Batumi

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Batumi
ბათუმი
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Staat: GeorgienGeorgien Georgien
Region: AdscharienAdscharien Adscharien
Koordinaten: 41° 39′ N, 41° 39′ O41.64583333333341.6416666666672-3Koordinaten: 41° 39′ N, 41° 39′ O
Höhe: 2-3 m. ü. M.
Fläche: 64,9 km²
 
Einwohner: 180.000 (2009)
Bevölkerungsdichte: 2.773 Einwohner je km²
 
Zeitzone: Georgian Time (UTC+4)
Postleitzahl: 6010
 
Bürgermeister: Robert Tschchhaidse
Webpräsenz:
Batumi (Georgien)
Batumi
Batumi

Batumi (auch Batum; georgisch ბათუმი; russisch Батуми) ist eine Hafenstadt am Schwarzen Meer und Hauptstadt der Autonomen Republik Adscharien im südwestlichen Georgien mit etwa 180.000 Einwohnern.[1] Batumi ist ein Wissenschaftsstandort mit Hochschulen, Universität, Marinefakultät und landwirtschaftlichem Institut.

Panorama von Batumi

Lage und Verkehr[Bearbeiten]

Das Stadtzentrum ist nur 18 km vom Nachbarland Türkei entfernt. Daher besteht eine stark befahrene Straßenverbindung zum südwestlichen Nachbarn. Tägliche Großbusverbindungen zum 205 km entfernten Trabzon und Kleinbusverbindungen zum 130 km entfernten Rize sind vorhanden.

Batumi ist an das georgische Eisenbahnnetz angeschlossen. Dieses wird aber überwiegend für den Güterverkehr (hauptsächlich für Erdöl) benutzt. Es gibt jedoch eine Zugverbindung mit Tiflis, die zweimal täglich den Personenverkehr zwischen beiden Städten ermöglicht (Stand 2012). Hierbei dient der Bahnhof im 7 Kilometer vom Stadtzentrum von Batumi entfernten Vorort Machindschauri als Endstation.[2]

Der Internationale Flughafen Batumi liegt sechs Kilometer südwestlich zum Stadtzentrum.

Batumi ist heute der Haupthafen Georgiens. Er bietet Platz für die Abfertigung von 80.000-Tonnen-Tankern. Das Erdöl aus Aserbaidschan wird nahe dem Hafen raffiniert und in alle Welt verschifft. Auch Ölexporte aus Kasachstan und Turkmenistan werden in Batumi umgeschlagen. Daneben exportiert die Stadt regionale Agrarprodukte wie Tee und Zitrusfrüchte. Seit 1995 ist der Frachtumsatz des Hafens ständig gestiegen. 2001 betrug er rund acht Millionen Tonnen im Jahr. Die Staatseinkünfte aus dem Hafen werden auf 200 bis 300 Millionen US-Dollar jährlich geschätzt.

Fährverbindungen aus Batumi bestehen nach Illitschiwsk (bei Odessa), Sotschi und Poti. Mit dem Umbau des Flughafens Poti zu einem "Drehkreuz" für den Luftverkehr in der Kaukasusregion soll die Küstenregion um Batumi gefördert werden.

Geografie[Bearbeiten]

Batumi liegt auf einer flachen Halbinsel nahe der Mündung des Flusses Tschorochi in das Schwarze Meer. Die Stadt wird von steilen Hügelketten eingeschlossen, die im Vorfeld des Kleinen Kaukasus liegen. Die Vororte der Stadt mit alten Holzhäusern und Plattenbau-Siedlungen wurden in die Hügel hinein gebaut, während die Altstadt an das Meer grenzt.

Demografie[Bearbeiten]

Die Bevölkerungsverhältnisse von Batumi haben sich im Laufe der letzten Jahrhunderte teilweise massiv verändert. Nachdem die Stadt im 19. Jahrhundert unter russische Kontrolle kam, nahm der Anteil der in Batumi lebenden Russen stark zu. Parallel dazu ließen sich auch viele Armenier und andere Bevölkerungsgruppen aus dem Russischen Reich dort nieder.

