Blood Simple – Eine mörderische Nacht

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Filmdaten
Deutscher Titel Blood Simple – Eine mörderische Nacht
Originaltitel Blood Simple
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1984
Länge 99 Minuten /
95 Director’s Cut Minuten
Altersfreigabe FSK 18
Stab
Regie Joel Coen,
Ethan Coen
Drehbuch Joel Coen,
Ethan Coen
Produktion Ethan Coen
Musik Carter Burwell,
Jim Roberge
Kamera Barry Sonnenfeld
Schnitt Roderick Jaynes,
Don Wiegmann
Besetzung

Blood Simple – Eine mörderische Nacht (Alternativtitel: Blood Simple – Blut für Blut) ist ein Thriller aus dem Jahr 1984 und das Erstlingswerk der Coen-Brüder. Ein um rund vier Minuten kürzerer Director’s Cut kam im Jahr 2000 nochmals in die Kinos. Der Film ist eine Hommage an den Film noir der 1940er, ein sogenannter Neo-Noir.

Handlung[Bearbeiten]

In Texas’ tiefster Provinz beginnt Abby, die Frau eines Barbesitzers namens Julian Marty, ein Verhältnis mit dessen Angestellten Ray. Als ihr Mann durch den Privatdetektiv Loren Visser davon erfährt, beauftragt er ihn, die beiden für ein Kopfgeld von 10.000 US-$ umzubringen. Visser jedoch entwendet stattdessen Abbys Revolver und trifft sich mit Marty in dessen Büro, nachdem dieser Angeln war, um ein Alibi zu haben. Dort gibt er ihm als Beweis für den angeblich ausgeführten Mord ein gefälschtes Foto und erschießt Marty, nachdem dieser das versprochene Geld aus dem Tresor genommen und, ohne Vissers Wissen, das Foto in den Tresor gelegt hat. Visser vergisst danach jedoch sein Feuerzeug am Tatort.

Als Ray die Bar betritt, um dort die Kasse leerzuräumen, findet er Martys Leiche und Abbys Revolver und schließt daraus, dass sie die Mörderin sei. Er will die Leiche verschwinden lassen, um seine Freundin zu schützen, und packt den Körper in sein Auto. Auf der Fahrt in die Umgebung stellt sich jedoch heraus, dass Marty noch lebt, aber er ist schwer verletzt. Daraufhin vergräbt Ray den Verwundeten bei lebendigem Leibe auf einem Feld und kehrt danach zu Abby zurück. Er erzählt ihr nur bruchstückhaft, was passiert ist, missversteht danach aber ihre verwirrte Reaktion und geht wieder.

Visser kehrt wegen seines Feuerzeugs an den Tatort zurück. Er entdeckt, dass alle Spuren beseitigt wurden, findet aber sein Feuerzeug nicht, da es auf dem Tisch von Martys dort liegenden Fischen verdeckt wird. Plötzlich erscheint auch Abby. Visser versteckt sich und beobachtet, wie auch sie den Tatort untersucht, unternimmt jedoch nichts.

Meurice, ein weiterer Angestellter der Bar, hat eine Nachricht von Marty auf seinem Anrufbeantworter, in der er Ray beschuldigt, das Geld geklaut zu haben. Diesen Anruf hatte Marty noch vor seinem Tod geführt, um das Verschwinden des Geldes zu erklären. Meurice fährt daraufhin zu Ray und konfrontiert ihn damit. Ray reagiert aufgrund des Mordes in der vorherigen Nacht kaum und Meurice fährt wieder weg. Später treffen sich Ray und Abby nochmals. Als er ihr erzählt, dass er Marty lebendig begraben hat, flüchtet sie zu Meurice. Der glaubt durch die Nachricht auf dem Anrufbeantworter, dass Marty noch lebt und überzeugt sie ebenfalls davon.

