Bankenpleite

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Bankenkrach, Wladimir Jegorowitsch Makowskij, 1880

Eine Bankenpleite einer Bank ist die tatsächliche Zahlungsunfähigkeit einer Bank. Mit dem Begriff Bankenpleite ist nicht ein Insolvenzverfahren, sondern der Zustand der Insolvenz gemeint. Gegenüber einer "normalen" Insolvenz gibt es bei einer Bankenpleite deutliche Unterschiede.

Die Zahlungsunfähigkeit der Bank ist so gut wie immer in Überschuldung begründet. Wäre die Bank zahlungsunfähig, aber nicht überschuldet, so könnte sie im Rahmen des Einlagengeschäfts gegenüber der Notenbank leicht Bargeld und andere Zahlungsmittel erwerben, wenn die Notenbank bereit ist, die Schuldtitel der Bank gegen die Bank selbst als werthaltig zu akzeptieren und daher diese Schuldtitel gegen Geld zu kaufen. Die Notenbank ist zu einer solchen Refinanzierung in aller Regel nur dann nicht bereit, wenn die Bank überschuldet ist.

Eine Bankenpleite löst oft einen Zusammenbruch des Einlagengeschäfts einer größeren Anzahl von Banken in der Form aus, dass Kunden mit einem Guthaben bei ihrer Bank schnell versuchen, dieses Guthaben abzuheben, da diese Kunden das Vertrauen in das Bankensystem durch eine Bankenpleite verloren haben, selbst wenn diese Bank (anfangs) nicht von einer Bankenpleite betroffen ist. Ist diese Bank nun ebenfalls überschuldet, dann wird sie ebenfalls zahlungsunfähig und unterliegt somit selbst einer Bankenpleite. Auf diese Weise kann sich eine Bankenpleitewelle über eine ganze Volkswirtschaft ausbreiten. (Dies ist ebenfalls in der Geschichte schon öfter vorgekommen.)

Eine häufige Maßnahme bei Bankenpleitewellen sind Bankfeiertage, also die offizielle Schließung aller Bankfilialen an Tagen, die eigentlich als Bankarbeitstag gelten. Diese Maßnahme wird dann getroffen, wenn eine größere Anzahl von Banken überschuldet ist und somit das Bankensystem ein komplettes Abheben fast aller Guthaben nicht verkraften würde, also all die Banken, die überschuldet sind, auch tatsächlich in die Bankenpleite getrieben werden. Es kann jedoch passieren, dass sich gerade erst dadurch eine lokale Bankenpleite zu einer landesweiten Bankenpleite auswächst, denn durch Bankfeiertage sind auch alle anderen Banken tatsächlich zahlungsunfähig.

Heute versucht man, Bankenpleiten durch Einlagensicherungsfonds abzumildern, welche andere Banken zur Unterstützung der zahlungsunfähigen Banken in der Hinsicht verpflichten, dass der Einlagensicherungsfonds die Auszahlung der Einlagen übernimmt. Allerdings funktioniert dieses System der Einlagensicherung nur, wenn lediglich sehr wenige Banken überschuldet sind und nicht, wie in vielen geschichtlichen Fällen, eine größere Zahl von Banken.

Es wird angenommen, dass zur Stabilisierung des Bank- und Finanzsystems der Staat als Lender of Last Resort Banken in Schieflage rettet. Zur Vermeidung von Schieflagen wurde eine umfassenden Bankenaufsicht eingerichtet, die in der Bundesrepublik Deutschland durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht durchgeführt wird.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Geschichtliche Beispiele

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