Amores Perros

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Filmdaten
Deutscher Titel Amores Perros
Originaltitel Amores perros
Produktionsland Mexiko
Originalsprache Spanisch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 147 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Alejandro González Iñárritu
Drehbuch Guillermo Arriaga
Produktion Alejandro González Iñárritu
Musik Gustavo Santaolalla und Antonio Vega
Kamera Rodrigo Prieto
Schnitt Luis Carballar, Alejandro González Iñárritu und Fernando Pérez Unda
Besetzung

Amores Perros ist das Spielfilmdebüt des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu aus dem Jahr 2000. Das Drama basiert auf dem komplexen Originaldrehbuch des mexikanischen Schriftstellers Guillermo Arriaga.

Handlung[Bearbeiten]

In seinem hochgelobten Debütfilm erzählt der mexikanische Regisseur Alejandro González Inárritu drei Episoden über Liebe, Hass, Träume und Tod in der Millionenmetropole Mexiko-Stadt, die sich durch einen schweren Autounfall schicksalhaft überschneiden.

Octavio und Susana[Bearbeiten]

Die erste Episode Octavio und Susana handelt vom jungen und naiven Octavio, der zusammen mit seinem Bruder Ramiro, dessen Frau Susana und Kind sowie seiner Mutter in einem kleinen Haus in den armen Teilen der Stadt lebt. Während der zu Gewalt neigende Ramiro gelegentlich Apotheken überfällt, um seine kleine Familie zu ernähren, nimmt Octavio mit dem gemeinsamen Hund Khofi an brutalen Hundewettkämpfen teil. Octavio ist in seine Schwägerin Susana verliebt und träumt mit ihr von einer besseren Zukunft in der Provinz, die er mit dem gewonnenen Geld aus den Hundewettkämpfen finanzieren will. Doch beim letzten Kampf des Hundes überschlagen sich die Ereignisse und die Geschichte nimmt eine kritische Wendung.

Valeria und Daniel[Bearbeiten]

Valeria steht auf der Sonnenseite des Lebens; sie ist Top-Model und lächelt nach einer für sie einträglichen Parfümkampagne von riesigen Werbebannern in der Innenstadt von Mexiko-Stadt. Zwar erzählt sie in einer TV-Show, dass sie mit dem gutaussehenden Schauspieler Andrés Salgado liiert sei, doch das dient nur der Ablenkung. In Wirklichkeit hat Valeria eine Affäre mit dem verheirateten Verleger Daniel und träumt von einer gemeinsamen Zukunft mit ihm. Als Daniel tatsächlich eine Wohnung kauft und verspricht mit ihr zusammenzuleben, scheint dem Glück nichts mehr im Wege zu stehen, doch durch einen schweren Autounfall ändert sich Valerias Leben schlagartig.

El Chivo und Maru[Bearbeiten]

Der alte El Chivo lebt gemeinsam mit einer Schar von Hunden auf den Straßen von Mexiko-Stadt und verdingt sich als gelegentlicher Auftragskiller. Nachdem er seinen letzten Mord an einem Geschäftsmann in der Zeitung studiert, fällt ihm die Todesanzeige seiner Frau ins Auge. El Chivo hatte seine Ehefrau und die damals erst zweijährige Tochter Maru vor Jahrzehnten verlassen, um als Revolutionär für eine bessere Zukunft zu kämpfen. Als der alte Mann nun die Trauerfeier besucht und Maru seit langer Zeit zum ersten Mal wiedersieht, versucht er wieder Kontakt mit ihr aufzunehmen. Doch Maru weiß gar nicht, dass Chivo ihr Vater ist.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  • Der Autounfall, der im Zentrum des Films steht, wurde mit neun simultanen Kameras gedreht, inklusive zwei Kameras auf angrenzenden Hausdächern und einer versteckten Kamera in einem Abfalleimer. Ein Stuntfahrer befand sich im schwarzen Wagen, einem Mercury Grand Marquis von 1984, der im Film von Octavio gefahren wird, während im Wagen des Fotomodels Valeria ein per Fernsteuerung kontrollierter Crash-Dummy saß. Nach einem Testlauf war die Filmsequenz nach dem zweiten Dreh im Kasten.[1] Dass Filmmaterial aus beiden Drehs verwendet wurden, ist daran ersichtlich, dass der Wagen Octavios gegen Ende der Sequenz kurzzeitig ein Ford LTD von 1979 ist - ein bis auf den Kühlergrill beinahe baugleiches Parallelmodell des Mercury Grand Marquis.
  • Die Hundekampf-Szenen im Film empörten Tierschützer weltweit, so legte u. a. die Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals in England eine Beschwerde über eine 21 Sekunden andauernde Hundekampf-Szene beim British Board of Film Classification ein, obwohl am Anfang des Films darauf hingewiesen wird, dass kein Tier bei den Dreharbeiten zu Tode kam.[1]
  • Das Budget von Amores Perros wird trotz der Verpflichtung namhafter spanischsprachiger Schauspieler auf „nur“ zwei Millionen US-Dollar geschätzt.[2]

