Baphomets Fluch: Der schlafende Drache

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Baphomets Fluch: Der schlafende Drache
Originaltitel Broken Sword: The Sleeping Dragon
Studio Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Revolution Software
Publisher Vereinigte StaatenVereinigte Staaten THQ
Leitende Entwickler Charles Cecil, Steve Ince
Erstveröffent-
lichung
2003
Plattform Windows, PlayStation 2, Xbox
Spiel-Engine RenderWare
Genre Adventure
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung Tastatur, Maus, Gamepad
Systemvor-
aussetzungen
Medium CD-ROM, DVD-ROM, Download
Sprache Deutsch
Altersfreigabe
USK ab 6 freigegeben
PEGI ab 12+ Jahren empfohlen

Baphomets Fluch: Der schlafende Drache (engl. Originaltitel: Broken Sword: The Sleeping Dragon) ist ein Adventure-Videospiel des britischen Entwicklerstudios Revolution Software für PlayStation 2, Xbox und Windows. Es ist der dritte Teil der Baphomets-Fluch-Serie und wurde von THQ im Oktober 2003 veröffentlicht, sechs Jahre nach dem Vorgänger Baphomets Fluch 2. Im Vergleich zu seinen Vorgängern wurde die grafische Präsentation auf 3D umgestellt und die indirekte Point-and-Click-Steuerung durch eine direkte Steuerung der Spielfiguren ersetzt.

Handlung[Bearbeiten]

Der US-amerikanische Patentanwalt George Stobbart reist auf Bitten eines Klienten in den Kongo. Unterwegs gerät sein Flugzeug in einen Sturm und stürzt ab. Nachdem George sich und den Piloten von der Absturzstelle am Rande einer Schlucht in Sicherheit bringen konnte, findet er seinen Klienten schließlich ermordet in seiner Forschungseinrichtung auf. Zeitgleich zu Georges Aufenthalt in Afrika wird die französische Journalistin Nico Collard von einem Hacker in Paris kontaktiert, der das sogenannte Voynich-Manuskript entschlüsselt und darin Informationen über den Weltuntergang gefunden haben will. Doch als Nico diesen in seiner Wohnung aufsuchen will, findet sie diesen ebenfalls tot auf. Wie es sich herausstellt, stehen beide Verbrechen in einem unmittelbaren Zusammenhang, und es kommt zum Wiedersehen zwischen George und Nico. Beide finden heraus, dass der als besiegt geglaubte Templerorden noch immer existiert und für die Morde verantwortlich ist. Um die Machenschaften des Orden zu bekämpfen, bereist das Paar verschiedene Schauplätze in Paris, Prag, Glastonbury und Ägypten.

Spielprinzip[Bearbeiten]

Die Hauptfiguren des Spiels, George Stobbart und Nicole Collard, werden vom Spieler abwechselnd gesteuert. Anders als in den Vorgängerspielen werden die Spielfiguren in diesem Teil jedoch direkt mit Hilfe der Tastatur (PC) bzw. des Gamepads (Spielkonsole) durch die dreidimensionale Spielwelt gesteuert. Das grundlegende Spielprinzip blieb jedoch unverändert. Das Spiel ist szenisch aufgebaut, der Spieler betrachtet das Geschehen aus einer Third-Person-Perspektive mit wechselnden, aber vorgegebenen Kamerapositionen. Hauptaugenmerk liegt auf dem Lösen von Rätseln. Dabei handelt es sich zumeist um genretypische Dialog- sowie Gegenstands- und Kombinationsrätsel. Nähert sich die Spielfigur einem Objekt oder ein Person, mit der sie interagieren kann, werden entsprechende Symbole eingeblendet. Auf Tastendruck wird eine entsprechende Aktion ausgelöst.

Im Vergleich zu den Vorgängern neu sind Kletteraufgaben und eine große Anzahl an Schieberätsel, bei denen ähnlich wie in Sokoban[1] Kisten vom Spieler aktiv in entsprechende Positionen gebracht werden müssen, um ansonsten unzugängliche Passagen erreichen zu können. Daneben gibt es Schleichpassagen, bei denen der Spieler seine Figur von anderen Spielfiguren und Überwachungseinrichtungen unbemerkt zum nächsten Schauplatz bewegen muss. An einigen Stellen setzt das Spiel zudem auf Actioneinlagen, bei denen der Spieler unter Zeitdruck agieren muss (Quick-Time-Events). Ebenfalls anders als in den Vorgänger droht dem Spieler kein Game over mehr. Kann er entsprechende Passagen nicht rechtzeitig lösen, wird die Figur an den Beginn des Rätselabschnitts zurückversetzt und kann diese unbeschränkt bis zur gewünschten Lösung wiederholen. Ähnliches gilt für die Schieberätsel, bei denen die Kisten durch ein kurzfristiges Verlassen der Szene wieder in die Ausgangsposition zurückversetzt werden.

Entwicklung[Bearbeiten]

Mit Baphomets Fluch: Der schlafende Drache wandte sich Revolution Software ab von der Point-and-Click-Steuerung der Vorgängertitel. Als Grund nannte Revolution-Chef und Lead Designer Charles Cecil The point-and-click adventure is dead. (deutsch: „Das Point-and-Click-Adventure ist tot“).[2] Stattdessen setzte der Entwickler auf neue Spielmechaniken, Geschicklichkeitseinlagen wie Schleichpassagen und kleinere Physikrätsel in Form von Kistenschieben. Daneben gibt es kleinere Actioneinlagen. Ziel der neuen Spielmechaniken war es, den Spieler unter Druck zu setzen.[3]

Der Soundtrack des Spiels wurde von Ben McCullough komponiert, der auch als Audio Director fungierte.

Sprecherliste[Bearbeiten]

Rolle deutscher Sprecher englischer Sprecher
George Stobbart Alexander Schottky Rolf Saxon
Nicole Collard Franziska Pigulla Sarah Crook
André Lobineau Pius Maria Cüppers

Rezeption[Bearbeiten]

Wertungsspiegel
Deutschsprachiger Raum
Publikation Wertung
4Players 83 %[4]
Gamestar 73 %[5]
PC Games 79 %[1]
International
Edge 9 von 10[6]
Eurogamer.net 6 von 10[7]
GameSpot 8.1 von 10 (Win)[8]
7.7 (Xbox)[9]
IGN 8.4 von 10[10]
Metawertungen
GameRankings 82,71 % (Win)[11]
77,15 % (Xbox)[12]
62,00 % (PS2)[13]
Metacritic 82 von 100 (Win)[14]
77 (Xbox)[15]

Das Spiel erhielt mehrheitlich positive Kritiken (Metacritic: 82 von 100 (Windows) / 77 (Xbox))[14][15] Ein häufiger Kritikpunkt war dabei die große Zahl an Kistenschieberätseln,[1][4][5][10] was von Entwickler Charles Cecil im Rückblick eingeräumt wurde.[3] Kritik gab es auch an dem als zu leicht empfundenen Rätseldesign. Lobend hervorgehoben wurden hingegen die cineastische Inszenierung,[4] sowie die deutsche und englische Synchronisation.[1][10]

„Kompliment an die Storyschreiber rund um Charles Cecil: Die Geschichte von Baphomets Fluch ist spannend und lässt einem die Charaktere so sehr ans Herz wachsen, dass man bis zum Schluss mitfiebert. Dank der genialen Inszenierung mit kinoreifer Kameraführung, humorvollen Szenen und pointierten Dialogen […] kommt echtes Filmfeeling auf. […] Aufgrund der schwachen Rätsel ist der Spaß jedoch viel zu schnell vorbei; viel zu früh flimmerte der Abspann über meinen Bildschirm. Ohne zeitraubende Hangeleien und Zwischensequenzen, in denen man plötzlich zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Knopf drücken muss, wär’s vermutlich noch schneller gegangen.“

David Bergmann: PC Games[1]

„Baphomets Fluch ist ein erfrischend anderes Adventure, sehr angenehm zu spielen und weist mit seinem cineastischen Ansatz in die richtige Richtung!“

Jörg Luibl: 4Players[4]

„Gutes Adventure mit nervigen Kisten-Puzzles.“

– Gamestar[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e David Bergmann: Baphomets Fluch 3. In: PC Games. Computec Media. 8. Dezember 2003. Abgerufen am 6. September 2013.
  2. http://www.ign.com/articles/2002/08/29/ects-2002-broken-sword-the-sleeping-dragon-3
  3. a b http://www.adventure-treff.de/artikel/interviews.php?id=43
  4. a b c d Jörg Luibl: Test: Baphomets Fluch: Der schlafende Drache. In: 4Players. freenet AG. 19. November 2003. Abgerufen am 6. September 2013.
  5. a b c http://www.gamestar.de/spiele/baphomets-fluch-der-schlafende-drache/wertung/43237.html
  6. Broken Sword 3: The Sleeping Dragon review (englisch) In: Edge. Future, plc. 1. Dezember 2003. Abgerufen am 6. September 2013.
  7. Kristan Reed: Broken Sword: The Sleeping Dragon Review (englisch) In: Eurogamer.net. Gamer Network. 18. November 2003. Abgerufen am 6. September 2013.
  8. Scott Osborne: Broken Sword: The Sleeping Dragon Review (englisch) In: Gamespot. CNET. 25. November 2003. Abgerufen am 6. September 2013.
  9. Scott Osborne: Broken Sword: The Sleeping Dragon Review (englisch) In: Gamespot. CNET. 15. Dezember 2003. Abgerufen am 6. September 2013.
  10. a b c Staci Krause: Broken Sword: The Sleeping Dragon Review (englisch) In: IGN. 25. November 2003. Abgerufen am 6. September 2013.
  11. GameRankings: Durchschnittliche Wertung der Windows-Fassung, basierend auf 35 Artikeln. Abgerufen am 6. September 2013.
  12. GameRankings: Durchschnittliche Wertung der Xbox-Fassung, basierend auf 33 Artikeln. Abgerufen am 6. September 2013.
  13. GameRankings: Durchschnittliche Wertung der PS2-Fassung, basierend auf 7 Artikeln. Abgerufen am 6. September 2013.
  14. a b Metacritic: Durchschnittliche Wertung der Windows-Fassung, basierend auf 32 Artikeln. Abgerufen am 6. September 2013.
  15. a b Metacritic: Durchschnittliche Wertung der Windows-Fassung, basierend auf 24 Artikeln. Abgerufen am 6. September 2013.