Blasenmole

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Klassifikation nach ICD-10
D39.2 Invasive Blasenmole
O01.0 Klassische Blasenmole
O01.1 Partielle oder inkomplette Blasenmole
O01.9 Blasenmole, nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2006)
Histologisches Bild einer Blasenmole. HE-Färbung

Die Blasenmole (Mola hydatidosa) ist eine Störung der Embryonalentwicklung in der Schwangerschaft, auch als Bastl bekannt. Durch eine Erweiterung der kleinen Plazentagefäße kommt es zu einer blasenartigen Umwandlung der Plazentazotten mit Einschmelzung des umgebenden Bindegewebes. Der Trophoblast zeigt eine gesteigerte Proliferationsaktivität. Es wird zwischen partieller (90%) und vollständiger (10%) Blasenmole unterschieden. Die Übergänge zwischen der destruierenden (invasiven) Blasenmole und dem Chorionepitheliom sind fließend und in der Literatur nicht einheitlich.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Pathogenese

Zur kompletten (vollständigen) Blasenmole kommt es, wenn der maternale haploide Chromosomensatz der Eizelle (durch einen noch unbekannten Mechanismus) verlorengeht und der paternale Chromosomensatz dupliziert wird. Es resultiert also ein diploider Chromosomensatz ohne maternales Genom. Es entwickelt sich dann lediglich Trophoblastgewebe, jedoch kein embryonales Gewebe. In 20% der Fälle kommt es zu einer malignen Entartung.

Zur inkompletten (partiellen) Blasenmole kommt es, wenn eine Eizelle, die einen haploiden DNA-Satz enthält, von zwei Spermien befruchtet wird. Es resultiert eine Triploidie paternalen und maternalen Ursprungs. Es entwickelt sich dann Trophoblastgewebe und embryonales Gewebe.

[Bearbeiten] Anzeichen und Diagnose

Blasenmole im axialen Computertomographiebild.
Blasenmole im sagittalen Computertomographiebild.

Anzeichen für eine Blasenmole können ein besonders schnell wachsender Uterus (Gebärmutter), ein hoch positiver Schwangerschaftstest, das Fehlen der fetalen Herztöne sowie besonders starke Schwangerschaftsübelkeit sein.

Die Diagnose wird über erhöhte Werte für das humane Choriongonadotropin (β-hCG) sowie über die Darstellung der verdickten Plazenta in Ultraschalluntersuchungen gestellt.

[Bearbeiten] Auswirkungen

Beim Vorhandensein eines Embryos oder einer Embryonalanlage ist die Folge einer partiellen (teilweisen) Blasenmole der Fruchtabort, die Folge einer vollständigen Blasenmole ist der Fruchttod, da das heranwachsende Kind nicht ernährt werden kann.

Bei fehlender Embryonalanlage ist ein gesteigertes Wachstum des Trophoblastens (teilweise auch zerstörend in das Gewebe der Gebärmutter hinein), welches eine intakte Schwangerschaft vortäuschen kann.

[Bearbeiten] Behandlung

Falls die Diagnose gestellt wird, bevor Abortvorgänge einsetzen, kann eine intravenöse Infusion eines geeigneten Prostaglandins erfolgen, eventuell zusätzlich Oxytozingabe. Dann wird die Spontanausstoßung abgewartet und danach eine behutsame Nachbetastung und vorsichtige Nachkürettage nach vorheriger Gabe von Kontraktionsmitteln vorgenommen. Bei destruierender Blasenmole erfolgt zusätzlich eine Zytostatikatherapie.

Die Kürettage einer Blasenmole ist gefährlich (Perforationsgefahr, Verblutungsgefahr). Sie darf nur klinisch und mit größter Behutsamkeit durchgeführt werden. Falls die Blasenmole bereits ausgestoßen ist, entfallen Weheninduktion und Dilatation.

[Bearbeiten] Sonstiges

Partielle (teilweise) Blasenmole kann auf eine Triploidie beim ungeborenen Kind hinweisen.

[Bearbeiten] Literatur

  • Stauber Manfred, Weyerstahl Thomas: Duale Reihe: Gynäkologie und Geburtshilfe, 3. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2007. ISBN 978-3-13-125343-9
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