Angelo Scola

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Angelo Kardinal Scola (2014)
Wappen von Angelo Kardinal Scola als Erzbischof von Mailand
Angelo Kardinal Scola, Erzbischof von Mailand (2012)

Angelo Kardinal Scola (* 7. November 1941 in Malgrate, Provinz Lecco, Italien) ist Erzbischof von Mailand.

Leben[Bearbeiten]

Angelo Scola studierte in Mailand und Freiburg i.Üe. Katholische Theologie und Philosophie und promovierte in beiden Fächern. Er empfing im Jahre 1970 das Sakrament der Priesterweihe. Vertiefende Studien führten ihn nach München und Paris, ehe er journalistisch und administrativ für die italienische Ausgabe der Zeitung „Rivista Internazionale Communio“ tätig war. Von 1979 bis 1982 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg i.Üe., zunächst am Lehrstuhl für Politische Philosophie, später dann am Lehrstuhl für Moraltheologie. Von 1982 bis 1991 arbeitete Angelo Scola als Professor für Theologische Anthropologie am Päpstlichen Institut für Ehe- und Familienstudien und an der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom. Außerdem nahm er einen Lehrauftrag für Christologie wahr. Ab 1987 wirkte er als Assistent des Sondersekretärs für die siebte ordentliche Generalversammlung der Weltsynode der Bischöfe (Thema: Berufung und Sendung der Laien).

Angelo Scola spricht Italienisch, Englisch, Deutsch, Französisch und versteht Spanisch. Zudem beherrscht er den Lecco Dialekt, der am Comer See gesprochen wird.[1]

Bischof und Kardinal[Bearbeiten]

Papst Johannes Paul II. ernannte ihn am 18. Juli 1991 zum Bischof von Grosseto (Toskana). Die Bischofsweihe spendete ihm Bernardin Kardinal Gantin am 21. September desselben Jahres. Die Leitung des Bistums Grosseto legte er am 14. September 1995 nieder, da er vom Papst als Rektor der Päpstlichen Lateranuniversität und Präsident des Päpstlichen Instituts für Ehe- und Familienstudien nach Rom berufen wurde.

Am 5. Januar 2002 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Patriarchen von Venedig und nahm ihn am 21. Oktober 2003 als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santi XII Apostoli in das Kardinalskollegium auf.

Am 28. Juni 2011 ernannte Papst Benedikt XVI. Scola zum Erzbischof von Mailand[2] und darüber hinaus auch für die Zeit vom 28. Juni bis zum 7. September desselben Jahres zum Apostolischen Administrator von Venedig.[3]

Papabile[Bearbeiten]

Angelo Scola galt schon im Vorfeld der Wahl Benedikts XVI. in der Öffentlichkeit als papabile, das heißt als einer der möglichen Nachfolger des verstorbenen Papstes Johannes Paul II., wenngleich ihm seinerzeit keine großen Aussichten auf das Amt prognostiziert wurden. Nach seiner Ernennung zum Erzbischof hat sich diese Einschätzung verstärkt, zumal das Erzbistum Mailand eines der größten Bistümer der Welt ist und – nach Rom – als das zweitwichtigste Bistum Italiens angesehen wird.

Nach dem Rücktritt Benedikts XVI. im Februar 2013 galt Scola in der Presse als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für das Papstamt, der angeblich von einer breiten Koalition wahlberechtigter Kardinäle, insbesondere der Italiener unter ihnen, getragen und als Kandidat aufgebaut wurde.[4] Die italienische Bischofskonferenz gratulierte ihm sogar in einer Pressemitteilung zur Wahl zum Nachfolger Petri, bevor sie ihren Fehler korrigierte.[5] Nach dem Konklave wurde jedoch bekannt, dass Scola nur der Favorit der Presse war und ihn insbesondere die italienischen Kardinäle nicht unterstützten.[6][7] Andere Quellen berichten, dass Scola zwar im ersten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten hat, jedoch im Laufe der Wahlgänge die Stimmenanzahl nicht weiter anstieg.[8]

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Angelo Kardinal Scola, in: Internationales Biographisches Archiv 50/2011 vom 13. Dezember 2011, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Angelo Scola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Collene Barry: Scola Reaches Youth Through Kerouac and McCarthy. Associated Press, 6. März 2013, S. 2, abgerufen am 19. März 2013 (englisch).
  2. Rinuncia dell’Arcivescovo Metropolita di Milano (Italia) e Nomina di successore, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 28. Juni 2011.
  3. Scola nominato Arcivescovo di Milano, l’annuncio alla Chiesa di Venezia, in: Presseerklärung auf angeloscola.it: „Il Santo Padre mi ha nominato Amministratore Apostolico, con le facoltà di Vescovo diocesano, fino al giorno 7 settembre. Inoltre, già da ora posso comunicare di aver chiesto che S.E. Mons. Beniamino Pizziol mi succeda come Amministratore Apostolico dal giorno 8 settembre fino alla presa di possesso del nuovo Patriarca.“
  4. Berichterstattung der Tageszeitung Die Welt zum Konklave vom 13. März 2013
  5. Thomas Reinhold: Der falsche Franziskus. tagesschau.de, 14. März 2013, abgerufen am 19. März 2013.
  6. Scola betrayed by the Italians from the very first vote. La Stampa.it Vatican Insider, 14. März 2013, abgerufen am 20. März 2013 (englisch).
  7. Zeitung: Bergoglio erhielt über 90 Stimmen. kath.net, 15. März 2013, abgerufen am 20. März 2013.
  8. Paolo Rodari: Bergoglio partì secondo alle spalle di Scola. Poi la rimonta e il plebiscito: quasi 100 voti. laRepubblica.it, 19. März 2013, abgerufen am 26. März 2013 (italienisch).
  9. Nomina di Membri e conferme nella Congregazione per il Clero. In: Bolletino. Sala Stampa della Santa Sede, 9. Juni 2014, abgerufen am 10. Juni 2014 (italienisch).
  10. Nomina di Membri del Pontificio Consiglio per la Promozione della Nuova Evangelizzazione, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 5. Januar 2011.
Vorgänger Amt Nachfolger
Adelmo Tacconi Bischof von Grosseto
1991–1995
Giacomo Babini
Marco Kardinal Cé Patriarch von Venedig
2002–2011
Francesco Moraglia
Dionigi Kardinal Tettamanzi Erzbischof von Mailand
seit 2011