1886 hatte Batumi rund 14.800 Einwohner. Davon waren 23,4 % Armenier, 20,1 % Griechen, 17 % Georgier (und Mingrelier), 11,2 % Russen, 8,4 % Türken, 6,3 % Juden und 3,7% waren Abchasen.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts nahm der Bevölkerungsanteil der Georgier stetig zu. Beim sowjetischen Zensus 1939 wurde eine Einwohnerzahl von rund 70.000 ermittelt, davon 41 % Georgier, 29,1 % Russen, 17,2 % Armenier, 5,5 % Griechen und 2,5 % Juden. Daneben gab es kleine Gemeinden von Kurden (0,5 %), Russlanddeutschen (0,3 %) und Assyrern (0,3 %).[3]

Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verließen mehr und mehr Russen und Angehörige anderer Minderheiten die Stadt. Als die Sowjetunion zerfiel und Georgien unabhängig wurde, kam es noch einmal zu einer großen Abwanderungswelle nicht-georgischstämmiger Einwohner aus ganz Georgien.

Im Jahr 2002 lebten nach offiziellem Zensus 121.806 Menschen in Batumi. Davon waren 85,64% Georgier, 6,17 % Armenier, 5,17 % Russen, 0,66 % Abchasen, 0,63 % Ukrainer und 0,48 % Griechen. Daneben gab es noch einige weitere, kleinere Minderheiten, wie etwa Osseten und Aserbaidschaner.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Batumi im 19. Jahrhundert

Batumi wurde als griechische Kolonie unter dem Namen Batis gegründet. Er wird von den griechischen Worten bathis limin abgeleitet und bedeutet tiefer Hafen. 1564 wurde die Stadt vom Osmanischen Reich annektiert und 1878 mit dem Berliner Vertrag an Russland angegliedert. 1901 organisierte Josef Stalin Streiks in Batumi. Nach dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk wurde die Stadt 1918 im April zunächst Teil der Türkei, im Dezember dann für 19 Monate von Großbritannien besetzt. Nach dem Abschluss des Orientvertrages zwischen Sowjetrussland und der Türkei fiel Batumi am 18. März 1921 an Georgien und damit an die spätere Sowjetunion und wurde die Hauptstadt Adschariens.

Bereits in den 1870er Jahren war Batumi ein wichtiger Exporthafen für Wolle, Baumwolle, Holz, Seidenkokons und Mangan. Seit 1883 ist die Stadt zudem ein bedeutender Umschlagplatz für Erdöl. Die Transkaukasische Eisenbahn und eine Pipeline bringen seit mehr als 100 Jahren Rohöl aus dem aserbaidschanischen Baku am Kaspischen Meer.

Gegenwart[Bearbeiten]

Hafen von Batumi
Hauptverkehrsstraße in Batumi

Seit dem Machtwechsel in Adscharien 2004 hat Batumi internationale Investoren angezogen. Firmen aus Kasachstan, Aserbaidschan und der Türkei errichteten neue Hotelkomplexe. Die Strandpromenade wird renoviert und von 800 Metern auf 5000 Meter ausgebaut. Die Immobilienpreise in der Stadt haben sich seither mehr als verdreifacht.

In Batumi war bis November 2007 die 12. Militärbasis der Gruppe der Russischen Streitkräfte in Transkaukasien (GRVZ) stationiert. Bis 2004 hatten 70 % der Soldaten eine doppelte russisch-georgische Staatsbürgerschaft, danach wurden sie gegen rein russische Staatsangehörige ausgetauscht. Bereits 2006 wurde ein Teil der Fahrzeuge und Waffen aus der Basis entfernt.

Im Juli 2007 verlegte der georgische Verfassungsgerichtshof seinen Sitz von Tbilisi nach Batumi.[5]

Klima[Bearbeiten]

Batumi am Schwarzen Meer

Das Klima Batumis ist subtropisch. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 14 Grad Celsius. Die wärmsten Monate sind Juli und August mit einer Durchschnittstemperatur von 22 Grad Celsius. Die niedrigste in Batumi aufgezeichnete Temperatur waren -7 Grad Celsius, die höchste 40 Grad Celsius.

Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 2500 mm. Der feuchteste Monat ist Januar mit rund 20 Tagen Regen. Der trockenste Monat ist Mai mit 15 Tagen ohne jeglichen Regen. In der Stadt wachsen Palmen, Zypressen, Magnolien, Oleander, Zitronen- und Orangenbäume.

