Baltschik

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Baltschik (Балчик)
Wappen von Baltschik
Baltschik (Bulgarien)
Baltschik
Baltschik
Basisdaten
Staat: Bulgarien
Oblast: Dobritsch
Einwohner: 13.095 (15. Juni 2009)
Fläche: 74,41 km²
Koordinaten: 43° 24′ N, 28° 10′ O43.40833333333328.166666666667199Koordinaten: 43° 24′ 30″ N, 28° 10′ 0″ O
Höhe: 199 m
Postleitzahl: 9600
Telefonvorwahl: (+359) 0579
Kfz-Kennzeichen: TX
Verwaltung
Bürgermeister: Krassimir Michailow
Baltschik - Bulgarien - Nachbarorte: Warna, Dewnja , Kaspitschan, Aytos, Dobritsch, Kardam, Mangalia


Baltschik [bɐɫˈtʃik] (bulgarisch Балчик; andere häufigere Schreibweisen Balchik, Balčik) ist eine kleine Hafenstadt am Schwarzen Meer in Nordosten Bulgariens in der Oblast Dobritsch.

Geografie[Bearbeiten]

Baltschik liegt in der Landschaft Dobrudscha an der Küste zum Schwarzen Meer. Die Stadt liegt etwa 31 Kilometer nordöstlich von Warna. Baltschik hat 13.095 Einwohner (15. Juni 2009) und umfasst eine Fläche von 74,41 km².

Geschichte[Bearbeiten]

Baltschik
Baltschik

Die erste Siedlung an dieser Stelle wurde im 7. Jahrhundert v. Chr. von Ioniern aus Milet gegründet und hieß Krounoi (griech. Κρουνοι; deutsch Frühling). Seit der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. war der Name des Ortes Dionysopolis (griech. Διονυσόπολις) nach Dionysos, dem Gott des Weines. Noch später trug der Ort den altbulgarischen Namen Karwuna. Auf italienischen Portolan-Karten aus dem 14. Jahrhundert wurde Karwuna in der italienischen Form Carbona erwähnt. Die Stadt wurde 1230 in der Dubrovniker Urkunde erwähnt.

Nachdem die Stadt von Bulgarien einverleibt wurde und zum Despotat Dobrudscha gehörte, gab ihr der Bojare Balik den Namen Baltschik. Die Überreste seiner Festung finden sich heute oberhalb des städtischen Krankenhauses von Baltschik, im Stadtviertel Gemidschija (bulg. Гемиджия). Diese Rest sind jedoch fast völlig zerstört und verwittert und kaum noch auszumachen. Im Stadtviertel Wassil Lewskii befinden sich die Überrest der Festung Karwuna, die von den Byzantinern erbaut wurde und sowohl von den Byzantinern, als auch von den Bulgaren während der Zeit des Ersten Bulgarenreichs im 11. Jahrhundert benutzt wurde.

Nach dem Krimkrieg (1853-1856) wurde Baltschik zu einem Zentrum für den Getreidehandel.

Die einst türkische und tatarische Bevölkerungsmehrheit wurde nach der Unabhängigkeit Bulgariens zwischen 1878 und 1913 von Bulgaren und Griechen verdrängt, die meisten Griechen später ebenfalls vertrieben.

Von 1913 bis 1940 gehörte die Stadt zu Rumänien, da die vorher zu Bulgarien gehörende Süddobrudscha nach dem Zweiten Balkankrieg durch Rumänien (im Friedensvertrag von Bukarest) annektiert wurde. Nach dem Vertrag von Craiova wurde Baltschik wieder bulgarisch.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Stadt gibt es einen „Ethnografischen Komplex“, in dem sich ein Museum befindet, das der Epoche der sogenannten bulgarischen Wiedergeburt gewidmet ist.

Schloss und Schlosspark[Bearbeiten]

Die rumänische Königin Maria war von der Lage Baltschiks begeistert und ließ dort ab 1924 ein kleines Sommerschloss und einen Botanischen Garten anlegen. Die Königin soll das Schlösschen nach dem Tode ihres Gemahls zum Liebesnest für einen Muslim im orientalischen Stil ausgebaut haben, worauf ein Minarett im Schlosspark, hindeutet. Mit dem Bau der Sommerresidenz waren die italienischen Architekten Amerigo und Augustino betraut. Die Sommerresidenz umfasst den eigentlichen Palast, der von hohen Türmen umgeben ist, eine Kapelle, in der noch heute nach dem Willen der Königin ihr Herz aufbewahrt wird, eine Villa, in der ursprünglich rumänische Aristokraten beherbergt werden sollten und einen Steinthron unter einem alten Baum, wo Königin Maria gerne saß um aufs Meer zu schauen. Das Sommerschloss ist eine Mischung aus bulgarischen, moldawischen, maurischen und orientalischen architektonischen Elementen. Der Schlosspark ist dem verwinkelten Palast von Knossos nachempfunden, der Ursprung des Mythos vom Labyrinth von Kreta aus der Minotauros-Sage. Die Steine der Kirche im Schloss von Baltschik stammen alle aus Kreta.

Der Schlosspark trägt den Namen Tenha Vuva (Stilles Nest). Er wurde zwischen 1924 und 1936 angelegt, nach einem Entwurf des schweizerischen Landschaftsarchitekten Jules Janine - er war bis zu der Oktoberrevolution in Russland der Hauptgärtner des russischen Zaren Nikolaus II. gewesen. Die Königin starb 1938, zwei Jahre vor der Rückgabe der Region einschließlich ihres Sommerschlosses an Bulgarien. Das Schloss und der Garten wurden zum Kulturdenkmal erklärt.

Mit ihrer Begeisterung für Baltschik zog Königin Maria auch zahlreiche Besucher des rumänischen Adels und rumänische Künstler in das Städtchen.

Im Schlosspark wachsen über 3000 seltene Pflanzenarten, davon über 200 verschiedenen Baumarten. Deshalb wurde der Schlosspark 1955 als botanischer Garten zu einer Außenstelle der Universität Sofia. Er hat eine sehr große Kakteensammlung, über 250 Arten, die nach dem Exotischen Garten von Monaco die zweitgrößte Kakteensammlung Europas ist.

Der nach 1990 zunächst vernachlässigte Botanische Garten wird seit 2004 von der Universität Sofia betreut und ist durch seine Lage an der Meeres-Steilküste eine Attraktion für Landschaftsarchitekten, Botaniker und Touristen.

Verkehr[Bearbeiten]

Blick auf Baltschik

Baltschik liegt an der Hauptstraße, die von Varna nach Mangalia in Rumänien entlang der Schwarzmeerküste verläuft. Außerdem verfügt die Stadt über einen kleinen Seehafen, einen Yachthafen und einen derzeit ungenutzten Flughafen (ICAO-Code LB25), für den es jedoch Überlegungen zur Nutzung durch Billigfluggesellschaften gibt [1].

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hotels in Bulgaria project surge in Russian tourist arrivals at Balchik airport. In: The Sofia Echo. 8. August 2011. Abgerufen am 9. August 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Baltschik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien