Alex Salmond

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Alex Salmond

Alexander Elliot Anderson Salmond (* 31. Dezember 1954 in Linlithgow, West Lothian, Schottland) ist ein schottischer Politiker (SNP) und der Erste Minister (Ministerpräsident) seines Heimatlandes. Nachdem im Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands 55 % der Wähler gegen die Unabhängigkeit stimmten, kündigte er seinen Rücktritt vom Amt des Ministerpräsidenten und vom Vorsitz der SNP an.[1]

Privatleben und beruflicher Werdegang[Bearbeiten]

Salmond wuchs als zweites von vier Kindern in einer Beamtenfamilie mit breitem politischem Spektrum auf.[2] Nach Schulbildung in der lokalen Akademie Linlithgow studierte er Volkswirtschaftslehre und Geschichtswissenschaft an der Universität Saint Andrews.

1978 trat er als Ökonom in der Abteilung für Landwirtschaft und Fischerei des Scottish Office in den Wirtschaftsdienst der britischen Regierung ein. Zwei Jahre später wechselte er zur Royal Bank of Scotland, wo er sieben Jahre lang ebenfalls als Ökonom tätig war.

1981 heiratete er Moira McGlashan, seine ehemalige Vorgesetzte beim Scottish Office. Salmond war damals 26, seine Frau 43 Jahre alt.[3] Das Paar hat keine Kinder und schirmt sein Privatleben vollständig von der Öffentlichkeit ab. Es lebt in einer umgebauten Mühle in Strichen in der Grafschaft Aberdeenshire.

Salmond war Gastprofessor an der Universität Strathclyde.

Politische Tätigkeit[Bearbeiten]

Frühe Politische Jahre[Bearbeiten]

Salmond wurde politisch aktiv, als er 1971 der Federation of Student Nationalists an der Universität Saint Andrews beitrat. Er begann seine politische Tätigkeit als überzeugter Anhänger des linken Flügels der Scottish National Party (SNP) und war ein leitendes Mitglied der Group 79, einer sozialistisch-republikanischen Organisation innerhalb der Partei. Zusammen mit den anderen führenden Köpfen der Gruppe wurde er 1982 aus der Partei ausgeschlossen, nachdem sie die Gruppierung nach Auflösung durch die Parteiführung außerparteilich weitergeführt hatten. Einen Monat später wurde Salmond jedoch wieder aufgenommen.

1985 wurde Salmond zum stellvertretenden Vorstandsmitglied für Öffentlichkeitsarbeit der SNP gewählt. Zwischen 1987 und 2010 war er nach Ablösung des konservativen Amtsinhabers Abgeordneter des Wahlkreises Banff and Buchan im britischen Unterhaus.

1987 wurde er stellvertretender Vorsitzender seiner Partei.

Erste Amtszeit als Parteivorsitzender[Bearbeiten]

1990 wurde er zum Vorsitzenden der SNP gewählt. Hierbei setzte er sich mit deutlicher Mehrheit gegen eine Kandidatin durch, die ebenfalls dem linken Flügel zugerechnet wurde.[4] Die darauf folgende Parlamentswahl von 1992 ergab zwar deutliche Stimmenzuwächse, die sich aufgrund des Mehrheitswahlrechtes allerdings nicht in Sitzgewinnen widerspiegelten.

Obwohl er noch immer ein vollständig unabhängiges Schottland anstrebte, unterstütze Salmond zusammen mit den Vorsitzenden der schottischen Labour Party und der schottischen Liberal Democrats die letztendlich erfolgreiche Kampagne für die Einrichtung eines schottischen Regionalparlaments. So widersprach er den Stimmen vieler Hardliner in der eigenen Partei, die sich ausschließlich auf die vollständige Unabhängigkeit fixierten.

Aufgrund parteiinterner Kritik sowie Auseinandersetzungen mit führenden Parteimitgliedern trat er 2000 als Parteivorsitzender zurück[5] und wurde durch John Swinney ersetzt. Salmond verließ das schottische Parlament und wurde Vorsitzender der Gruppierung der SNP im britischen Unterhaus. Dort trat er als entschiedener Gegner des Irakkrieges auf.[6] Er war auch bereits 1999 einer der wenigen britischen Politiker gewesen, die sich gegen eine Bombardierung Serbiens durch die NATO aussprachen.[7]

Zweite Amtszeit als Parteivorsitzender[Bearbeiten]

Am 15. Juli 2004 kündigte Salmond entgegen vorherigen Verlautbarungen seine Kandidatur zum Parteivorsitz an.[8] Er gewann die Wahl mit mehr als 75 Prozent der Stimmen.[9]

Bei den Schottischen Parlamentswahlen 2007 errang Salmond den Wahlkreis Gordon, der seit 1999 von den Liberaldemokraten gehalten wurde. Die SNP ging mit einem Sitz Vorsprung vor Labour knapp als stärkste Partei aus der Wahl hervor.

