Alstom Coradia LINT

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LINT ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zu andere Bedeutungen siehe Lint.
Alstom Coradia LINT - Allgemein
Anzahl: über 700 (September 2012)
Hersteller: Alstom LHB
Baujahr(e): ab 1999
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höhe: 4,34 m
Breite: 2,75 m
Drehgestellachsstand: 1900 mm
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h – 140 km/h
Leistungsübertragung: mechanisch
Bremse: Druckluft-Scheibenbremse, Retarder
Besonderheiten: Rußpartikelfilter (Bauserie Taunusbahn)

Der Alstom Coradia LINT ist eine Familie von Nahverkehrs-Dieseltriebwagen. Das Akronym „LINT“ steht dabei für „leichter innovativer Nahverkehrstriebwagen“. Der LINT wurde von der Firma Linke-Hofmann-Busch (LHB) entworfen und wird nach Übernahme von LHB durch Alstom innerhalb der Produktfamilie Alstom Coradia vertrieben.

Technische Eigenschaften[Bearbeiten]

Die LINT-Triebwagen sind in Stahlbauweise ausgeführt. Bei den LINT 27 und 41 wird pro Wagenkasten ein Enddrehgestell von einer dieselmechanischen Antriebsanlage mit liegend eingebauten Tognum-Reihen-Sechszylinder-Dieselmotoren über eine Gelenkwelle angetrieben. Bei den LINT 54 und 81 kann in einem Endwagen ein weiteres Triebdrehgestell mit einer weiteren Antriebsanlage eingebaut werden.

Bis zu drei Einheiten sind über automatische Mittelpufferkupplungen zu einem Zug kuppelbar.

Als Bremsen werden druckluftbetätigte Scheibenbremsen verwendet, an je einem Triebdrehgestell befinden sich zusätzlich Magnetschienenbremsen. Als Feststellbremse sind Federspeicher vorhanden. Bei älteren Fahrzeugen kamen Bremsanlagen von Mannesmann-Rexroth Pneumatik zum Einsatz, später wurde auf Bremsausrüstungen von Knorr-Bremse gewechselt. Die Fahrzeuge für DB Regio und die Taunusbahn verwenden zudem Retarder als hydrodynamische Ergänzungsbremse; außerdem verfügen die Fahrzeuge der Taunusbahn über Rußpartikelfilter.[1]

Das Fahrgastinformationssystem kann bei einem Teil der Fahrzeuge auch die Position des Bahnsteigs am nächsten Halt ansagen. Die Durchsage „Nächster Halt: ...“ wird mit „Ausstieg in Fahrtrichtung links/rechts“ ergänzt. Dies erleichtert blinden oder sehbehinderten Menschen den Ausstieg. Darüber hinaus wird innen „Ausstieg links/rechts“ angezeigt. Gesteuert wird die Seitenansage in der Regel manuell per Tastendruck.

Die Fahrzeuge verfügen über voneinander unabhängige Führerraumklimaanlagen und Fahrgastraumklimaanlagen. Je Wagenkasten sind zwei Dachklimageräte vorhanden. Die Abwärme der Dieselmotoren wird zur Beheizung von Fahrgasträumen und Führerräumen genutzt. Reicht die Abwärme nicht aus, so werden dieselbefeuerte Zusatzheizgeräte zugeschaltet.

Die Steuerschränke im Führerraum werden als Sonderlösung von Rittal produziert und von Alstom ausgerüstet.

Typen[Bearbeiten]

Die Typenbezeichnung gibt durch eine angehängte Zahl die ungefähre Länge in Metern an. Der im deutschen Fahrzeugeinstellungsregister als Baureihe 0640 geführte einteilige Typ mit einer Länge von 27,26 m heißt LINT 27. Bei der Deutschen Bahn AG wird er als Baureihe 640 geführt. Der im deutschen Fahrzeugeinstellungsregister als Baureihe 0648 geführte zweiteilige Typ mit einer Länge von 41,89 m heißt entsprechend LINT 41. Bei der Deutschen Bahn AG wird er als Baureihe 648 geführt.

Andere Konfigurationen mit elektrischem Antrieb und darüber hinaus mit ein oder zwei Mittelwagen werden ebenfalls angeboten, wurden bisher jedoch nicht verkauft.

Typ Baureihe Achsformel Länge Betreiber
LINT 27 640 B’2’ 27,26 m DB Regio, vectus, HEX
LINT 41 648, 1648, 623 B’(2)B’ 41,81 m DB Regio, Abellio Rail NRW, AKN, Arriva, Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (EVB), Hessische Landesbahn (HLB, 10 Stück auf Königsteiner Bahn und Taunusbahn), Lokalbanen (Dänemark), Ostseelandverkehr (OLA), nordbahn (NBE), Nord-Ostsee-Bahn (NOB), NordWestBahn (NWB), Syntus (Niederlande), vectus, erixx, Vestsjællands Lokalbaner (Dänemark) O-Train (Kanada), HEX
LINT 54 622 B’2’+B’B’ & B'2'+2'B' 54,27 m DB Regio, erixx, Netinera, AKN
LINT 81 620 B’2’+B’2’+B’B’ 80,92 m DB Regio, Netinera

LINT 27[Bearbeiten]

LINT 27 (zum Beispiel DB-Baureihe 640)
LINT 27 der DB (Drei-Länder-Bahn)
LINT 27 der DB (Drei-Länder-Bahn)
Nummerierung: DB: 640 001–030
Achsformel: B’2’
Länge: 27,26 m
Leermasse: 41 t
Sitzplätze: ca. 70
Fußbodenhöhe: Niederflurbereich 598 mm 
Hochflurbereich 1.160 mm
Einstieg: 580 mm
Ein LINT 27 von DB Regio NRW auf der Biggetalbahn bei Olpe.

Die einteiligen Triebwagen haben eine Leistung von 315 kW und eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Eine Besonderheit ist die dieselhydraulische Kraftübertragung, während in allen anderen Nachfolgebaureihen ein dieselmechnisches Automatikgetriebe eingebaut wurde. Ein Fahrzeug bietet 52 Sitzplätze in der 2. Klasse, acht Sitzplätze in der 1. Klasse, sowie 13 Klappsitze im Mehrzweckabteil und somit nach offizieller Zählung (Anschriftenraster) 65 Plätze in der 2. Klasse.

Die Fahrzeuge werden vor allem auf nicht elektrifizierten Nebenstrecken in Nordrhein-Westfalen von der DB Regio NRW eingesetzt. Sie sind auf den Strecken Finnentrop – Olpe (Biggetalbahn), Siegen – Bad Berleburg (Rothaarbahn) und Dillenburg – Au (Sieg) unterwegs. Außerdem wurden fünf dieser Triebwagen von DB Regio Südost im Raum Leipzig von 2006 bis zum Fahrplanwechsel 2008 eingesetzt. Als erste Privatbahn Deutschlands bestellte vectus Ende 2004 zehn LINT 27. Diese Fahrzeuge fahren in allen Traktionsvarianten auf den Hauptbahnen zwischen LimburgNiedernhausen–Wiesbaden und Limburg–Koblenz (Lahntalbahn). Weitere Einsatzgebiete sind Limburg – Montabaur – Siershahn (Unterwesterwaldbahn) und Limburg – Westerburg – Hachenburg – Altenkirchen – Au(Sieg) (Oberwesterwaldbahn).

Die Veolia Tochter HEX (Harz-Elbe-Express) setzt die Züge seit 2005 auf den Strecken Halberstadt – Blankenburg und Könnern – Bernburg (Saale) sowie als Verstärkerwagen ein. Die Fahrzeuge werden durch Veolia Verkehr betrieben und bei der VIS Verkehrs Industrie Systeme GmbH Halberstadt gewartet.

Ein neues Einsatzgebiet findet der LINT 27 auf der Oberen Ruhrtalbahn (KBS 435). Dort werden die Fahrzeuge seit Ende April 2008 als Fahrradwagen zur Verstärkung der zweiteiligen LINT 41 eingesetzt. Der enorme Zuspruch des Ruhrtalradweges von Winterberg nach Duisburg machte den Umbau und Einsatz der Fahrzeuge erforderlich, dabei wurde die Innenbestuhlung größtenteils durch Abstellplätze für Fahrräder ersetzt.

