Alina Maratowna Kabajewa

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Alina Maratowna Kabajewa (2005)

Alina „Anna“ Maratowna Kabajewa (russisch Али́на Мара́товна Каба́ева, tatarisch Алина Марат кызы Кабаева/Älinä Marat qızı Qabayeva; * 12. Mai 1983 in Taschkent) ist eine russische Sportlerin und Olympiasiegerin in der Rhythmischen Sportgymnastik bei den Olympischen Sommerspielen 2004. Sie war von 2007 bis 2014 Abgeordnete der Russischen Staatsduma für die Partei Einiges Russland.

Herkunft und sportliche Erfolge[Bearbeiten]

Alina Kabajewa ist die Tochter von Marat Kabajew[1][2], einem tatarischen Fußballspieler und -trainer, der in den 1980er Jahren in der Oberliga bei Paxtakor Taschkent spielte, und von Ljubow Michailowna Kabajewa, einer russischen Profi-Basketballspielerin.[3] Die Eltern sind geschieden und Alina lebte nach der Trennung mit ihrer Schwester Lejsan bei der Mutter in Moskau.

Mit Alinas Namen sind tiefgreifende Veränderungen der Rhythmischen Sportgymnastik in den 1990er Jahren verbunden. Die Auftritte der Turnerinnen wurden wesentlich dynamischer und mit schwierigen Elementen angereichert. Einen großen Einfluss auf den Turnstil Kabajewas hatte ihre Trainerin Irina Winer (russisch Ирина Александровна Винер).[4]

Bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen gewann sie die Goldmedaille, bei den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney die Bronzemedaille im Einzelmehrkampf.

Sie ist Doppelweltmeisterin im Mehrkampf (1999 und 2003), sechsfache Weltmeisterin in Einzeldisziplinen und gewann bei der Weltmeisterschaft 2007 die Goldmedaille mit der Mannschaft. Bei Europameisterschaften gewann sie zwischen 1998 und 2006 insgesamt 16 Goldmedaillen (6 im Mehrkampf, 8 in Einzeldisziplinen, 2 mit der Mannschaft).

Doping[Bearbeiten]

Nachdem bei Alina Kabajewa bei den Weltmeisterschaften 2001 Furosemid festgestellt worden war, wurden ihr alle bei dieser Meisterschaft errungenen Medaillen aberkannt. Sie wurde für ein Jahr gesperrt, ein weiteres Jahr wurde auf Bewährung erlassen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Alina Kabajewa trägt den russischen Sporttitel „Verdiente Meisterin des Sportes“. 2001 wurde sie mit dem „Orden der Freundschaft“ und 2005 mit dem „Orden für Verdienste um das Vaterland“ 4. Stufe ausgezeichnet.

Politik[Bearbeiten]

Wladimir Putin im Gespräch mit Alina Kabajewa. Die Aufnahme entstand während der russischen Meisterschaften in rhythmischer Sportgymnastik im Jahre 2001.

Neben dem Sport ist Alina Kabajewa auch in der Politik aktiv. Von Dezember 2001 bis Oktober 2005 war sie Mitglied des Obersten Rates der Partei Einiges Russland, danach bis September 2007 von Wladimir Putin gewähltes Mitglied der sogenannten Gesellschaftlichen Kammer der Russischen Föderation.

Am 2. Dezember 2007 wurde sie Abgeordnete der Russischen Staatsduma für Einiges Russland und war dort als Stellvertretende Vorsitzende des Komitees der Staatsduma für Jugendfragen tätig.[5] Mitte September 2014 kündigte sie jedoch die Niederlegung ihres Mandats in der Staatsduma an, da sie sich mit der Übernahme des Verwaltungsratsvorsitzes der Nationalen Mediengruppe (NMG) (russisch: Национальная Медиа Группа) einverstanden erklärte.[6]

Sonstiges[Bearbeiten]

In der Zeit ihrer Dopingsperre von 2001 bis 2002 betätigte sich Alina Kabajewa als Sportkommentatorin des russischen Fernsehsenders 7 TV und spielte im japanischen Spielfilm Red Shadow: Akakage eine Nebenrolle.

2003 veröffentlichte die russische Ausgabe des Magazins Maxim erotische Aufnahmen von Alina Kabajewa.

2006 wurde sie von den Leserinnen des russischen Frauenmagazins GLAMOUR zur Frau des Jahres gewählt, im gleichen Jahr in die Top 10 Sexy in der Kategorie Sport. 2006 trat sie im Musikvideo Alina Kabajewa der russischen Band Igra slow als sie selbst auf.

Im April 2008 berichtete die russische Zeitschrift Moskowskij Korrespondent, dass der russische Präsident Wladimir Putin sich von seiner Frau habe scheiden lassen und Alina Kabajewa heiraten werde. Dies wurde von einem Sprecher Kabajewas dementiert.[7] Der Oligarch Alexander Lebedew, Besitzer des Blattes, stellte danach das Erscheinen des Blattes ein.[8]

2011 erschien sie auf dem Cover der russischen Vogue.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alina Maratowna Kabajewa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nähere Informationen über Marat Kabayev finden sich in der englischsprachigen Wikipedia: Marat Kabayev
  2. Как жизнь? «ССФ» побеседовал с бывшим футболистом «Пахтакора» Маратом Кабаевым, Sovsport.ru, 10. Dezember 2012 (russisch)
  3. Спортсмены - Биография Алины Кабаевой (Biografie Alina Kabajewa), bei biographer.ru
  4. Алина Кабаева Biographie von Alina Kabajewa, moimirwomen.ru (russisch)
  5. Alina Kabajewa auf der Webseite der Staatsduma (russisch)
  6. Алина Кабаева станет председателем совета директоров "Национальной Медиа Группы" (Alina Kabajewa wird Verwaltungsratsvorsitzende der NMG), ITAR-TASS 15. September 2014 (russisch)
  7. Scheidung im Februar, Hochzeit im Juni? spiegel.de
  8. Medienrecht verschärft orf.at
  9. Putins „Geliebte“ auf dem Cover von „„Vogue“ L'essentiel online