Batumi
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
236
 
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1
 
 
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11
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14
3
 
 
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6
 
 
84
 
22
11
 
 
163
 
25
16
 
 
163
 
28
19
 
 
222
 
28
18
 
 
315
 
25
15
 
 
240
 
22
11
 
 
300
 
17
7
 
 
236
 
14
4
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Batumi
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 11,3 11,4 13,6 16,7 21,5 25,1 27,6 27,9 25,2 21,7 17,1 13,9 Ø 19,5
Min. Temperatur (°C) 1,4 1,6 3,2 5,8 10,7 15,5 18,5 18,4 15,1 10,9 7,0 4,4 Ø 9,4
Niederschlag (mm) 236 185 136 124 84 163 163 222 315 240 300 236 Σ 2.404
Sonnenstunden (h/d) 3,2 3,7 4,1 4,9 6,4 7,8 6,9 7,2 6,7 5,7 4,2 3,5 Ø 5,4
Regentage (d) 14 14 14 14 12 12 12 13 13 12 14 15 Σ 159
Wassertemperatur (°C) 6 6 8 11 16 20 24 24 22 17 12 9 Ø 14,6
Luftfeuchtigkeit (%) 70 71 75 76 79 78 80 81 79 76 72 69 Ø 75,5
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
11,3
1,4
11,4
1,6
13,6
3,2
16,7
5,8
21,5
10,7
25,1
15,5
27,6
18,5
27,9
18,4
25,2
15,1
21,7
10,9
17,1
7,0
13,9
4,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
236
185
136
124
84
163
163
222
315
240
300
236
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Strand von Batumi

Berühmt ist der 800 Meter lange palmengesäumte Primorski Boulevard am Strand des Schwarzen Meeres. Das Staatsmuseum Adschariens zeigt Schätze aus der griechischen Antike, darunter eine kolchische Bronzekrone, Vasen und Schmuck aus Gold und Silber.

Im Norden der Stadt, am Grünen Kap, liegt der Botanische Garten Batumis. Er bietet auf 114 Hektar eine dendrologische Sammlung mit 3.270 Baumarten. Die Terrassenanlage an der Steilküste bietet spektakuläre Ausblicke über die Bucht von Batumi.

Das südlich Batumis gelegene Aquarium beherbergt über 100 Fischarten. Das Delfinanium zeigt dressierte Große Schwarzmeertümmler (Tursiops truncatus ponticus), eine vom Aussterben bedrohte Unterart des Großen Tümmlers.

Ein beliebtes Ausflugsziel ist Gonio, eine spätrömische Festung, knapp zehn Kilometer vor Batumi. Die Anlagen sind gut erhalten und die Mauern können bestiegen werden. Des Weiteren liegt der Mtirala-Nationalpark in unmittelbarer Nähe der Stadt.

Im Juli 2007 wurde auf dem Freiheitsplatz im Zentrum der Altstadt von Batumi das Medea-Denkmal eingeweiht. Es erinnert an die berühmte griechische Sage vom Goldenen Vlies und symbolisiert zugleich Georgiens historischen Anspruch auf diesen Teil der Schwarzmeerküste.

Bildung, Kultur und Sport[Bearbeiten]

In Batumi gibt es drei Hochschulen, darunter die Staatliche Schota-Rustaweli-Universität. Daneben existieren eine Kunsthochschule und eine Marineakademie. Außerdem finden sich in der Stadt zahlreiche Theater und Museen. Der in der Stadt beheimatete FC Dinamo Batumi spielt in der höchsten Liga des Landes, der Umaghlessi Liga.

Stadtverwaltung[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Amtierender Bürgermeister von Batumi ist Murman Beridse (Vereinte Nationale Bewegung). Er untersteht der Zentralregierung in Tiflis und wurde von Präsident Micheil Saakaschwili in das Amt berufen.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die mit Batumi in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://batumi.ge/en/index.php?page=show&sec=1
  2. Bahnfahrplan-Georgien Website georgiano.de, abgerufen am 14. Februar 2014
  3. http://www.ethno-kavkaz.narod.ru/rngeorgia.html
  4. http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/92/Georgia_Census_2002-_Ethnic_group_by_major_administrative-territorial_units.pdf
  5. constcourt.ge

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Batumi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien