Bazas

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Bazas
Wappen von Bazas
Bazas (Frankreich)
Bazas
Region Aquitaine
Département Gironde
Arrondissement Langon
Kanton Bazas
Koordinaten 44° 26′ N, 0° 13′ W44.431944444444-0.2116666666666780Koordinaten: 44° 26′ N, 0° 13′ W
Höhe 34–123 m
Fläche 37,29 km²
Einwohner 4.709 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 126 Einw./km²
Postleitzahl 33430
INSEE-Code
Website http://www.ville-bazas.fr/

Rathaus

Bazas (Basats auf gascognisch) ist eine französische Stadt mit 4709 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Gironde in der Region Aquitanien.

Der Name Bazas leitet sich von civitas basatica her, „Stadt der Vasaten“. Ihr antiker Name war Cossium, eine Latinisierung des aquitanischen *koiz, gascognisch Coç, Hügel.

Geografie[Bearbeiten]

Bazas liegt 15 km südlich von Langon und 60 km südöstlich von Bordeaux in den sanften Hügeln am Fuße der Wälder der Landes de Gascogne und wird vom Fluss Beuve durchquert.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Existenz einer befestigten Siedlung an dieser Stelle ist seit Beginn der Eisenzeit nachgewiesen. Der Besitz einer Mauer mit monumentalen Toren verschaffte ihr schon bald eine militärische Bedeutung sowie eine gewisse Überlegenheit.

Bazas liegt am Jakobsweg nach Santiago de Compostela und war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Bischofssitz. Als Sitz eines Präsidialgerichts hatte es zudem zentrale administrative und rechtliche Funktionen, so dass es sich sehr schnell als einflussreichster Ort der Region etablieren konnte. Seinem Ruf verdankte es den Besuch so illustrer Persönlichkeiten wie Richard Löwenherz und Kaiser Karl V.

Während des Hundertjährigen Krieges war Bazas zwischen Frankreich und England umkämpft. Seit 1441 gehörte es wieder zu Frankreich.

1562 während der Hugenottenkriege eroberte der protestantische Heerführer Durfort (von Duras) die Stadt. Er ließ den katholischen Geistlichen die Lippen abschneiden[1].

Ludwig XIV. übernachtete bei seiner Rückkehr aus Saint-Jean-de-Luz, wo er Maria Theresia von Spanien geheiratet hatte, in der Stadt.[2].

Bazas erhielt sich aus dieser goldenen Zeit herausragende Bauwerke. Unter ihnen ist die gotische ehemalige Kathedrale St. Jean-Baptiste de Bazas das wichtigste, sie ist seit 1840 als geschütztes historisches Monument eingestuft. Sie wurde zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert errichtet und in den Jahren 1583 bis 1655 wieder aufgebaut.

Bazas war bis 1923 auch der Name eines Arrondissements, als es zu Gunsten des Arrondissement Langon aufgelöst wurde, zu dem auch das Arrondissemen La Reole hinzugeschlagen wurde.

Siehe auch: Liste der Bischöfe von Bazas

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009
Einwohner 4453 4567 4748 4704 4379 4357 4660

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Bazas wird eine Rinderrasse unter dem Namen Bazadaise gezüchtet, die Stadt unterhält einen Schlachthof. In der Region wird Landwirtschaft und Viehzucht betrieben; die Wälder im Südosten ermöglichen eine umfangreiche Holzwirtschaft. Bazas hat eine Reihe von Industriebetrieben in den Bereichen Metall, Holz, Lebensmittel, Keramik und Textil.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Platz vor der Kathedrale von Bazas

Am zentralen Platz steht die Kathedrale Saint-Jean-Baptiste (Johannes der Täufer). Dieses 83 Meter lange Bauwerk unterliegt als Monument historique dem Denkmalschutz und ist seit 1998 Teil des Weltkulturerbes der UNESCO „Jakobsweg in Frankreich“.

Die Kathedrale wurde im 13. und 14. Jahrhundert nach dem Modell der großen nordfranzösischen Kathedralen errichtet. Ihren ursprünglichen Ruf erreichte sie durch eine dort aufbewahrte Reliquie mit dem Blut Johannes des Täufers. 1561 wurde sie von Hugenotten verwüstet, das dreifache Portal, eines der schönsten Beispiele der Bildhauerkunst der Gironde, konnte jedoch vor der Zerstörung gerettet werden. Mit Geld des französischen Parlamentes und unter großem persönlichen Einsatz des Bischofs Arnaud de Pontac konnte die Kirche zwischen 1583 und 1635 wieder aufgebaut werden.

In der Zeit der französischen Revolution ging die Johannes-Reliquie verloren. Der Kreuzgang wurde zerstört, ebenso wie Mobiliar und Chorgitter. Die Letzteren konnten im 19. Jahrhundert durch Spenden ersetzt werden, darunter vor allem ein Altar aus der Zisterzienser-Abtei von Rivet.[3]

Das zentrale Portal zeigt das letzte Gericht sowie die Geschichte von Johannes dem Täufer. Das Innere des Baus ist bemerkenswert durch sein langes und enges Kirchenschiff.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

  • der bischöfliche Garten mit Überresten aus dem Zeitraum von der Eisenzeit bis ins 15. Jahrhundert
  • die Brèche, eine Ausfallpforte
  • der Sultansgarten mit Rosengarten
  • das Gisquet-Tor
  • das ehemalige Präsidialgericht
  • die Markthalle im Rathaus
  • die Pferderennbahn aus dem 19. Jahrhundert
  • der Justizpalast aus dem 19. Jahrhundert, bis 2007 Sitz eines Amtsgerichtes (Tribunal d'instance)
  • das Ursulinenkloster aus dem 17. Jahrhundert

Partnerstadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Pierre Miquel: Les Guerres de religion. Club France Loisirs, ISBN 2-7242-0785-8, S. 234.
  2. Gedenkplakette an der Hauswand
  3. Zur Baugeschichte WHC Nomination Documentation (PDF, 93 MB!), Bewerbungsunterlagen für die Ernennung zum Welterbe, hier: Abschnitt „Bazas, Ancienne Cathedrale Saint-Jean-Baptiste“

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bazas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien