Bejaia

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بجاية,Bugia
Bejaia, Vgaiet
Bejaia, Vgaiet (Algerien)
Bejaia, Vgaiet
Bejaia, Vgaiet
Koordinaten 36° 45′ N, 5° 4′ O36.7472222222225.0747222222222Koordinaten: 36° 45′ N, 5° 4′ O
Basisdaten
Staat Algerien

Provinz

Bejaia
Einwohner 115.000
Blick auf Bejaia,Vgaiet
Blick auf Bejaia,Vgaiet

Bejaia oder Vgaiet (auch: Béjaïa; dt. Budschaja; frz. Bougie; it. Bugia; arabisch ‏بجاية‎, Bidschāya, kabylisch Bgayet, Vgaiet) ist eine Hafenstadt am Mittelmeer in der gleichnamigen Provinz im Nordosten Algeriens.

Sie liegt etwa 200 km östlich der Hauptstadt Algier am westlichen Ufer der gleichnamigen Bucht.

Die Stadt Bejaia gilt als die Hauptstadt der Kleinen Kabylei, in der es in jüngster Zeit häufiger zu Zusammenstößen zwischen der berbersprachigen Bevölkerung und der algerischen Zentralregierung kam, bei denen es etliche Todesfälle gab. Bejaia ist etwa die zehntgrößte Stadt Algeriens und hat etwa 115.000 Einwohner. Sie verfügt über eine Universität (Université de Béjaia).

Bekannt wurde die Stadt auch deshalb, weil Leonardo Fibonacci dort die arabischen Zahlen kennenlernte und sie später deren Ausbreitung in Europa förderte. Eine gerade erschienene mathematisch-historische Analyse zum Leben des Fibonacci, insbesondere zu seinem Aufenthalt in der nordafrikanischen Hafenstadt Bejaia, kam zu dem Schluss, dass der Hintergrund der Fibonacci-Folge gar nicht bei einem Modell der Vermehrung von Kaninchen zu suchen ist, sondern vielmehr bei den Bienenzüchtern von Bejaia und ihrer Kenntnis des Bienenstammbaums zu finden ist. Zu Leonardos Zeit war Bejaia ein wichtiger Exporteur von Bienenwachs, worauf noch heute der französische Name der Stadt (Bougie, wie das frz. Wort für Kerze) hinweist[1].

Geschichte[Bearbeiten]

Die von den Karthagern gegründete Stadt entwickelte sich während der Zeit des Römischen Reiches unter dem Namen Saldae oder Civitas Salditana zu einem bedeutenden Militär- und Handelsstützpunkt. Im 5. Jahrhundert nach Christus wurde sie von dem Vandalenkönig Geiserich eingenommen und befestigt. Sie wurde später von Berbern besetzt. Die Stadt wurde 1062 Sitz des Herrscherhauses der Hammadiden und blieb für viele Jahre eine der wichtigsten Hafenstädte Nordafrikas. Mit der sich abwechselnden Besetzung des Gebietes durch Spanier und Türken sank die Bedeutung der Stadt immer mehr, bis schließlich zu Beginn des 19. Jahrhunderts kaum mehr als Ruinen geblieben waren. Nach der Einnahme durch die Franzosen 1833 erlangte die Stadt jedoch einiges von ihrem früheren Wohlstand zurück. Der Hafen wurde erweitert und modernisiert, die Stadt wurde auch noch durch eine Nebenstrecke an die Bahnstrecke Tunis - Oran angeschlossen. Seit 1963 hat die Stadt ihren heutigen Namen, vorher hieß sie Bougie.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die wichtigsten Handelswaren sind Wein, Bodenschätze, Tierhäute und Öle.

Denkmal des unbekannten Soldaten (Algerienkrieg), in Richtung des Hafens und der Metropole.
Seen von Bejaia: Blick auf die industriellen Anlagen und zum Flughafen

Ehemalige Partnerstadt[Bearbeiten]

Im Jahr 1956 wurde eine Städtepartnerschaft zwischen Bejaia und Bad Homburg vor der Höhe vereinbart. Es war damals die einzige Städtepartnerschaft mit Algerien und nur eine von sechs zwischen Deutschland und Afrika. Mit der Machtergreifung Ben Bellas 1963 wurde diese Städtepartnerschaft von algerischer Seite beendet. Der Versuch einer Reaktivierung der Städtepartnerschaft durch den Bürgermeister Bejaias im Jahr 1975 scheiterte.[2] Die Stadt hat eine Städtepartnerschaft mit Brest, Frankreich[3].

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bejaia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. T.C. Scott, P. Marketos: On the Origin of the Fibonacci Sequence (Englisch, PDF) MacTutor History of Mathematics archive, University of St Andrews. 23. März 2014. Abgerufen am 25. Juni 2014.
  2. Johannes Latsch, "Sackgasse nach Afrika", in: Jahrbuch des Hochtaunuskreises 2008, ISBN 978-3-7973-1049-1, Seite 164-166
  3. http://www.brest.fr/developpement-rayonnement/relations-internationales/les-jumelages.html