Bozcaada

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Bozcaada
Wappen fehlt
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Bozcaada (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Çanakkale
Koordinaten: 39° 49′ N, 26° 2′ O39.82194444444426.028888888889Koordinaten: 39° 49′ 19″ N, 26° 1′ 44″ O
Telefonvorwahl: (+90) 286
Postleitzahl: 17680
Kfz-Kennzeichen: 17
Struktur und Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Hakan Can Yılmaz (CHP)
Webpräsenz:
Landkreis Bozcaada
Einwohner: 2.354[1] (2010)
Fläche: 43 km²
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner je km²
Kaymakam: İbrahim Çenet
Webpräsenz (Kaymakam):

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Hafenfront
(28. Juli 2008)

Bozcaada (griechisch Τένεδος Ténedos) ist eine Insel in der Nordost-Ägäis bzw. im Thrakischen Meer. Die Insel ist heute ein Landkreis der türkischen Provinz Çanakkale. Sie ist etwa 43 km² groß.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Lage Bozcaadas

Bozcaada liegt etwa 4 Seemeilen vom Hafen Yükyeri in Geyikli auf dem anatolischen Festland entfernt. Die höchste Erhebung der Insel ist der Hügel Göztepe mit einer Höhe von 192 Meter.

Zum Landkreis Bozcaada gehört neben der Insel Bozcaada auch die kleine Inselgruppe Karayer Adaları mit den Inseln Tavşan, Yılan, Orak und Pırasa, acht bis zehn Kilometer nordöstlich.

Geschichte[Bearbeiten]

Bozcaada wurde um 3000 v. Chr. erstmals besiedelt.[3]

Im von Homer beschriebenen sagenhaften Trojanischen Krieg versteckten sich die griechischen Krieger auf der Insel Tenedos, nachdem sie vor den Toren Trojas das hölzerne Trojanische Pferd aufgestellt und die Troas zum Schein in Richtung Griechenland verlassen hatten. Auf Tenedos warteten sie bis zur Nacht, um heimlich zurückzukehren und Troja zu erobern.

Der griechische Sagenheld Odysseus reichte dem Zyklopen Polyphem "schwarzen trojanischen" Wein, der vermutlich von der Insel Tenedos (Bozcaada) stammte.

Von 493 v. Chr. an gehörte die Insel zum Persischen Reich. 334 v. Chr. wurde sie von den Truppen Alexanders des Großen erobert.

Die Insel fiel im Jahr 146 v. Chr. an das Römische Reich. Etwa Mitte des 13. Jahrhunderts kämpfte das Byzantinische Reich mit der Republik Venedig und der Republik Genua um die Herrschaft über die Insel; in der Folge war diese für etwa ein Jahrhundert entvölkert.

1455 wurde die Insel von den Truppen Mehmeds II. erobert und Teil des Osmanischen Reichs.

Bozcaada wurde zusammen mit Gökçeada nach dem griechisch-türkischen Krieg 1922/23 im Vertrag von Lausanne der Türkei zugesprochen und demilitarisiert. Im Vertrag von Lausanne vereinbarten Griechenland und die Türkei einen gegenseitigen Bevölkerungsaustausch, eine der Ausnahmen von dieser Zwangsumsiedlung betraf die Griechen Bozcaadas. Die meisten Griechen verließen die Insel daraufhin, kehrten aber innerhalb einiger Jahre zumeist wieder zurück. Doch im Zuge der „ethnischen Säuberungspolitik“ der Türkei in den 1950er Jahren wurde das Gros der griechischen Bevölkerung wieder vertrieben.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Von der Antike bis in die frühe Neuzeit war Tenedos ein bedeutender Hafen am Eingang der Dardanellen. Darüber hinaus ist mindestens seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. Weinbau auf der Insel bezeugt. Tourismus ist heute wichtigster Wirtschaftszweig der Insel, daneben sind Erzeugung von Windenergie, Fischerei und Anbau von Mohn wichtige Wirtschaftsfaktoren der Insel.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Festung Bozcaada
(21. September 2006)

Die Festung im Hafen der Insel, die Genuesern, Venezianern und Byzantinern gedient haben soll, ist unbekannten Ursprungs. In ihrer heutigen Form wurde sie unter Mehmet II. errichtet und 1703-1706, 1714-1726 sowie 1815 in besonderem Maße renoviert. Die 1867 errichtete griechisch-orthodoxe Kirche steht auf dem Fundament einer Kirche, die von Venezianern erbaut worden sein soll.[3]

Kultur[Bearbeiten]

Das Weinfest, zu dem große Teile der griechischen Diaspora anreisen, findet jährlich am 26. Juli statt.

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • N. Arslan - N. Sevinç, “Die eisenzeitlichen Gräber von Tenedos.” Istanbuler Mitteilungen 53, 2003, S. 223-250.
  • N. Arslan, “Goldbleche aus Tenedos.” Istanbuler Mitteilungen 53, 2003, S. 251-263.
  •  Hakan Gürüney: From Tenedos to Bozcaada. Tale of a forgotten island. In: Tenedos Local History Research Centre. No. 5, Bozcaada 2012, ISBN 9789752310360.
  • T. Takaoğlu - N. Sevinç, “The Early Bronze Age on Tenedos/Bozcaada.” Studia Troica 14, 2004, S. 135-140.
  • T. Takaoğlu, “Ethnoarchaeological survey of modern agrarian sites on Tenedos/Bozcaada”, Ethnoarchaeological Investigations in Rural Anatolia 2, 2004, S. 90-105.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bozcaada – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 18. August 2011
  2. Distrikte der Türkei
  3. a b http://www.turkishdailynews.com.tr/article.php?enewsid=50331
  4.  Rodanthi Tzanelli: The politics of 'forgetting' as poetics of belonging: between Greek self-narration and reappraisal (Michaniona, 2000/3). In: Nations and Nationalism. 13, Nr. 4, S. 675-694, S. 683 (abstract).