Kritiken[Bearbeiten]

„Größer als Pulp Fiction.“

Süddeutsche Zeitung

„… ein ebenso brutales wie liebevolles Meisterwerk …“

Stern

„Amores Perros scheint der erste Klassiker des neuen Jahrhunderts zu sein, mit Szenen, die wahrscheinlich in die Geschichte eingehen werden.“

New York Times

„International ausgezeichnetes und verehrtes Menschen- und Milieuporträt aus Mexico City.“

DVD & Video Report

„Selten wurde Gesellschaftskritik in solch stilistischer Perfektion geübt. Das gewalttätige und zugleich zärtliche (Über-)Lebensporträt wird Filmkunstliebhaber faszinieren.“

VideoWoche

„'Amores Perros' zeigt seine Liebe zum Leben, gibt sich aber keinen Illusionen hin. Hoffnung existiert, aber der Mensch selbst tritt sie mit Füßen. So wie Liebe und Hass die Extrempole desselben Gefühls sind, definieren die Widersprüche, am besten vereint in der Figur des gebrochenen Revolutionärs, die wahre Natur des Lebens. Schwer vorstellbar, dass man diesen Film, über den sich lange diskutieren lässt, am Kinoausgang zurücklässt und nicht nachdenklich nach Hause mitnimmt.“

Blickpunkt:Film

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Amores Perros, der im Jahr 2000 in Cannes seinen Triumphzug mit zwei goldenen Palmen begann, wurde mit über 35 internationalen Festival- und Kritikerpreisen ausgezeichnet und u. a. als bester ausländischer Film für den Golden Globe und als bester fremdsprachiger Film für den Oscar nominiert. Außerdem gewann der Film elf Ariel Awards, das mexikanische Äquivalent zum Oscar.

Oscar 2001

  • nominiert als bester fremdsprachiger Film

British Academy Film Awards 2001

  • Bester nicht-englischsprachiger Film

Golden Globe 2001

  • nominiert als bester ausländischer Film

Premio Ariel 2001

Nominiert in den Kategorien

  • Bestes Original-Drehbuch
  • Beste Filmmusik
  • Beste Kostüme
  • Beste künstlerische Leitung

Bodil 2002

  • Bester nicht-amerikanischer Film

Festival de Cine de Bogotá 2000

  • Bester Film
  • Beste Regie
  • Publikumspreis - Bester Film

Boston Society of Film Critics Awards 2001

  • Bester ausländischer Film
  • Zweiter Platz - Bester neuer Regisseur

British Independent Film Awards 2001

  • nominiert als bester ausländischer Film

Internationale Filmfestspiele von Cannes 2000

  • Großer Preis der Woche der Kritik
  • Preis der jungen Kritik

Camerimage 2000

  • Goldener Frosch für die Kameraarbeit

Chicago Film Critics Association Awards 2002

  • nominiert als bester ausländischer Film

Chicago International Film Festival 2000

  • Bester Film
  • Bester Hauptdarsteller (Gael García Bernal und Emilio Echevarría)
  • Publikumspreis

Cinema Brazil Grand Prize 2002

  • Bester ausländischer Film

Edinburgh International Film Festival 2002

  • Bester neuer Regisseur

Fantasporto 2001

  • Bester Film
  • Beste Regie
  • Bestes Drehbuch

Independent Spirit Awards 2002

  • nominiert als bester ausländischer Film

London Critics Circle Film Awards 2002

  • Bester Regisseur des Jahres

Montréal Festival of New Cinema 2002

  • Bestes Drehbuch

National Board of Review Awards 2001

  • Bester ausländischer Film

Online Film Critics Society Awards 2001

  • nominiert in der Kategorie bester Nachwuchsregisseur

Oslo Films from the South Festival 2000

  • Bester Film

Tokyo International Film Festival 2000

  • Beste Regie
  • Großer Preis von Tokio

Valdivia International Film Festival 2000

  • Publikumspreis

Literatur[Bearbeiten]

  • Arriaga Jordán, Guillermo: Amores perros. London: Faber and Faber, 2001. ISBN 0-571-21415-0 (engl. Ausgabe)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b http://www.imdb.com/title/tt0245712/trivia
  2. http://www.imdb.com/title/tt0245712/business

Weblinks[Bearbeiten]