Rustam Kasimjanov

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Rustam Kasimjanov, 19. August 2007
Rustam Kasimjanov, 19. August 2007
Schreibweisen Rustam Qosimjonov (usbek.)
Rustam Kasimdzhanov (FIDE)
Land UsbekistanUsbekistan Usbekistan
Geboren 5. Dezember 1979
Taschkent
Gestorben
Titel Großmeister (1997)
Aktuelle Elo-Zahl 2706 (September 2014)
Beste Elo-Zahl 2709 (März 2013)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Rustam Kasimjanov (daneben auch usbekisch Rustam Qosimjonov; * 5. Dezember 1979 in Taschkent) ist ein in Deutschland lebender usbekischer Schachgroßmeister.

Kasimjanov, der seit einigen Jahren in Deutschland lebt, nutzt selbst die englische Schreibweise Kasimdzhanov seines Namens, die von der englischen Transkription des zuvor russisch geschriebenen Namens Касымджанов herrührt.

Kasimjanov (1999) Schachbundesliga

Er erlernte das Schachspiel mit fünf Jahren. 1994 wurde er in Szeged Dritter der Weltmeisterschaft der U16-Jährigen, ebenso wie ein Jahr später in Guarapuava (Brasilien). 1997 erhielt er von der FIDE den Titel Schachgroßmeister.[1] 1998 wurde er Meister von Asien, 1999 belegte er den zweiten Platz bei der Jugendweltmeisterschaft in Jerewan. In der Saison 1998/99 spielte er für die SG Solingen und erzielte ein erstklassiges Ergebnis mit 12 Punkten aus 13 Partien bei der Schachbundesliga.[2]

Weitere Turniersiege errang er in Essen 2001 und Pamplona 2002. Im selben Jahr erzielte er einen hervorragenden zweiten Platz im Turnier von Hyderabad hinter dem Inder Viswanathan Anand. Er vertrat die Mannschaft Asiens beim Schnellschachvergleich gegen eine Europaauswahl, angeführt von Garri Kasparow, in Batumi 2002.

Sehr überraschend kam sein Sieg bei der Weltmeisterschaft der FIDE 2004 in Tripolis, bei der er im Finale Michael Adams bezwang. Kasimjanov belegte zu diesem Zeitpunkt mit einer Elo-Zahl von 2640 den 54. Platz in der Weltrangliste und gehörte nicht zu den engeren Turnierfavoriten.

Nach seinem Sieg bei der FIDE-WM gewann er 2004 das starke Turnier im indischen Pune. Er erhielt eine Einladung nach Linares 2005, das in der Bedeutung mit dem Wimbledon-Tennisturnier vergleichbar ist, wo er 4 Punkte aus 10 Partien erzielte und den 6.-7. Platz teilte.

Ein von der FIDE geplanter WM-Wettkampf Kasimjanovs gegen den Weltranglistenersten Garri Kasparow für das Jahr 2005 kam nicht zustande. Der Sieger aus diesem Match hätte gegen Wladimir Kramnik einen Wiedervereinigungswettkampf spielen sollen.

Kasimjanov half in der Saison 2004/2005 seinem deutschen Schachklub Godesberger SK mit 4,5/7 am Spitzenbrett beim Aufstieg in die 1. Bundesliga. Nach dem Abstieg der Godesberger 2008 wechselte er zum SV Mülheim-Nord. Seit der Saison 2011/2012 spielt er für die OSG Baden-Baden.

Im August 2006 gewann er das ORDIX Open in Mainz, im November das Schnellschachturnier Corsica Masters in Bastia, bei dem er sich im Finale gegen Viswanathan Anand durchsetzte.

Im November 2011 war Kasimjanov Trainer der turniersiegenden deutschen Mannschaft bei der Europameisterschaft. Sein Training wurde dabei von den Spielern als einer der Hauptfaktoren für den Sieg benannt, so ermöglichte seine Eröffnungsvorbereitung unter anderem den Letztrundensieg gegen Mannschaftsweltmeister Armenien durch einen Sieg von Georg Meier gegen Sergej Movsesjan.[3]

Bei ChessBase veröffentlichte er zahlreiche Lehrvideos in englischer Sprache, darunter The path to tactical strength, A World champion’s guide to the King’s Indian, A World champion’s guide to the Petroff, Albin’s Countergambit, Anti-Moscow Gambit for Experts, Beating the French (3 DVDs), Strategy step by step, Endgames for experts und Attacking the King - for experts.

Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rustam Kasimjanov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924-2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 84
  2. Deutsche Bundesliga 1998/99, 17. Oktober 1998 bis 18. April 1999 auf TeleSchach
  3. Raj Tischbierek: Gold!!!. In: Schach, 12/2011. S. 3-24