Ray kehrt nochmals an den Tatort zurück und findet dort das vermeintliche Leichenfoto im Tresor. Er schließt daraus, dass jemand seinen und Abbys Tod vorgetäuscht hat, dass Marty offenbar dafür Geld gezahlt hat, dass derjenige wahrscheinlich Marty erschossen hat und jetzt jeden zu töten versuchen wird, der von diesem Mord weiß. Er trifft sich mit Abby in deren Wohnung. Als sie das Licht einschaltet, wird er durch das Fenster von Visser erschossen. Abby flüchtet durch ein Badezimmerfenster in die Nachbarwohnung. Visser betritt nun Abbys Wohnung und durchsucht den toten Ray nach seinem verlorenen Feuerzeug. Dann geht er ins Bad, schaut aus dem Fenster und versucht, das Fenster der Nachbarwohnung zu öffnen. Abby rammt daraufhin ein Messer in seine Hand und fixiert diese damit auf der Holzfensterbank. Während Visser nun versucht, die dünne Trennwand zu durchschlagen, um seine Hand wieder befreien zu können, kehrt Abby in ihre Wohnung zurück, nimmt ihren Revolver und wartet. Visser schafft es tatsächlich, durch die Wand zu gelangen, befreit seine Hand und geht auf die Tür zu. Jetzt schießt Abby durch die geschlossene Tür hindurch auf ihn und sagt, „Ich habe keine Angst vor dir, Marty“, da sie glaubt, diesen getroffen zu haben. Visser, schwer verletzt am Boden liegend, fängt daraufhin an zu lachen und antwortet: „Ich werde es ihm ausrichten, wenn ich ihn treffe.“ Unmittelbar danach stirbt er.

Kritiken[Bearbeiten]

Das von der Kritik gefeierte Spielfilmdebüt der Coen-Brüder wurde zum Grundstein ihres bis heute anhaltenden Erfolges. Die Newsweek schrieb: „The most inventive and original thriller in many a moon.” In ihrer ersten Hauptrolle brilliert hier Frances McDormand, die seit 1984 mit Joel Coen verheiratet ist.

„Für jeden Film von Joel und Ethan Coen (Fargo, O Brother, Where Art Thou?) sollten den beiden Filmemachern Denkmäler gesetzt werden. Auch ihr Debüt, der famose Low-Budget-Krimi Blood Simple ist ein Meisterwerk: Abby (Frances McDormand) betrügt ihren Mann (Dan Hedaya), und der engagiert einen Detektiv (M. Emmet Walsh), der die beiden töten soll ... Nach über 15 Jahren ist nun der Director's Cut des fulminanten Thrillers erschienen.“ (Quelle: TV TODAY, Höchstwertung)

Sonstiges[Bearbeiten]

Seinen besonderen Reiz gewinnt der Film aus der ungewöhnlichen Perspektive: Während üblicherweise der Thriller-Zuschauer die Lösung eines Rätsels/Mordes verfolgt, ist er hier ständig den Protagonisten voraus. So warnt z. B. Marty, als er Ray zur Rede stellt, Ray davor, Abby zu trauen: „Wenn sie dich mit ihren unschuldigen Augen ansieht und sagt: Ich weiß überhaupt nicht, wovon du redest!“ Als Ray dann nach dem Vergraben von Martys Leiche der vermeintlichen Mörderin Abby sagt, „er habe sich um alles gekümmert“, blickt sie ihn nichts ahnend aus ebendiesen unschuldigen Augen an und sagt, sie wisse überhaupt nicht, wovon er rede. Sie versteht Ray nicht mehr, Ray fühlt sich verraten und verlässt sie, und der einzige, der weiß, warum all dies passiert, ist der Zuschauer.

Typisch für die Coen-Brüder ist zudem der Mix skurriler Gestalten. Ein Ehemann, der für einen Doppelmord 10.000 Dollar für angemessen hält. Ein Detektiv, der mehr Spuren hinterlässt als beseitigt. Und Ray, ein Mörder wider Willen, dem kein besseres Versteck für eine Leiche einfällt, als etwa einen halben Meter tief unter einem Acker, der nicht nur über kurz oder lang umgegraben werden dürfte, sondern auf dem zwei schreiend auffällige Reifenspuren im weichen Boden direkt zur Grabstelle führen. Dennoch gibt der Film seine Figuren nicht der Lächerlichkeit preis: Man leidet mit Ray, mit Abby und auch mit Marty.

2009 drehte Zhang Yimou mit A Woman, a Gun and a Noodle Shop ein chinesisches Remake.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]