Dysplastischer Nävus

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Klassifikation nach ICD-10
D22.9 Dysplastischer Nävus
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
Mikrofoto von einem dysplastischen Nävus. HE-Färbung.
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Ein Dysplastischer Nävus (auch Clarkscher melanozytärer Nävus) gehört zu den pigmentierten und umschriebenen Fehlbildungen der Haut (Pigmentnävi), die umgangssprachlich „Muttermale“ oder „Leberflecken“ genannt werden. Im Gegensatz zu den anderen derartigen Hautveränderungen, die aus normalen Melanozyten oder Nävuszellen aufgebaut sind, kommt es hier zu einer Vermehrung von atypischen Zellen mit unregelmäßigem Aussehen. Die Auffassung, Dysplastische Nävi seien Vorläufer des superfiziell spreitenden Melanoms ist mittlerweile als veraltet aufzufassen, da dies in keiner prospektiven Studie nachgewiesen werden konnte. Die Mehrzahl der Melanome entsteht de novo auf normaler Haut und nicht aus einem präexistenten Nävus. Das Vorhandensein mehrerer Clark-nävi kann allerdings ein Zeichen (nicht jedoch ein Grund) für ein erhöhtes Melanomrisiko darstellen. Dies ist durch die Gemeinsamkeiten in ihrer Ätiologie begründet.

Epidemiologie[Bearbeiten]

Bei Weißen kommen dysplastische Nävi mit einer durchschnittlichen Häufigkeit von ca. 5 % vor. Es gibt jedoch keine Präferenz bezüglich Alter oder Geschlecht. Gehäuftes Auftreten findet man außerdem bei Vorliegen eines Melanoms, beim familiären Melanom und beim Syndrom der dysplastischen Nävi (DNS). Man geht davon aus, dass über 20 % der Melanome auf dem Boden eines solchen Syndroms entstehen.

Klinik[Bearbeiten]

Dysplastische Nävi zeigen auf der Haut ein „unruhigeres Bild“ als gewöhnliche Nävuszellnävi. Sie haben mehr Farbtöne (von dunkelbraun bis hellrot oder depigmentiert) und sind unregelmäßig oder scheckig eingefärbt. Die Begrenzung solcher dysplastischer Hautveränderungen kann scharf sein, meist sind es jedoch unscharfe, ausgefranste Ränder. Dysplastische Nävi sind üblicherweise größer als 5 mm im Durchmesser und können in geringem Ausmaß erhabene Anteile aufweisen, insbesondere im Zentrum.

Verlauf und Prognose[Bearbeiten]

Das Risiko zur Entartung ist nur unbedeutend höher als das normaler Haut anzusetzen. Die Tatsache, dass jeder Mitteleuropäer im Schnitt zwischen 5 und 10 Clark-nävi aufweist, die Inzidenz des Melanoms aber nur 10 - 15 / 100.000 beträgt, unterstützt diese These.

Therapie[Bearbeiten]

Dysplastische Nävi, die sich in irgendeiner Weise verändern oder die sich an Stellen befinden, die der Patient nicht regelmäßig kontrollieren kann, sollten chirurgisch exzidiert werden, um eine mögliche Weiterentwicklung in ein malignes Melanom auf jeden Fall abfangen zu können. Alle anderen dysplastischen Nävi müssen je nach individuellem Risiko regelmäßig kontrolliert und vom Hautarzt in Abständen begutachtet werden. Weiterhin sollte exzessive Sonnenexposition vermieden werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas B. Fitzpatrick, Klaus Wolff (Hrsg.): Atlas und Synopsis der klinischen Dermatologie: häufige und bedrohliche Krankheiten. 3. Auflage. McGraw-Hill, New York; Frankfurt a.M., 1998, ISBN 0-07-709988-5.
  • Ernst G. Jung, Ingrid Moll (Hrsg.): Dermatologie. 5. Auflage. Thieme, Stuttgart, 2003, ISBN 3-13-126685-6
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