Angelika Kirchschlager

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Angelika Kirchschlager bei der Eröffnung der Wiener Festwochen 2008

Angelika Kirchschlager (* 24. November 1965 in Salzburg) ist eine österreichische Sängerin (Mezzosopran). Sie ist auf vielen Opernbühnen der Welt zu hören, wirkt aber auch als Interpretin von Liedern und Oratorien.

Leben und künstlerisches Wirken[Bearbeiten]

Angelika Kirchschlager mit Michael Schade bei der Eröffnung der Wiener Festwochen 2013

Angelika Kirchschlager studierte Schlagzeug und Klavier am Mozarteum in Salzburg. 1984 wechselte sie an die Wiener Musikakademie, wo sie Gesang studierte, u.a. bei Gerhard Kahry und Walter Berry. Erste Engagements führten sie an die Kammeroper Wien und – im letzten Jahr ihres Gesangsstudiums – an die Grazer Oper.

1991 gewann sie drei Platzierungen beim Wiener Belvedere-Gesangswettbewerb. 1993 wurde sie Mitglied der Wiener Staatsoper. Mit der Rolle des Cherubino in Le nozze di Figaro debütiert die lyrische Mezzosopranistin.

2002 sang sie die Titelpartie in der Uraufführung von Sophie's Choice des britischen Komponisten Nicholas Maw am Royal Opera House in London. Bei den Salzburger Festspielen debütierte sie 2003 in einer Neuproduktion von Hoffmanns Erzählungen und sang dort ein Jahr später den Octavian im Rosenkavalier. 2006 erarbeitete sie bei den Salzburger Osterfestspielen mit deren Leiter Sir Simon Rattle die Melisande in Claude Debussys Pelléas et Mélisande.

Kirchschlager hat mit vielen angesehenen Dirigenten wie Claudio Abbado, Bertrand de Billy, Sir Colin Davis, John Eliot Gardiner, Christopher Hogwood, James Levine, Kurt Masur, Riccardo Muti, Kent Nagano, Seiji Ozawa, Kurt Sanderling, Donald Runnicles, Sir Simon Rattle zusammengearbeitet. Sie gibt regelmäßig Liederabende und war wiederholt Gast der Schubertiade Schwarzenberg. Ihr häufiger Begleiter am Klavier ist Helmut Deutsch.

Aufgetreten ist Kirchschlager bislang an Häusern wie der Mailänder Scala, dem Royal Opera House in London, der Metropolitan Opera in New York, der Opéra de Paris, der Opera La Monnaie / De Munt in Brüssel, der Wiener und Münchner Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin, der San Francisco Opera, im Salle Pleyel und in der Cité de la Musique in Paris, in Avery Fisher und Carnegie Hall in New York, der Boston Symphony Hall und dem Barbican Centre und Wigmore Hall in London.

Im Juni 2007 wurde Angelika Kirchschlager zur Kammersängerin ernannt.

Angelika Kirchschlager hatte von 2007 bis 2009 eine Gastprofessur am Salzburger Mozarteum inne. Seit 2011 ist sie Professorin an der Kunstuniversität Graz.

2013 unternahm sie gemeinsam mit dem deutschen Liedermacher Konstantin Wecker eine Tournee durch Deutschland und Österreich. Ebenfalls 2013 erschien ihre Autobiografie "Ich erfinde mich jeden Tag neu" - aufgezeichnet für den Amalthea-Verlag von Achim Schneyder.

Kirchschlager lebt mit ihrer Familie in Wien. Aus ihrer Ehe mit dem Bariton Hans Peter Kammerer entstammt Felix Kammerer.