LINT 41[Bearbeiten]

LINT 41 (zum Beispiel DB-Baureihe 648)
LINT 41 der DB (Drei-Länder-Bahn)
LINT 41 der DB (Drei-Länder-Bahn)
Nummerierung: 648 001–006, 101–121, 201–207, 251–277, 301–327, 331–355, 450–465
Achsformel: B’(2)B’
Länge: 41,81 m oder 42,17 m
Drehzapfenabstand: 16.500 mm
Drehgestellachsstand: 1.900 mm (Antriebsgestelle)
2700 mm Jakobsgestell
Leermasse: 63,5 t
Installierte Leistung: 2×315 kW, 2×335 kW (Taunusbahn) und 2×390 kW (Augsburg, Bergisches Land)
Tankinhalt: 2 × 800 Liter
Fußbodenhöhe: Niederflurbereich
598 mm (LINT 41) bzw. 780 mm (LINT 41/H)
Hochflurbereich
1.160 mm
Hochflurbereich über Jakobsgestell: 1.038 mm
Einstieg: 580 mm bzw.
780 mm (LINT 41/H)
Klassen: 1./2. (AKN)
Besonderheiten: Rußpartikelfilter (Bauserie Taunusbahn)
LINT 41 der Eurobahn in Hildesheim
LINT 41 der Privatbahn Vectus in Hachenburg

Der LINT 41 besteht aus zwei Wagenhälften, die sich in der Zugmitte auf ein Jakobs-Drehgestell stützen. Die Fahrzeuge haben vier Außentüren, optional ein WC pro Triebzug und einen Traglastenbereich. Bei einigen Verkehrsunternehmen (zum Beispiel Dreiländerbahn, NordWestBahn) befinden sich im Türbereich auch Fahrkartenautomaten. Im Hochflurteil zwischen Triebdrehgestell und Einstiegsbereich beider Wagen sind unterflur die je 315 kW bis 390 kW leistenden Motoren eingebaut und treiben jeweils die Achsen des End-Drehgestells über Kardanwellen und Achsgetriebe an.

Die LINT-41-Triebzüge werden von verschiedenen Eisenbahngesellschaften vor allem im nördlichen Deutschland eingesetzt. Die DB Regionalbahn Schleswig-Holstein setzt unter der DB-Baureihe 648 von Kiel aus sechs dieser Züge (648 001–006) auf der Bahnstrecke Kiel – Neumünster (seit 2009 – zuvor NOB) ein. Seit 2005 setzt DB Regio NRW 29 Fahrzeuge (648 101–121, 201–207) ein. Diese sind auf den Linien Dortmund Hbf – Winterberg, Dortmund Hbf – Iserlohn, Dortmund Hbf – Lüdenscheid, Unna – Neuenrade und Dillenburg – Au (Sieg) unterwegs. Außerdem sind 27 weitere Triebwagen (648 251–277) im Harz-Weser-Netz von Braunschweig aus im Einsatz.

Beim Harz-Elbe-Express (HEX) fahren die LINT 41 seit 2005 auf den Strecken Halle – Halberstadt – Vienenburg und (Berlin –) Magdeburg – Thale

Weitere Bahngesellschaften sind: Abellio Rail NRW, AKN, Arriva, Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (EVB), Hessische Landesbahn (HLB, zehn Stück auf Königsteiner Bahn und Taunusbahn), Lokalbanen (Dänemark), Ostseelandverkehr (OLA), nordbahn (NBE), Nord-Ostsee-Bahn (NOB), NordWestBahn (NWB), Syntus (Niederlande), vectus, erixx (erx, 27 Stück auf Heidebahn und Amerikalinie) und die Vestsjællands Lokalbaner A/S (Dänemark). Eigentümer der in Niedersachsen von Privatbahnen eingesetzten LINT 41 (NordWestBahn, EVB, erixx, bis 2011 auch eurobahn) ist die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen. Deren 24 Triebwagen der ersten Serie werden bis 2015 in Braunschweig bei Alstom modernisiert.[2]

30 der von Arriva eingesetzten Triebzüge gehören der Leasinggesellschaft Alpha Trains, diejenigen der HLB sind Eigentum der „Fahrzeugmanagement Region Frankfurt RheinMain GmbH“ (fahma).

Für das Niers-Rhein-Emscher Netz hat die NordWestBahn 28 Triebwagen vom Typ LINT 41 H bestellt.[3] Das Niers-Rhein-Emscher Netz umfasst die Linien RE 10 Düsseldorf – Kleve, RB 31 Duisburg – Xanten, RB 36 Oberhausen – Duisburg-Ruhrort und die RB 44 Dorsten – Oberhausen.

Aus Bayern gab es Bestellungen für die damalige DB Regio Mittelfranken (heute DB Regio Franken), die die Ausschreibung für das Dieselnetz Nürnberg gewonnen hatte. 27 zweiteilige Züge (LINT 41) wurden ab Januar 2008 als 648 301–327 an DB Regio ausgeliefert.

