Alexander Gerst

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Alexander Gerst
Alexander Gerst
Land (Organisation): Deutschland (ESA)
Datum der Auswahl: 20. Mai 2009
(EAC-Gruppe)
Anzahl der Raumflüge: 1
Start erster Raumflug: 28. Mai 2014
Landung letzter Raumflug: derzeit im All
Raumflüge

Alexander Gerst (* 3. Mai 1976 in Künzelsau) ist ein deutscher Geophysiker und Astronaut.

Herkunft, Ausbildung und wissenschaftliche Karriere[Bearbeiten]

Alexander Gerst wuchs in Künzelsau auf. Er legte 1995 am Technischen Gymnasium in Öhringen das Abitur ab. Danach leistete er zunächst Zivildienst beim DRK[1] und bereiste anschließend ein Jahr lang als Rucksacktourist verschiedene Länder. Stark beeindruckt von den Vulkanen Neuseelands begann er, Geophysik zu studieren, und erlangte am Karlsruher Institut für Technologie das Diplom.[2] Zudem studierte er Geowissenschaften in Wellington, Neuseeland, und erhielt darin 2005 den Master of Science. 2006 war er Sommerstipendiat des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Eigenen Aussagen zufolge wurde sein Interesse an der Raumfahrt durch seinen Großvater geweckt, der als Funkamateur Signale zum Mond schickte.

2007 erhielt Gerst den Bernd-Rendel-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für ausgezeichnete Nachwuchsgeophysiker.[3]

Im Mai 2010 wurde er an der Universität Hamburg mit einer Forschungsarbeit zur Eruptionsdynamik des antarktischen Vulkans Mount Erebus promoviert.[4]

Raumfahrer[Bearbeiten]

Alexander Gerst setzte sich beim Auswahlverfahren der ESA gegen 8407 andere Bewerber durch, als einziger Deutscher unter sechs neuen Astronauten, und wurde am 20. Mai 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt.[5] Anfang September 2009 begann er seine Ausbildung im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln[6] und wurde am 22. November 2010 nach Abschluss der Grundausbildung in einer offiziellen Zeremonie im EAC zum Astronauten ernannt.[7]

Am 18. September 2011 gab die ESA Gersts Nominierung für einen Raumflug zusammen mit dem Russen Maxim Surajew und dem US-Amerikaner Reid Wiseman zur Internationalen Raumstation ISS bekannt. Der erfolgreiche Nachtstart von Sojus TMA-13M war am 28. Mai 2014 um 19:57 UTC in Baikonur. Gerst soll als Bordingenieur der ISS-Expeditionen 40 und 41 bis zum 10. November 2014 im All bleiben.[8] Er ist damit nach Thomas Reiter und Hans Schlegel der dritte deutsche Astronaut auf der ISS. Seine Mission trägt die Bezeichnung Blue Dot, nach dem Foto Pale Blue Dot, das die Erde aus großer Entfernung als „blassblauen Punkt“ zeigt.[9]

Funkamateur[Bearbeiten]

Alexander Gerst hat die Amateurfunkprüfung abgelegt und darf daher am Amateurfunkdienst teilnehmen. Er hat das Rufzeichen KF5ONO. Die ISS besitzt für den Amateurfunkdienst einen eigenen Transceiver und sendet auf 145,800 MHz. Das Projekt nennt sich ARISS (Amateur Radio on International Space Station).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alexander Gerst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografie auf dem Internetportal der DLR
  2. Von der Karlsruher Geophysik auf die ISS, Presseinformation 043/2014, KIT
  3. Bernd Rendel-Preis 2007
  4. Alexander Gerst: The First Second of a Strombolian Volcanic Eruption. Dissertation, Universität Hamburg, 2010, Digitalisat
  5. ESA rekrutiert neue europäische Astronauten für die bemannte Raumfahrt und Exploration der nächsten Generation (Pressemitteilung der ESA vom 20. Mai 2009)
  6. Europas neue Astronautenklasse meldet sich zur Ausbildung.
  7. Pressemitteilung der ESA vom 17. November 2010.
  8. Deutscher ESA-Astronaut Alexander Gerst fliegt 2014 zur Raumstation! ESA, 18. September 2011, abgerufen am 18. September 2011.
  9. Announcing Blue Dot mission logo. ESA, 22. September 2013, abgerufen am 20. Februar 2014 (englisch).