Erster Minister[Bearbeiten]

Kabinett Salmond I[Bearbeiten]

Das Kabinett Salmond II, 2011

Am 16. Mai 2007 wurde Salmond durch das schottische Parlament zum Ersten Minister gewählt. Er führte eine Minderheitsregierung, das Kabinett Salmond I, an, nachdem die Liberaldemokraten keine Koalition mit der SNP gebildet hatten.[10] Zusammen mit den zwei Sitzen der Scottish Green Party, die die Regierung unterstützte,[11] konnte sich die SNP auf 49 von 129 Stimmen stützen, 16 unterhalb der absoluten Mehrheit. Salmond ist der erste Vertreter der schottischen Nationalisten im Amt des ersten Ministers. Er reduzierte die Größe des Kabinetts von neun auf sechs Mitglieder und erklärte, er würde in Form von Einzelentscheidungen regieren.[12] Um sich auf seine Funktion als Erster Minister zu konzentrieren, trat Salmond als Chef der Parteigruppe im Unterhaus zurück.[13]

In der Neujahrsansprache 2010 betonte Alex Salmond die Wichtigkeit erneuerbarer Energie für Schottland.[14] Bereits 2009 setzte er sich für Gesetzgebung zum Klimawandel im Rahmen der UN Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen ein und hob Schottlands Rolle in der Bekämpfung des Klimawandels hervor.[15]

Kabinett Salmond II[Bearbeiten]

Infolge der schottischen Parlamentswahl 2011, bei der die SNP die absolute Mehrheit der Sitze errang, konnte Salmond seine Arbeit als First Minister fortsetzen. Die SNP gewann bei der Wahl 69 von 129 Sitzen. Im Mai 2011 stellte Salmond sein zweites Kabinett vor.[16] Am 18. September 2014 fand ein Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands statt, [17] in welchem sich die Schotten gegen eine Abspaltung vom Vereinigten Königreich aussprachen. Salmond, der vehement dafür gekämpft hatte, räumte seine Niederlage ein. Einen Tag nach dem Referendum am 19. September 2014, gab Salmond seinen Rücktritt als Erster Minister Schottlands bekannt.[18] Im Schlusswort seiner Rede anlässlich des Rücktritts sagte er:

“For me, as leader my time is nearly over. But for Scotland the campaign continues and the dream shall never die.”

„Für mich als [politischen] Führer ist die Zeit nahezu abgelaufen. Aber für Schottland geht die Kampagne weiter und der Traum [der Unabhängigkeit Schottlands] möge niemals vergehen.“

Alex Salmond: Rede anlässlich des Rücktritts am 19. September 2014[19]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alex Salmond – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/politik/ausland/alex-salmond-kuendigt-nach-schottland-referendum-ruecktritt-an-a-992699.html
  2. NZZ: Smarter Patriot mit Schotten-Charme, 4. Mai 2007.
  3. Auslan Cramb: Moira Salmond: A reluctant First Wife. Telegraph. 10. Mai 2007. Abgerufen am 14. Januar 2012.
  4. Russell Deacon, Sandry, Alan: Devolution in the United Kingdom. Edinburgh University Press, 2007, ISBN 978-0-7486-2416-4.
  5. Scramble to lead SNP as Salmond quits, The Telegraph. 18. Juli 2000. Abgerufen am 3. Februar 2012. 
  6. Salmond back with threat to impeach PM, The Independent, 25 September 2004.
  7. Daily record: Demand For Alex Salmond Apology Over Kosovo , 19. Februar 2008.
  8. Salmond launches leadership bid, BBC News, 15. Juli 2004
  9. Salmond named as new SNP leader, BBC News, 3. September 2004
  10. Lib Dems rule out SNP coalition, BBC News, 7. Mai 2007
  11. Kooperationsvereinbarung auf der Website der Scottish Green Party
  12. Salmond elected as first minister, BBC News, 16.Mai 2007.
  13. Robertson elected SNP's Westminster leader, The Guardian, 23. Mai 2007
  14. Scotland's top politicians outline aims for 2010
  15. Alex Salmond: Our small country can play a big role in climate change fight
  16. scotland.gov.uk; 19. Mai 2011: New Scottish Cabinet; orf.at: Situation zwei Wochen nach der Wahl
  17. orf.at 14. Januar 2012: Schottland will Unabhängigkeit - Erbitterter Streit mit London
  18. Alex Salmond Quits After Scotland Votes Non. Sky News, 19. September 2014, abgerufen am 19. September 2014.
  19. Scottish referendum: Salmond to quit after Scots vote No. BBC News, 19. September 2014, abgerufen am 19. September 2014 (englisch).