Russia Today

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Russia Today
Senderlogo
RT Logo.svg
Allgemeine Informationen
Empfang: Kabel, Satellit, IPTV
Eigentümer: RIA Novosti
Sendebeginn: 15. September 2005
Rechtsform: Privatrechtlich
Programmtyp: Vollprogramm
Liste von Fernsehsendern
älteres Logo

Russia Today, kurz RT, ist ein auf internationales Publikum ausgerichteter englischsprachiger, staatlich finanzierter Fernsehsender mit Sitz in Moskau.

Die erklärten Ziele des Senders sind, alte Vorurteile und Klischees über Russland abzubauen und dem Publikum die russische Sichtweise auf das internationale Geschehen vorzustellen. Auch Entwicklungen innerhalb Russlands sollen hier aus russischer Perspektive beleuchtet werden. Ein weiteres Ziel ist, längerfristig einen CNN und BBC ebenbürtigen Sender aufzubauen, an deren Sendekonzepte auch das von Russia Today angelehnt ist.

Nachrichten aus russischer und internationaler Politik, Sport, Wirtschaft und Kultur, sowie kurze Dokumentarfilme, Politmagazine (IMHO, In Context) und die täglich ausgestrahlte politische Talkshow „Spotlight with Al Gurnov“ machen das Programm des Senders aus. Russia Today hat mehrere hundert Mitarbeiter, von denen ein Großteil nicht-russische Journalisten sind. Der Sender betreibt Korrespondentenbüros in London, Washington (D.C.), Paris, Kairo und Jerusalem.

Die Popularität des Senders nahm in den letzten Jahren deutlich zu. Laut Pew Research ist RT mittlerweile der weltweit populärste Nachrichtenkanal auf YouTube[1]. Nach BBC News ist RT in den Vereinigten Staaten inzwischen der populärste ausländische Nachrichtensender[2] und konnte seine dortige Zuschauerbasis innerhalb eines Jahres verdoppeln.

Dmitri Medwedew zu Gast bei RT

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Am 15. September 2005 ging der erst kurz zuvor gegründete Fernsehsender zum ersten Mal auf Sendung. Seitdem sendet Russia Today rund um die Uhr in englischer Sprache und kann über Satellit (in Europa über Hotbird-6, Astra 1KR und Eurobird 1) und abhängig vom lokalen Kabelnetzbetreiber auch im digitalen Kabel empfangen werden. Russia Today bemüht sich entsprechend auch um eine Einspeisung in Kabelnetze; in Deutschland kann RT z. B. im Netz von Unitymedia, Kabel BW und im Raum Köln-Bonn-Aachen im Netz von NetCologne empfangen werden.

Im Jahr 2007 kamen eine spanische und arabische Ausführung hinzu. Diese Sender senden ein paralleles Programm zur englischsprachigen Version. Für fremde Sender in anderen Sprachräumen stellt Russia Today Filmmaterial zur Verfügung[3], aus dem für den deutschsprachigen Raum von Russland.ru auch Beiträge auf Deutsch hergestellt und veröffentlicht werden[4]. Insgesamt wird RT auf über 20 Satelliten weltweit verbreitet. Während RT Englisch z.B. auf Hotbird 13° Ost, Astra 19,2° Ost und Astra/Eutelsat 28,2° Ost jeweils in SD und HD ausgestrahlt wird, ist RT Arabisch in Deutschland am einfachsten über Hotbird 13,0° Ost und RT Spanisch über 19,2° Ost zu empfangen, jeweils nur in SD. Russia Today kann auch im Internet über Live-Streaming empfangen werden. Das Programm ist über den Peer-to-peer-Dienst Livestation verfügbar. Außerdem werden einzelne Beiträge in einem eigenen Kanal auf YouTube verbreitet und haben dort bereits über 950 Millionen (April 2013) Zugriffe erzeugt.

Neben den genannten Nachrichtensendern gibt es seit 2010 einen Sender für den amerikanischen Raum. In Deutschland ist dieser nur mit erheblichem Aufwand im C-Band über NSS 806 auf 40,5° West zu empfangen (HD und SD). Seit dem 23. Juni 2011 gibt es auch den Dokumentationskanal RT Д (das kyrillische Д entspricht dem lateinischen D), der Dokumentationen zum Thema Russland zeigt. Trotz des kyrillischen Namen wird ausschließlich in englischer Sprache gesendet. RT Д ist in Deutschland nur über Hotbird 13,0° Ost zu empfangen, und zwar sowohl in HD als auch in SD.

Kritik und Rezeption [Bearbeiten]

Russia Today wird von verschiedenen Seiten vorgeworfen, eine Kreml-treue Linie in der Berichterstattung zu verfolgen,[5][6] zumal in dem autokratisch geführten Land nur noch wenig unabhängige Berichterstattung existiere.[7] Auch gibt es Anschuldigungen an den Sender, in verschiedenen Situationen Verschwörungstheoretikern unterschiedlicher Art eine Plattform zu geben.[8] So werden beispielsweise umstrittene Kommentatoren wie Christoph Hörstel als politische Analysten herangezogen[9]. Andere kritisieren, dass Persönlichkeiten wie Julian Assange eine mediale Plattform geboten wird.[10]

Zum 60. Geburtstag von Radio Free Europe im Oktober 2010 bezeichnete Walter Isaacson, Präsident des Aspen-Instituts und des Broadcasting Board of Governors, Medienanstalten wie Press TV, Russia Today, China Central Television und teleSUR (Venezuela, Südamerika) als „Feinde“. Isaacson korrigierte sich später er habe „Feinde“ in Bezug auf Afghanistan gemeint und nicht auf die Länder und Fernsehanstalten, die er in seiner Rede erwähnt hatte.[11][12]

Die US-Außenministerin Hillary Clinton mahnte bei einem Auftritt vor dem US-Kongress Anfang März 2011, aufgrund des verstärkten Erfolges von staatlichen Fernsehsendern wie Russia Today drohten die USA, den „global info war“ zu verlieren. RT habe auf YouTube bereits nahezu 700 Millionen Aufrufe, während CNN kaum 5 Millionen erreicht habe (Stand 23. April 2012).[13]

Aus ausgewähltem Material von Russia Today produziert das in Russland beheimatete und überwiegend von Deutschen betriebene Webfernsehen russland.TV deutschsprachige Russland-Berichte. russland.TV befindet jedoch im Gegensatz zu Russia Today nicht in staatlicher Trägerschaft.

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Pew: Russia Today, Fox News lead the pack on YouTube - thehill.com
  2. http://www.ipsnews.net/2010/01/media-foreign-news-channels-drawing-us-viewers/
  3. http://freevideo.rt.com/site/about
  4. siehe zahlreiche Beiträge auf http://www.russland.tv
  5. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-54002224.html
  6. http://www.kommersant.com/page.asp?idr=530&id=619775
  7. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-67398837.html
  8. http://www.cjr.org/feature/what_is_russia_today.php
  9. http://www.youtube.com/watch?v=EQ3Q8H_YrJw
  10. http://de.rian.ru/miscellaneous/20120125/262538389.html
  11. Rogin, Josh, 2010: New BBG chief wants more money to combat „enemies“ such as China and Russia in Foreign Policy vom 5. Oktober 2010, abgerufen am 8. Dezember 2010.
  12. Russia Today-TV Ausschnitt It’s official: RT is the enemy
  13. RT: Clinton asks for cash as US „losing world info war“, aufgerufen 12. März 2011