Pleuramesotheliom
| Klassifikation nach ICD-10 | ||
|---|---|---|
| C45.0 | Pleuramesotheliom | |
| ICD-10 online (WHO-Version 2013) | ||
Das Pleuramesothelium ist ein von den Mesothelzellen (Zölomepithel) ausgehender bösartiger Tumor der Pleura (Brustfell). Erstbeschrieben wurde die Krankheitsauslösung durch den eingeatmeten Asbeststaub 1960 in Südafrika.[1]
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Ursachen [Bearbeiten]
In etwa der Hälfte der Fälle ist Asbest als Ursache anzunehmen. Bei Exposition mit Asbest oder Glasfaserstäuben wird dieser Tumor als Berufskrankheit anerkannt. Die Exposition nachzuweisen ist jedoch oft schwierig, da ein Mesotheliom eine Latenzzeit von 20 bis 40 Jahren hat. Auch Radioaktivität und Viren werden mit dem Pleuramesotheliom in Verbindung gebracht. In Assoziation mit kalzifizierenden Pleuraplaques kann jedoch von einer Asbest-Exposition ausgegangen werden.
Symptome [Bearbeiten]
Hustenreiz, Atemnot, Kraftlosigkeit und Thoraxschmerzen sind mögliche Leitsymptome des Pleuramesothelioms.
Pathologie [Bearbeiten]
- epithelioides Mesotheliom (50–60 %)
- sarcomadoides Mesotheliom (10–20 %) (mit schlechterer Prognose[2]
- biphasisches Mesotheliom (Mischtyp aus epithelioidem und sarcomadoidem Mesotheliom) (20–30 %)
Der maligne Tumor wächst der Pleura folgend um die ganze Lunge, dringt in die oberflächlichen Anteile des Lungengewebes, sowie der umliegenden Gewebe (Herzbeutel, Zwerchfell) ein. Häufig wird das Mesotheliom von einem blutigen (hämorrhagischen) Pleuraerguss begleitet. Eine Metastasierung in regionale Lymphknoten ist häufig.
Immunhistologie [Bearbeiten]
- Vimentin (neuroektodermal)
- Calretinin
- BerEp4
- Thrombomodulin
- Zytokeratin 5
Differenzialdiagnose [Bearbeiten]
- Adenokarzinom der Lunge
Diagnose [Bearbeiten]
Die Diagnose wird meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium gestellt. Zur Diagnosesicherung wird ein Röntgen, CT oder MRT der Lunge und eine Bronchoskopie zur differentialdiagnostischen Abgrenzung eines Bronchialkarzinoms durchgeführt. Bei der Pleurapunktion können in 30–50 % der Fälle Tumorzellen nachgewiesen werden; zu Beachten ist hierbei das etwa 20%ige Risiko der Bildung von Metastasen im Stichkanal durch die direkte Verschleppung von Tumorzellen (= Impfmetastasen). Eine Pleurapuktion alleine ohne Nachweis von Tumorzellen schließt ein Pleuramesotheliom nicht aus. Die höchste Aussagekraft besitzt die Thorakoskopie mit Biopsie, welche in Zweifelsfällen durchgeführt werden muss.
Therapie [Bearbeiten]
Bei einseitigem Auftreten wird oft die Lungenhälfte samt Pleura entfernt (Pleurapneumoektomie). Sowohl Chemotherapie als auch Strahlentherapie finden bei diesem Tumor Anwendung. Seit 2003 wird Pemetrexed erfolgreich in der Chemotherapie eingesetzt, seit Ende 2004 findet eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen statt. Es kann eine Verlängerung der Lebenszeit von ca. 3 Monaten angenommen werden, welche durch eine Verbesserung des Allgemeinzustands in der Mitte der Therapie (ca. 6 Sitzungen in monatlichem Abstand) eintritt. Ein Stillstand oder Rückgang des Tumors kann aber nicht angenommen werden, danach tritt in der Regel Progredienz, also weiteres Wachstum des Tumors, Beteiligung der Lymphknoten sowie Metastasen auf.
Prognose [Bearbeiten]
Es handelt sich um einen sehr aggressiven Tumor, der meist recht spät diagnostiziert wird. Daher liegt die mittlere Überlebenszeit bei 7 bis 16 Monaten nach den ersten Symptomen.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ M. Ray, H. L. Kindler: Malignant pleural mesothelioma: an update on biomarkers and treatment. In: Chest. Band 136, Nummer 3, September 2009, S. 888–896, ISSN 1931-3543. doi:10.1378/chest.08-2665. PMID 19736192. (Review).
- ↑ Ceresoli GL: Therapeutic outcome according to histologic subtype in 121 patients with malignant pleural mesothelioma.Lung Cancer. 2001 Nov;34(2):279-87.)
Weblinks [Bearbeiten]
- Lehrstuhl für Bildverarbeitung der RWTH Aachen - betreibt Forschung auf diesem Gebiet
- Deutsches Mesotheliomregister in Bochum
- Übersichtsartikel aus dem Deutschen Ärzteblatt
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