Großbank
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Als Großbanken werden die größten privaten Kreditinstitute eines Landes sowie international bedeutende Banken bezeichnet.
In Deutschland gelten die Deutsche Bank, die Commerzbank, die HypoVereinsbank und die Deutsche Postbank - die auch unter dieser Position in der Bankenstatistik der Deutschen Bundesbank zusammengefasst werden -, als Großbanken. Sie stellen das Schwergewicht der Privaten Gruppe dar. Die durchschnittliche Bilanzsumme der Großbanken entsprach im Jahr 2003 etwa 32 % der Summe aller Kreditinstitute und belief sich im Jahre 2006 auf 1,3 Billionen Euro.
In Österreich werden zur der Gruppe der privaten Großbanken die Bank Austria Creditanstalt, die Erste Bank und die Bank für Arbeit und Wirtschaft (BAWAG) gezählt.
In der Schweiz gelten die UBS und die Credit Suisse als private Großbanken.
International führende Banken sind HSBC, Bank of America, JP Morgan Chase, Citigroup, Royal Bank of Scotland, Banco Santander, Barclays, Wells Fargo, Goldman Sachs, Crédit Agricole, BNP Paribas, UniCredit, Société Générale, Tokyo-Mitsubishi-UFJ-Bank, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, Banca Intesa, ING Group, ICBC, HBOS, Lloyds TSB.[1]
Als weitere große Banken in Europa sind KBC Group, Dexia, DZ Bank, Crédit Mutuel, Rabobank, SEB, Sberbank, Standard Chartered Bank zu nennen.
Weitere international bekannte Namen sind Westpac, Banco Itaú, Banco Bradesco, China Construction Bank, Royal Bank of Canada, Toronto-Dominion Bank, ICICI Bank, Mizuho Financial Group, Sumitomo Mitsui Financial Group, State Street, SunTrust Banks, U.S. Bancorp
[Bearbeiten] Kennziffern
In den nachfolgenden Tabellen werden einige Kennzahlen dargestellt, mit denen Großbanken häufig beschrieben werden. Die Erträge werden wie in der Branche üblich als Summe aus Zinsüberschuss, Provisionsergebnis, Handelsergebnis und sonstigen zinsunabhängigen Erträgen vor Risikovorsorge ausgewiesen. Die Gegenüberstellung der Jahre 2008 und 2007 zeigt einige deutliche Verschiebungen, die sich aufgrund der Finanzkrise 2007/2008 ergeben haben, weil die Institute hiervon sehr unterschielich betroffen waren. Zur Vergleichbarkeit sind alle abweichenden Währungsbeträge in Euro umgerechnet (USD, GBP und CHF).[2]
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Bis auf die beiden spanischen Banken (Santander und Bilbao) haben alle Gesellschaften Rückgänge der Erträge von 2007 auf 2008 zu verzeichnen. Einige, wie die Citigroup, die RBoS, Goldman Sachs, die Deutsche Bank, Lloyds sowie die beiden Schweizer Banken sind hiervon besonders betroffen. Ursache für die starken Rückgänge ist hier, dass die Abschlüsse im Handelsgeschäft netto ausgewiesen werden (Erträge minus Aufwendungen) und bei Verlusten aus Handelsgeschäften sich somit negative Erträge ergeben. Die aufaddierten Erträge der hier aufgeführten internationalen Banken verminderten sich von 687 Mrd. Euro in 2007 auf 533 Mrd. Euro im Jahr 2008. Diese Zahl reflektiert nicht, dass große Gesellschaften wie ABN Amro, Merrill Lynch, Lehman Brothers, Bear Stearns oder Fortis das Jahresende 2008 als eigenständige Unternehmen nicht mehr erlebt haben. Die aufaddierten Ergebnisse dieser Gesellschaften, die im Jahr 2007 noch 143 Mrd. Euro betrugen, brachen im Jahr 2008 deutlich ein. Es ergibt sich in Summe ein saldierter Verlust von 35 Mrd. Euro, der insbesondere durch die hohen Verluste bei der RBoS, der Citigroup und der UBS geprägt ist. Durch Kapitalmaßnahmen des jeweiligen Staates und teilweise aufgrund der Aufnahme von neuem Kapital am Markt erhöhte sich trotz dieser Verluste das addierte Eigenkapital der hier betrachteten Gesellschaften von 1.106 Mrd. Euro auf 1.189 Mrd. Euro.
Gemessen an der Größe der internationalen Großbanken belegt aus dem deutschsprachigen Raum nur die Deutsche Bank einen mittleren Platz im Ranking der Großbanken. Die beiden Schweizer Banken, UBS und Crédit Suisse, bewegen sich am unteren Rand dieses Spektrums, das die Commerzbank auch nach der Fusion mit der Dresdner Bank nur knapp erreicht. Die Bank Austria und die HVB als Teilkonzerne von UniCredit tragen zusammen weniger als die Hälfte zu den Erträgen der Gruppe bei. Die eingeleitete Übernahme der Postbank wird die Deutsche Bank in der Rangfolge der hier genannten Großbanken nur unwesentlich voran bringen.
Die Beurteilung der Daten des Jahres 2008 ist für den Außenstehenden besonders schwierig, weil nicht deutlich ist, in welchem Umfang die durch die Finanzkrise verursachten Ergebnisveränderungen nachhaltig wirken. Insbesondere berücksichtigen sie noch nicht, dass sich im Zuge der Krise einige wesentliche strukturelle Veränderungen ergeben haben. Hierzu zählen beispielsweise die Übernahmen von Merril Lynch durch die Bank of America, der Kauf der Großsparkasse Wachovia durch Wells Fargo oder der Zusammenschluss den Lloyds TSB und HSOB zur Lloyds Banking Group.
[Bearbeiten] Weblink
- Übersichtsartikel in „die bank“ 10/2008
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Forbes:The Global 2000
- ↑ Alle Daten sind aus den Geschäftsberichten der jeweiligen Gesellschaften aus dem Jahr 2008 entnommen. Ergebnis und Eigenkapital werden einschließlich Fremdanteilen erfasst. Die Umrechnungen in Euro erfolgten zu folgenden Kursen: 1 USD =0,717 am 31. Dezember 2008 bzw. 0,679 am 31. Dezember 2007 für die Bilanzwerte; Erträge und Ergebnis werden mit Durchschnittskuren umgerechnet mit 1 USD = 0,684 für 2008 bzw. 0,731 für 2007; 1 GBP = 1,045 am 31. Dezember 2008 bzw. 1,363 am 31. Dezember 2007 und 1,255 in 2008 bzw. 1,462 in 2007 (Kurse gem. Geschäftsbericht der HSBC); Franken wurden umgerechnet mit 1 CHF = 0,711 am 31. Dezember 2008 bzw. 0,599 am 31. Dezember 2007 sowie 0,678 in 2008 und 0,645 in 2007 (nach der Dollar-Relation im Geschäftsbericht der Crédit Suisse)

