James Levine

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Dieser Artikel beschreibt den Dirigenten und Pianisten. Zum Komponisten siehe James S. Levine.
James Levine (2013)

James Lawrence Levine [lɛ'vaɪn] (* 23. Juni 1943 in Cincinnati, Ohio) ist ein US-amerikanischer Dirigent und Pianist.

Künstlerische Entwicklung[Bearbeiten]

Er wuchs in einer musikalischen Familie auf. Sein Vater leitete als Violinist eine Tanzkapelle und einer seiner Großväter war Kantor in einer Synagoge. Mit zehn Jahren trat er erstmals als Pianist gemeinsam mit dem Cincinnati Symphony Orchestra auf. Er studierte Musiktheorie bei Walter Levin, dem Primarius des LaSalle String Quartets, und Klavierspiel u. a. bei Rudolf Serkin am Cincinnati College-Conservatory of Music. 1961 schloss er eine Ausbildung zum Dirigenten an der Juilliard School in New York und auch ein Studium der Liedinterpretationen ab.

1964 wurde James Levine jüngster Assistenz-Dirigent des Cleveland Symphony Orchestra bei George Szell. 1971 wechselte er zur Metropolitan Opera in New York und gab sein Debüt als Dirigent mit einer Aufführung der Puccini-Oper Tosca.

Seine Karriere an der Metropolitan Opera reicht vom Chefdirigenten (1973) und musikalischen Leiter (1976) bis zum künstlerischen Direktor (1986). Er dirigierte in den Jahrzehnten seiner künstlerischen Tätigkeit an der Metropolitan Opera ungefähr 2.000 Vorstellungen von 75 Opern, darunter viele Erstaufführungen des Orchesters.

James Levine unternahm nicht nur mit dem Metropolitan Orchestra zahlreiche Tourneen in alle Welt, sondern sorgte auch dafür, dass die Opernproduktionen im Fernsehen übertragen wurden. Für seine ausdrucksstarken Wagner-Interpretationen erhielt er den „Anton-Seidl-Preis“ (Anton-Seidl-Award) der „Wagner-Society of New York“.

Künstlerische Bedeutung[Bearbeiten]

Sein künstlerisches Wirken beschränkte James Levine nicht nur auf die Leitung des Metropolitan Orchestra, sondern er brachte als Pianist und Liedbegleiter während vier Jahrzehnten eine Vielzahl von Musikstücken zu Gehör und begleitete am Flügel unter anderem Luciano Pavarotti, Cecilia Bartoli, Christa Ludwig, Kathleen Battle und Jessye Norman. Im Konzertsaal hat James Levine alle bedeutenden Orchester dieser Welt dirigiert, darunter die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker und das Chicago Symphony Orchestra, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Regelmäßige Gastspiele bei den Salzburger Festspielen (1975–1993) und den Bayreuther Festspielen (1982–1998) gehörten zu James Levines Künstlerleben, wie die „Drei Tenöre“, José Carreras, Plácido Domingo und Luciano Pavarotti, auf ihrer Welttournee zu begleiten, oder die Stabführung zur Filmmusik von Disneys Zeichentrickfilm Fantasia 2000. Seit 1972 hat er mehr als 200 Tonträgeraufnahmen produziert.

Levines künstlerisches Primat ist der von der menschlichen Stimme kommende, vokale Klang, den er immer wieder in seiner Probenarbeit betont.

Zu Beginn der Konzertsaison 1999/2000 wurde James Levine zusätzlich zu seiner Tätigkeit an der New Yorker „Met“ zum Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker berufen. Im Sommer 2004 wechselte er als Musikdirektor zum Boston Symphony Orchestra, das er mit Ende der Spielzeit 2010/11 verlassen hat.

James Levine hat sich in jüngster Zeit auch vermehrt dem musikalischen Nachwuchs gewidmet. Er gründete das Lindemann Young Artists Development Program an der „Met“, das den sängerischen Nachwuchs fördert; des Weiteren durch seine Einbindung als Music Director, jetzt Conductor Laureate des UBS Verbier Festival Orchestras auf dem Schweizer Verbier Festival und dem Tanglewood Music Center, der Sommerakademie des Boston Symphony Orchestra. Zu den Dirigenten, denen er durch seine musikalische Mentorenschaft geholfen hat, gehören unter anderem Marco Armiliato, James Conlon, John Keenan und in jüngster Zeit der deutsche Dirigent Jens Georg Bachmann.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]