Opernrollen (Auswahl)[Bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten]

  • Mahler, Alma Mahler & Korngold, Lieder - mit Helmut Deutsch (1997)
  • When Night Falls. Wiegenlieder - mit Helmut Deutsch, Yuri Bashmet, Miguel Llobet, Roger Vignoles, John Williams und Steven Mercurio (1999)
  • Berlioz, Huit Scenes de Faust Op. 1 - mit Jean-Paul Fouchécourt, Frédéric Caton und dem Orchestre Philharmonique de Radio-France Yutaka Sado (2000)
  • Wiener Lieder aus den Kremser-Alben - mit den Philharmonia Schrammeln (2002)
  • Bach, Missa in h-Moll - mit Barbara Bonney, John Mark Ainsley, Alistair Miles und dem Saito Kinen Orchestra unter Seiji Ozawa (2002)
  • Vergnügte Ruh. Bach-Arien - mit dem Venice Baroque Orchestra (2003)
  • Mozart, Le nozze di Figaro - mit Véronique Gens, Patrizia Ciofi, Lorenzo Regazzo, Simon Keenlyside und Concerto Köln unter René Jacobs (2004)
  • First Encounter. Duette von Mendelssohn Bartholdy, Mendelssohn-Hensel, Schumann, Brahms, Dvorák - mit Barbara Bonney und Malcolm Martineau (2004)
  • Women's lives and loves. Lieder und Duette - mit Felicity Lott und Graham Johnson (2006)
  • Händel, Arien aus "Ariodante", "Giulio Cesare" und "Arianna", mit dem Basler Kammerorchester (2006)
  • Dein ist mein ganzes Herz. Operettengesänge - mit Simon Keenlyside und dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich 2007
  • Weihnachtslieder - mit Helmut Deutsch und dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich (2007)
  • Schumann, Lieder - mit Helmut Deutsch (2010)
  • Mahler, Lieder - mit Helmut Deutsch (2010)
  • Brahms, Lieder - mit Graham Johnson (2010)
  • Wolf & Strauss, Lieder - mit Roger Vignoles (2010)
  • Joseph Marx, Lieder - mit Anthony Spiri (2010)
Siehe auch: Julius Drake

Videografie[Bearbeiten]

  • Mozart, Così fan tutte - mit Barbara Frittoli, Monica Bacelli, Michael Schade, Bo Skovhus & Alessandro Corbelli - Wiener Staatsoper 1996 - Riccardo Muti - Regie Roberto de Simone
  • Mozart, Don Giovanni - mit Adrianne Pieczonka, Anna Caterina Antonacci, Michael Schade, Carlos Alvarez, Ildebrando d'Arcangelo & Lorenzo Regazzo - Wiener Staatsoper 1999 - Riccardo Muti - Regie Roberto de Simone
  • Maw, Sophie's Choice - mit Gordon Gietz, Rodney Gilfry & Dale Duesing - Royal Opera House, London 2002 - Sir Simon Rattle - Regie Trevor Nunn
  • Strauss, Der Rosenkavalier - mit Adrianne Pieczonka, Miah Persson, Franz Grundheber & Franz Hawlata - Salzburger Festspiele 2004 - Semyon Bychkov - Regie Robert Carsen
  • Händel, Giulio Cesare - mit Danielle de Niese, Sarah Connolly, Patricia Bardon & Christopher Maltman - Orchestra of the Age of Enlightenment - Glyndebourne Festival 2005 - William Christie
  • Mozart, Le nozze di Figaro - mit Annette Dasch, Rosemary Joshua, Pietro Spagnioli & Luca Pisaroni - Concerto Köln - Théâtre des Champs-Élysées 2005 - René Jacobs - Regie Jean-Louis Martinoty
  • Humperdinck, Hänsel und Gretel - mit Diana Damrau, Elizabeth Connell, Anja Silja & Sir Thomas Allen - Royal Opera House, London 2008 - Simon Toyne - Regie Moshe Leiser & Patrice Caurier

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Angelika Kirchschlager als zweite Trägerin des bislang nur dreimal vergebenen Goldenen Mozartringes (abgerufen am 19. Juni 2014)
  2. Austria'14-Awards - Österreicher des Jahres. Abgerufen am 7. Dezember 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Angelika Kirchschlager – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien