Berlstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Berlstedt
Berlstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Berlstedt hervorgehoben
51.06111111111111.244166666667228Koordinaten: 51° 4′ N, 11° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Weimarer Land
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Berlstedt
Höhe: 228 m ü. NN
Fläche: 18,94 km²
Einwohner:

1.848 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99439
Vorwahl: 036452
Kfz-Kennzeichen: AP
Gemeindeschlüssel: 16 0 71 007
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 23
99439 Berlstedt
Webpräsenz: www.vg-berlstedt.de
Bürgermeisterin: Sylvia Engel
Lage der Gemeinde Berlstedt im Landkreis Weimarer Land
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Kirche

Berlstedt ist eine Gemeinde im Norden des Landkreises Weimarer Land und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Berlstedt. Weitere Ortsteile der Gemeinde Berlstedt sind: Hottelstedt, Stedten am Ettersberg, Ottmannshausen, Ballstedt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Im Ingelheimer Protokoll vom 18. Mai 876 wurde ein Ort Namens Berolfestetin erwähnt. Burg und Dorf gehörten dem Kloster Fulda und wurden als Lehen einem „Berlof“ gegeben. Die Burgstelle befand sich an der Nordostecke des Dorfes. Es war eine Herrenburg. 1157,1222/23 und 1240 wurden Herren von Berlstedt erwähnt.[2] In Folge des Thüringer Grafenkrieges wurde die Burg zerstört. Im Jahr 1391 vergab Landgraf Balthasar von Thüringen der Stadt Erfurt Berlstedt als Lehen. Durch die Lage an der Via Regia entwickelte sich die Gemeinde zunächst positiv. Unter anderem wurde eine Posthalterei eingerichtet. Allerdings wurde der Ort in Kriegszeiten durch seine Lage an einer Heerstraße oft von Plünderungen heimgesucht. 1514 wurde der Ort von den Herren zu Weimar überfallen. Im Dreißigjährigem Krieg zogen mehrfach Söldnerheere durch den Ort. Nach der Schlacht von Jena und Auerstedt im Jahr 1806 wurde der Ort durch französische Soldaten geplündert. Im Jahr 1538 wurde im Ort eine Schule eröffnet.

1815 gelangt Berlstedt in den Herrschaftsbereich des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach. Im Mai 1829 wurde fast der gesamte Ort durch einen Großbrand vernichtet. Im Jahr 1874 wurde ein neues Schulgebäude eingeweiht, welches heute noch als Schulhort genutzt wird. Neben der Landwirtschaft wurde in der Umgebung von Berlstedt Torf abgebaut. Im Jahre 1894 eröffnete eine Molkerei im Ort.

1938 wurde am Ortsrand ein Außenlager des KZ Buchenwald errichtet. In der angeschlossenen Ziegelei und in der Kläranlage, die zu den SS-eigenen Deutschen Erd- und Steinwerken („DEST“) gehörten, mussten die dort lebenden 250 Häftlinge Zwangsarbeit verrichten. Dabei kam eine unbekannte Anzahl von ihnen ums Leben.

Im Jahr 1951 wurde eine neue Schule mit 17 Klassenräumen eingeweiht. Das Schulgebäude dient bis heute den umliegenden Gemeinden als Zentralschule. 1968 entstand der erste Gemeindeverband der DDR mit Berlstedt als Hauptgemeinde, der die Grundlage der heutigen Verwaltungsgemeinschaft bildet. 1971 wurde im Dorf die größte Milchviehanlage der DDR eröffnet. 2.000 Kühe waren gemeinsam in einem Stall untergebracht. Die Landwirtschaft erreichte in den Folgejahren fast industriemäßige Ausmaße. Der Viehbestand umfasste unter anderem 5.000 Rinder, dazu wurde eine Nutzfläche von 36.000 Hektar bewirtschaftet.

Am 1. Dezember 2007 wurde Hottelstedt eingemeindet.[3]

Blick auf Berlstedt

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Johann Georg Schröter, getauft am 20. August 1683 in Berlstedt, lernte Orgelbau bei dem Berlstedter Johann Conrad Vockeroth und wirkte ab 1712 als Orgelbauer in Erfurt
  • Franciscus Volckland, geboren am 5. Juni 1696 in Berlstedt, Schüler von Schröter, einer der bedeutendsten Orgelbauer Thüringens
  • Johann Georg Stein, getauft am 19. Juli 1712 in Berlstedt, Neffe von Johann Georg Schröter, lernte bei diesem den Orgelbau und wurde sein Mitarbeiter, zog um 1745 nach Norddeutschland und wurde Orgelbauer in Uelzen, später Lüneburg
  • Charlotte von Ahlefeld, * 6. Dezember 1777 in Ottmannshausen) war eine deutsche Schriftstellerin

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Folgende Objekte wurden in die Denkmalliste des Kreises Weimarer Land aufgenommen:

  • Kirche

Die Kirche wurde im Jahr 1696 geweiht.

  • Todesmarschstele, Ballstedter Straße
  • Wappentafel an Haus Nr. 87
  • Tor und Portal, Marktgasse 80
  • Waidmühlstein an der Kirche

[Bearbeiten] Literatur

  •  Uwe Risch: Die Herren von Berlstedt und Allerstedt. Rockstuhl, Bad Langensalza 2001, ISBN 3-934748-93-7, S. 120.
  • Ursula Püschel: Unterwegs in meinen Dörfern: Bericht von Berlstedt am Ettersberg. Hinstorff, Rostock, 1980.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
  2. Michael Köhler:Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche WohnplätzeJenzig-Verlag,2001,ISBN 978-3-86777-202-0,S.65
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2007

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Berlstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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