Die Bayerische Regiobahn (Veolia Verkehr) setzt seit Dezember 2008 16 LINT 41 im Dieselnetz Augsburg II mit einer gesteigerten Motorleistung von 2×390 kW ein, die mit zwei Mercedes-Benz-Sechszylinder-Dieselmotoren ausgerüstet sind. Weitere zehn Züge wurden bis zum Dezember 2009 in Betrieb genommen. Befahren werden die Strecken Augsburg – Weilheim – Schongau, Augsburg – Ingolstadt und Eichstätt Bahnhof – Eichstätt Stadt.

Die Regionalbahn Schleswig-Holstein erbringt ihre Leistungen im sogenannten Ostnetz seit Dezember 2009 mit 25 Lint 41 (648 331–355). Die ersten 648.3 wurden Ende August 2009 ausgeliefert. Sie werden auf den Strecken Lübeck – Puttgarden, Lübeck – Neustadt (Holstein), Lüneburg – Lübeck – Kiel und Büchen – Aumühle eingesetzt.

Technische Daten an einem LINT der Nordwestbahn

Seit Dezember 2011 werden die bis zu 120 km/h schnellen LINT auf den Strecken rund um Soltau, nach Hannover, Buchholz in der Nordheide, Uelzen und Bremen eingesetzt.[4] Dafür bestellte die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen 27 Dieseltriebzüge. Diese Züge besitzen Rußpartikelfilter und Videoüberwachung.

Im Februar 2010 wurde ein weiterer Auftrag über 23 Coradia-LINT-41-Züge mit der Hessischen Landesbahn (HLB) unterzeichnet. Die Züge werden ab Dezember 2011 in Ost- und Mittelhessen auf der Vogelsbergbahn, Rhönbahn und Lahntalbahn zum Einsatz kommen. Mit diesem Auftrag wurden insgesamt über 500 LINT verkauft.

Abellio Rail NRW hat neue Coradia LINT-41-Züge bestellt, die seit dem 15. Dezember 2013 auf der S 7 der S-Bahn Rhein-Ruhr verkehren (früher Der Müngstener).[5]. Sie besitzen eine Einstiegshöhe von 76 cm sowie eine optimierte Crashfront.[6] Außerdem weichen sie vom genannten Leergewicht der bisherigen LINT 41 ab. Sie wiegen rund 72 t und haben ein zulässiges Gesamtgewicht von 92 t, die Achslast beträgt 16 t.

Im Juni 2012 bestellte DB Regio weitere 14 LINT 41 mit 112 Sitzplätzen, hauptsächlich für den Regionalverkehr in Rheinland-Pfalz. Der Einsatz wird im „Dieselnetz Südwest“ ab 2015 erfolgen.[7]

Im Rahmen der im März 2013 gewonnenen Ausschreibung „Teilnetz Ost-West“ Mecklenburg-Vorpommern wird DB Regio weitere LINT 41 für den Betrieb der Regionallinien Lübeck – Bad Kleinen – Pasewalk – Ueckermünde Stadthafen / Stettin ordern.

Technische Probleme[Bearbeiten]

Im Februar 2010 erklärte die Regionalbahn Schleswig-Holstein, dass die Zuverlässigkeit der neuen LINT aufgrund von technischen Problemen noch nicht den Anforderungen genüge.[8] Insbesondere gab es Schäden an den Turboladern; diese wurden geprüft und erforderlichenfalls ausgetauscht.[9]

Fast drei Jahre später, im Dezember 2012, meldet die Landesweite Verkehrsservicegesellschaft Schleswig-Holstein in ihrem Kundenmagazin nah.sh:[10]

„Die Betriebsqualität ist jedoch dadurch getrübt, dass die Regionalbahn Schleswig-Holstein aufgrund von anhaltenden Problemen mit ihren Dieseltriebwagen der Baureihe VT 648 seit Ende Juni planmäßig Altfahrzeuge der Baureihe VT 628 einsetzt. [...]“

LINT 54[Bearbeiten]

LINT 54 (zum Beispiel DB-Baureihe 622)
DBAG 622009 Euskirchen.JPG
Anzahl: 18
Hersteller: Alstom Transport Deutschland
Baujahr(e): ab 2011
Achsformel: B’2’+B’B’
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Kupplung: 54,270 m
Höhe: 4,31 m
Breite: 2,75 m
Leermasse: 98 t
Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
Installierte Leistung: 3 × 390 kW
Leistungsübertragung: mechanisch

Die Dieseltriebwagen des Typs LINT 54 bestehen aus zwei Wagenkästen, welche jeweils auf zwei Enddrehgestellen ruhen. Sie werden u. a. mit Klimaanlage, Notsprecheinrichtung zum Lokführer und einer Videoüberwachung ausgestattet sein.

Planmäßiger Einsatz:

  • auf den sieben Linien des „Kölner Dieselnetzes“ der DB Regio NRW (vareo-Netz)[11] ursprünglich ab Dezember 2013[12]. Hierfür wurden von der DB AG 18 LINT 54 (180 Sitzplätze) und 38 LINT 81 (300 Sitzplätze) bestellt.[13] Durch erhebliche Verzögerungen infolge zahlreicher Fertigungsmängel im Bereich der Software und der Zuverlässigkeit der Funktion der Trittstufen kann die Einführung stufenweise erst in der zweiten Jahreshälfte 2014 erfolgen[14], was ein umfangreiches Ersatzkonzept für den Betrieb des „Kölner Dieselnetzes“ erfordert.[15]

Seit dem 25./26. Mai 2014 gingen die ersten Triebwagen auf der Strecke Bonn–EuskirchenBad Münstereifel in den Planeinsatz.[16] Seit dem 21. Juli 2014 verkehren Dieseltriebwagen des Typs LINT 54 in Kombination mit dem Typ LINT 81 auf der zum „Kölner Dieselnetzes“ gehörenden Kursbuchstrecke 459 (Köln Hansaring–Meinerzhagen) planmäßig[17].

Geplante Einsätze sind:

  • auf den fünf Linien des Teillos 2 des Dieselnetzes Niedersachsen-Südost durch erixx ab Dezember 2014.[18] Die 28 Triebwagen werden nur zwei Antriebsanlagen haben (B’2’+2’B’) und eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h, dafür aber auch nur 157 Sitzplätze.
  • auf der Linie A1 der AKN-Eisenbahn. Die AKN Eisenbahn bestellte 14 LINT-Triebzüge, die ab 2015 auf der Stammstrecke zwischen Hamburg und Neumünster die LHB VT 2E aus dem Jahr 1976 ersetzten sollen.[19]
  • auf den zehn Linien des Dieselnetzes Südwest in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Dieses wird ab Dezember 2014 bzw. Dezember 2015 von der Dieselnetz Südwest GmbH (DNSW) unter dem Markennamen vlexx und der DB Regio Südwest betrieben.[20] Im Juni 2012 bestellte DB Regio 24 LINT 54 mit 160 Sitzplätzen, hauptsächlich für den Regionalverkehr in Rheinland-Pfalz. Der Einsatz wird im Dieselnetz Südwest ab 2015 erfolgen.[7] Die DNSW hat 45 LINT 54 bestellt.
  • auf den Strecken Frankfurt–Saarbrücken und Koblenz–Kaiserslautern ab Dezember 2014. Im September 2012 bestellte die Netinera 63 LINT-Triebzüge. Sie sollen sowohl als LINT 54 (160 Sitzplätze) als auch als LINT 81 (270 Sitzplätze) mit jeweils 140 km/ Höchstgeschwindigkeit gebaut werden.[21][22]

Im April 2013 machte 622 001 der DB erste Probefahrten.[23] Die Premierenfahrt für das Kölner Dieselnetz vom Kölner Hauptbahnhof zum DB Werk in Köln-Deutz fand am 15. Januar 2014 statt. Dabei wurde auch der Markenname vareo präsentiert, der sich aus den Anfangsbuchstaben der Einzugsgebiete Voreifel, Ahrtal, Rhein, Eifel und Oberbergisches Land zusammensetzt.[24]

LINT 81[Bearbeiten]

LINT 81 (zum Beispiel DB-Baureihe 620)
620 502 bei einer Probefahrt in Roth, 8. Januar 2013
620 502 bei einer Probefahrt in Roth, 8. Januar 2013
Anzahl: 38
Hersteller: Alstom Transport Deutschland
Baujahr(e): ab 2011
Achsformel: B’2’+B’2’+B’B’
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Kupplung: 80,92 m
Höhe: 4,31 m
Breite: 2,75 m
Leermasse: 138 t
Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
Installierte Leistung: 4 × 390 kW
Leistungsübertragung: mechanisch

Diese Fahrzeuge sind ähnlich dem LINT 54. Sie haben zusätzlich einen motorisierten Mittelwagen, der zwei eigene Enddrehgestelle hat.

Die deutschen Dieseltriebwagen LINT 81 haben die Baureihenbezeichnung 620 und sollen durch DB Regio Rheinland im Kölner Dieselnetz und von der Regentalbahn AG im Dieselnetz Südwest eingesetzt werden, analog zum oben beschriebenen LINT 54. Die Ausstattung wird ähnlich sein. Der erste Zug der Baureihe 622.0/622.5 wurde Ende 2012 ausgeliefert. Die Zusammensetzung der dreiteiligen Züge lautet 620.0/621.0/620.5.

Die DNSW hat 18 LINT 81 bestellt. [25]


Aktueller Einsatz[Bearbeiten]

Eingesetzt werden die Fahrzeuge (ihrer Stückzahl entsprechend) aktuell (2011) in fast ganz Deutschland. Für folgende Regionen liegt eine Einsatzübersicht vor:


Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alstom LHB Coradia LINT – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Taunusbahn: ALSTOM bei der Umwelt vorn“
  2. eisenbahn magazin 8/2013, S. 20
  3. PDF-Dokument zu den Fahrzeugen der Nordwestbahn im Niers-Rhein-Emscher-Netz
  4. Erixx
  5. Start der neuen S 7 am 15. Dezember 2013
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAlstom liefert neue Züge für den Müngstener. Eisenbahnjournal Zughalt.de, 16. Dezember 2010, abgerufen am 16. Dezember 2010.
  7. a b eisenbahn-magazin 8/2012, S. 14
  8. J.Schulz: Mangelhafte Zuverlässigkeit der neuen Triebwagen VT 648.3. LVS Schleswig-Holstein, 1. Februar 2010, abgerufen am 14. April 2013.
  9. vgl. DB Verkehrsmeldung 024/2010
  10. http://www.nah.sh/assets/Broschueren-Magazine-und-Faltblaetter/nah.sh/LVSnahsh1203.zip
  11. Bahn-Tochter fährt ab 2013 auf der Eifelstrecke
  12. DB Regio Rheinland erhält Zuschlag für regionale Bahnstrecken
  13. Coradia Lint 54 & 81 - Zwei- und Dreiteiler für das Kölner Dieselnetz. Alstom, 22. März 2011, abgerufen am 16. Juni 2013 (PDF; 3,9 MB).
  14. Kölner Dieselnetz: Neue Züge kommen in der zweiten Jahreshälfte zum Einsatz. Hersteller Alstom arbeitet mit Hochdruck daran, Mängel zu beheben. Verkehrsverbund Rhein-Sieg, abgerufen am 2. Mai 2014.
  15. Bahn-Report. Heft 3/2014, S. 25 und 52f.
  16.  Vareo: Erste 620/622 im Planeinsatz. In: eisenbahn-magazin. Nr. 7, Meerbusch 2014, ISSN 0342-1902, S. 20.
  17. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKölner Dieselnetz: Auf der Oberbergischen Bahn (RB 25) fahren seit heute die nagelneuen Züge „Alstom Coradia LINT*“. 21. Juli 2014, abgerufen am 21. Juli 2014.
  18. Neues Bahnunternehmen verbindet Harz und Heide (PDF)
  19. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAKN bekommt ab 2015 neue Dieselzüge. NahverkehrHAMBURG, 6. Mai 2013, abgerufen am 6. Mai 2013.
  20. ZSPNV Süd: Rheinland-Pfalz-Takt an der Nahe, in Rheinhessen und der Pfalz wird verbessert. Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd, 1. September 2011, abgerufen am 19. Januar 2014.
  21. eisenbahn-magazin 11/2012, S. 20
  22. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNETINERA Deutschland und Alstom unterschreiben einen Vertrag über 63 Coradia Lint-Regionalzüge. ALSTOM, 19. September 2012, abgerufen am 14. April 2013.
  23. eisenbahn-magazin 6/2013. S. 17
  24. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format„vareo“: Premiere für zukunftsweisende Fahrzeuggeneration „Alstom Coradia LINT“ im Kölner Dieselnetz. Verkehrsverbund Rhein-Sieg, 15. Januar 2014, abgerufen am 20. Januar 2014.
  25. eisenbahn-magazin 5/2014, S. 20