Bahnhof Türkismühle

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Türkismühle
Militärzug im Bahnhof Türkismühle
Militärzug im Bahnhof Türkismühle
Daten
Kategorie 5
Betriebsart Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Abkürzung STM
IBNR 8000154
Eröffnung 26. Mai 1860
Lage
Ort Nohfelden
Land Saarland
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 34′ 49,6″ N, 7° 6′ 52,9″ O49.5804477.114687Koordinaten: 49° 34′ 49,6″ N, 7° 6′ 52,9″ O
Höhe (SO) 364 m ü. NHN
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe im Saarland
i7i11i12i13i15i15i16i17i20

Der Bahnhof Türkismühle ist ein beidseitiger Trennungsbahnhof in der saarländischen Gemeinde Nohfelden. Der Bahnhof befindet sich an der Nahetalbahn und ist Endpunkt der Hochwaldbahn nach Trier sowie der Westrichbahn nach Kusel. Er wurde im Zuge Verlängerung der Nahetalbahn von Idar-Oberstein nach Neunkirchen (Saar) am 26. Mai 1860 eröffnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Eröffnung 1860 wurde der Bahnhof rege durch Güterverkehr bedient, aber auch der Personenverkehr wurde intensiv genutzt. Der massive Anlauf des Bahnhofs beförderte eine Ansiedlung kleiner Unternehmen und Gaststätten in der unmittelbaren Umgebung. Mit der Eröffnung der Bahnstrecke Türkismühle – Hermeskeil begann sich die wirtschaftliche Situation rundum den Bahnhof zu verschlechtern, u. a. da die Durchreisegäste keinen längeren Aufenthalt mehr durchführten. Bereits vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs erhielt die Station ein neues Bahnhofsgebäude.

Nach der Übergabe des Saarlandes an den Völkerbund im Zuge des Versailler Vertrags wandelte sich der Bahnhof Türkismühle zum deutschen Grenzbahnhof mit Zollstation, was einen Anstieg der Einwohnerzahlen und die Entstehung einer Eisenbahnersiedlung am Juliusberg zur Folge hatte. Auch im Bereich der Logistik ergaben sich einige Erweiterungen, wie der umfangreiche Ausbau der Bahnhofsanlagen oder die Ansiedlung neuer Speditionen. Ab November 1934 wurde die Strecke nach Wolfersweiler bedient, ab 1936 bis Kusel, womit die Bahnstrecke Türkismühle–Kusel entstand. 1937 wurde das Reichsbahnamt von Türkismühle nach St. Wendel verlegt. 1938 entstand der Westwall, der Bahnhof besaß zu dieser Zeit 12 Gleise.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Station auch für Flüchtlingstransporte verwendet. Am 22. Februar 1945 wurde das Bahnhofsgebäude durch einen Bombenangriff zerstört. Mit der abermaligen Abtretung des Saargebiets 1945 an die französische Besatzungszone wurde Türkismühle erneut zum nunmehr französischen Grenzbahnhof, 1959 aber wieder zurück in einen deutschen Bahnhof verwandelt, der der Bundesbahn unterstand. Ab 1967 wurde der Personenverkehr immer mehr eingeschränkt, von 1969 an fuhren keine Personenzüge nach Hermeskeil und Freisen mehr, dafür wurden die Züge nach St. Wendel noch im selben Jahr elektrisch bedient.

Zwischen dem 27. und dem 29. August 2010 beging Türkismühle die 150-Jahr-Feier des Bahnhofs. Am 13. September 2010 wurde ein Elektrotriebwagen auf den Ortsnamen getauft.[1]

Verkehr[Bearbeiten]

Türkismühle ist Halt der Regional-Express-Linie RE 3 von Mainz Hauptbahnhof nach Saarbrücken Hauptbahnhof sowie der Regionalbahnen von Türkismühle nach Saarbrücken und von Mainz nach St. Wendel. Die Hochwaldbahn wird von Türkismühle aus im Museums- und Güterverkehr bedient, die Westrichbahn dient auf einem kurzen Abschnitt ab Türkismühle lediglich dem Güterverkehr. Die Strecke Saarbrücken-Mainz ist bis Türkismühle elektrifiziert.

Linie Strecke Takt
RE 3 (Frankfurt (Main) Hbf –) Mainz HbfBad KreuznachTürkismühleSt. WendelNeunkirchen (Saar)Saarbrücken Hbf 60 min
RB 73 Türkismühle – St. Wendel – Neunkirchen (Saar) – Saarbrücken Hbf 60 min
RB 33 Mainz Hbf – Bad Kreuznach – Türkismühle – St. Wendel 60 min

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerhard Tröster: Höhepunkte der Bahnhofsgeschichte, im Pfälzischen Merkur vom 12. November 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Türkismühle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien