Chondrosarkom

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Klassifikation nach ICD-10
C41.9 Bösartige Neubildung: Knochen und Gelenkknorpel, nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
feingeweblicher Schnitt eines Chondrosarkoms

Ein Chondrosarkom ist ein bösartiger (maligner) Knochentumor, dessen Zellen Knorpel, jedoch im Gegensatz zum Osteosarkom keine Knochensubstanz (Osteoid), bilden. Anders als das Chondrom weist das Chondrosarkom einen größeren Zellreichtum auf. Es tritt im Erwachsenenalter bevorzugt bei Männern auf.[1]

Verbreitung[Bearbeiten]

Das Chondrosarkom ist der zweithäufigste maligne Knochentumor. Das Auftreten des Tumors nimmt mit dem Alter zu und erreicht um das sechste Lebensjahrzehnt seinen Gipfel. Bevorzugt tritt der Tumor in den Beckenknochen und am rumpfnahen Femur auf.[1]

Klinische Erscheinungen[Bearbeiten]

Das Chondrosarkom verursacht Schmerzen, diese können jedoch sehr gering ausgeprägt sein. Metastasen treten spät im Verlauf auf. Das Risiko von Metastasen korreliert mit dem Grad der Entdifferenzierung. G1-Tumore weisen nur sehr selten Metastasen auf.[1]

Therapie[Bearbeiten]

Die Therapie besteht in einer operativen Entfernung des Tumors, eine Amputation ist aber nur in den seltensten Fällen notwendig. Insbesondere moderne Verfahren der Tumorendoprothetik haben diese in den letzten Jahrzehnten meist unnötig gemacht.[2] bei Inzisionsbiopsien muss der Biopsiekanal entfernt werden, da sonst Implantationsmetastasen drohen.[1] Der Tumor ist in der Regel nur wenig strahlenempfindlich.[3]

In der Therapie des Chondrosarkoms muss beachtet werden, dass er gegenüber einer Chemotherapie wenig empfindlich ist und bei einer Bestrahlung relativ hohe Dosen benötigt, sodass nach der Biopsie die definitive chirurgische Therapie durchgeführt werden muss. Eine Strahlentherapie mit Protonen oder Kohlenstoffionen ist unterstützend möglich.

Heilungsaussicht[Bearbeiten]

Bei optimaler Therapie beträgt die Fünfjahresüberlebensrate rund 50 %.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d G. Jundt : Knochen in W. Böcker, H. Denk, Ph. U. Heitz, H. Moch : Pathologie, 4. Auflage, München, 20908 S.1081f
  2. Orthopädische Klinik und Poliklinik der Universität München: Tumorendoprothetik, abgerufen am 4. November 2012.
  3. a b Jürgen Krämer, Joachim Grifka : Orthopädie, 7. Auflage, Heidelberg, 2005, S.101f
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