaurierung erfolgte 1866.

Grundstruktur[Bearbeiten]

Der Bau ist in der Form einer Basilika errichtet, also dreischiffig mit niedrigeren Seitenschiffen gegenüber dem Hauptschiff und ohne Kuppel. Das Querhaus ist relativ kurz, die Apsis hingegen recht breit. Die Kirche verfügt über einen romanischen Campanile.[2]

Äußeres[Bearbeiten]

Die heutige Fassade wurde 1626 nach Entwürfen von Giovanni Battista Soria ausgeführt. Sie wird bestimmt von einem Portikus, bestehend aus vier Säulen unter einem kräftigen Architrav und zwei Seiteneingängen, diese sind als Rundbögen mit seitlichen Pilastern gestaltet. Der heutige Portikus stammt aus dem 17. Jahrhundert, die vier Säulen allerdings entstammen noch dem an dieser Stelle im 12. Jahrhundert (1129) errichteten Vorgängerbau.[4] Der Architrav wird von steinernen Adlern, Drachen (Wappentiere des Scipione Borghese) und Vasen bekrönt, dahinter erhebt sich der Giebel, gegliedert durch Pilaster.

Inneres[Bearbeiten]

Das Innere der Kirche mit den 22 antiken Granit- und den beiden antiken Porphyrsäulen am Triumphbogen

Durch die Grundstruktur des Bauwerkes als Basilika ist das Innere der Kirche dreischiffig, die beiden Seitenschiffe werden vom Hauptschiff durch jeweils 11 antike Granitsäulen mit einer barocken Variante ionischer Kapitelle getrennt. Diese stützen die barock gestalteten Architrave, über denen sich der Obergaden aus dem 12. Jahrhundert erhebt. Die Flächen zwischen den Fenstern sind nicht ausgemalt. Die beiden antiken Porphyrsäulen, die den Triumphbogen tragen, sind die größten ihrer Art in Rom.[3]

Innenausstattung[Bearbeiten]

Fußboden[Bearbeiten]

Fußboden mit Kosmatenarbeit

Der Fußboden zeigt reiche Kosmatenarbeiten aus dem 13. Jahrhundert.

Decke[Bearbeiten]

Die Decke des 17. Jahrhunderts mit dem Borghese- Wappen

Die reich geschmückte, kassettierte Decke stammt aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts, der Zeit der Umbauten Sorias. Sie enthält unter anderem das Wappen des Kardinals Scipione Caffarelli-Borghese und eine Kopie des Gemäldes San Crisogono in Gloria von Guercino.

Apsis[Bearbeiten]

Die Apsis enthält Mosaiken des 13. Jahrhunderts. Sie stellen Madonna mit dem Jesuskind auf einem Thron zwischen dem heiligen Sebastian und dem heiligen Chrysogonus dar. Sie werden der Schule des Pietro Cavallini zugeschrieben.

Im Altar aus dem 12. Jahrhundert werden Reliquien des heiligen Chrysogonus aufbewahrt.

Sakramentskapelle[Bearbeiten]

Die Sakramentskapelle (auf der rechten Seite des Hochaltars) wurde nach Entwürfen von Gian Lorenzo Bernini errichtet.

Erlöserkapelle[Bearbeiten]

In der Kapelle links des Hochaltars befindet sich eine Reliquie des Giovanni de Matha, dem Gründer des Trinitarierordens.

Unterkirche[Bearbeiten]

’’Der hl. Benedikt heilt einen Aussätzigen’’

Der über eine Treppe in der Sakristei erreichbare Vorgängerbau der heutigen Basilika wurde in drei Grabungskampagnen, 1907, 1914 und 1923-24 ausgegraben und wird heute als Unterkirche bezeichnet. Zu erkennen sind die Grundrisse der Kirchen des 5. und 8. Jahrhunderts sowie Fragmente von Wandmalereien verschiedener Jahrhunderte von 8. bis in das 11. Jahrhundert. Es finden sich u.a. Fresken mit der Darstellung der Heiligen Benedikt, Pantaleon, Silvester und Katharina von Alexandrien aus der Mitte des 11. Jahrhunderts. Der Auftraggeber ist unbekannt, durch die Nähe zur gregorianischen Reform und zu Montecassino ist aber eine Herkunft aus den Reformkreisen möglich. In Frage kommen der Kardinalpriester von S. Crisogono, Friedrich von Lothringen, der spätere Papst Stephan IX., sowie seine Nachfolger als Kardinäle von S. Crisogono, Stephanus und Petrus II.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diözese Rom
  2. a b Wiesel, Johann M.: Rom. Ein Kunst- und Reiseführer, S. 178.
  3. a b Wundram, Manfred (Hrsg.) Reclams Kunstführer, Italien. Band V. Rom und Latium, S. 160.
  4. Bussagli, Marco (Hrsg.): Rom - Kunst & Architektur’’, S. 229.
  5. Serena Romano: Storie di San Bendetto... (2006), S. 86-87.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann M. Wiesel: Rom. Ein Kunst- und Reiseführer, 4. Aufl., Kohlhammer, Stuttgart 1966.
  • Manfred Wundram (Hrsg.): Reclams Kunstführer, Italien. Band V. Rom und Latium, Reclam, Stuttgart 1981. ISBN 3-15-008679-5
  • Marrco Bussagli (Hrsg.): Rom - Kunst & Architektur, Könemann, Köln 1999. ISBN 3-8290-2258-1
  • Basilica di San Crisogono, Eigenverlag der Kirchengemeinde
  • Serena Romano: Storie di San Bendetto e altri santi sulla parete destra della navata (La decorazione pittorica della basilica inferiore di San Crisogono), in: Maria Andaloro / Serena Romano (Hrsg.), Riforma e Tradizione (1050-1198), Jacca Book, Mailand 2006 (= La pittura medievale a Roma (312-1431), Corpus e atlante, Corpus IV), ISBN 88-16-60374-7, S. 79-87.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: San Crisogono – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

41.88913888888912.473472222222Koordinaten: 41° 53′ 21″ N, 12° 28′ 24″ O