Breitscheidplatz

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Breitscheidplatz
Coat of arms of Berlin.svg
Platz in Berlin
Breitscheidplatz
Der Weltkugelbrunnen auf dem Breitscheidplatz
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Charlottenburg
Einmündende Straßen
Kurfürstendamm,
Hardenbergstraße,
Budapester Straße,
Tauentzienstraße,
Kantstraße,
Rankestraße
Bauwerke Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche,
Europa-Center,
Bikini-Haus
Nutzung
Nutzergruppen Fußgänger, Radfahrer, Straßenverkehr, ÖPNV

Der Breitscheidplatz liegt in Charlottenburg im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zwischen Kurfürstendamm, Budapester Straße und Tauentzienstraße. Er ist ein zentraler Platz der City West. Die Kriegsruine der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche machte ihn weltbekannt.

Bis 1892 hatte der Platz den Namen Gutenbergplatz, anschließend hieß er bis 1947 Auguste-Viktoria-Platz.

Lage[Bearbeiten]

Östlich schließt sich das Europa-Center an, ungefähr auf der Mitte steht die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und zwischen beiden befindet sich der Weltkugelbrunnen. Westlich wurde der Platz 1960 bis 2009 durch den Gebäuderiegel des damaligen Schimmelpfeng-Hauses über der darunter verlaufenden Kantstraße begrenzt. Unter dem Platz schwenkt die 1902 erbaute Linie U2 der Berliner U-Bahn von der Tauentzienstraße in nordwestlicher Richtung in die Hardenbergstraße in Richtung Bahnhof Zoo.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick durch die Kantstraße von Nordwesten: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, rechts das ältere Romanische Haus; um 1900
Das jüngere Romanische Haus mit dem Romanischen Café an der Ostseite, rechts die Tauentzienstraße; um 1900
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Abend: Blick vom Europa-Center zum 2009 abgerissenen Schimmelpfeng-Haus

Der Auguste-Viktoria-Platz war der westliche Beginn einer Abfolge von Boulevards und Schmuckplätzen, des Generalszugs.

Ab 1889 hieß der vorher unbenannte Platz nach dem Erfinder des Buchdrucks mit gegossenen Lettern Gutenbergplatz und wurde 1892 nach der Deutschen Kaiserin in Auguste-Viktoria-Platz umbenannt. Er bildete das kreisrunde Zentrum der in ihn einmündenden Straßenzüge (im Uhrzeigersinn) Budapester Straße, Tauentzienstraße, Rankestraße, Kurfürstendamm, Kantstraße und Hardenbergstraße.[1]

Im gleichen Stil wie die kurz zuvor gebaute Gedächtniskirche entstanden zwei einander gegenüberliegende Gebäude, die sich beide Romanisches Haus nannten. 1896 wurde das ältere an der Westseite des Platzes (zwischen Kurfürstendamm und Kantstraße) fertiggestellt, 1899 konnte der Konkurrent an der Ostseite (seit 1965 das Europa-Center) ein sehr ähnliches Haus beziehen. Das Zweite wurde weltberühmt, weil hier 1916 das Romanische Café eröffnete. Das Gebäudeensemble aus beiden Cafés hieß deshalb auch Romanisches Forum.

Im Zweiten Weltkrieg war nicht nur die Kirche, sondern auch die Randbebauung stark zerstört worden. Der wurde am 31. Juli 1947 nach dem von den Nationalsozialisten verfolgten Sozialisten Rudolf Breitscheid umbenannt. Beim Wiederaufbau wurde das Erscheinungsbild nach den Vorstellungen der 1950er Jahre stark verändert. Straßenzüge erhielten eine geänderte Führung, so dass der Platz seitdem nicht mehr als Verkehrsknoten dient. Die Konzeption sah eine dominante Rolle des Autoverkehrs vor, zwischen Gedächtniskirche und Europa-Center wurde eine wichtige Hauptverkehrsverbindung (die Schnalle) geführt. Diese leitete zusammen mit einem Verkehrstunnel die Fahrzeuge kreuzungsfrei in die Budapester Straße.

Im Jahr 1978 begann eine Verbesserung der Platz-Nutzung und Aufenthaltsqualität: Die trennende Straßenverbindung vor dem Europa-Center wurde geschlossen und durch einen Fußgängerbereich ersetzt, sodass der Platz entlang der Tauentzienstraße seitdem durchgehend begehbar ist.

Neuentwicklung seit den 2000er Jahren[Bearbeiten]

Der den Platz von der Budapester Straße und dem nördlich gelegenen Bikini-Haus trennende Straßentunnel wurde 2006 zugeschüttet. Das Berliner Planwerk sorgte für eine weitere Umgestaltung des Platzes und des umliegenden Bereichs, die im Frühjahr 2006 abgeschlossen wurden. Der Platz erhielt eine neue Pflasterung, Beleuchtung und Bepflanzung. Das den Platz von der Kantstraße abschottende Schimmelpfenghaus wurde bis Februar 2013 komplett abgerissen.

Seit den 2010er Jahren ist die City West mit dem Breitscheidplatz als Zentrum wieder verstärkt in den Fokus von Stadtentwicklern und Investoren geraten. Exemplarisch stehen dafür das 2012 fertiggestellte 119 Meter hohe Zoofenster an der Westkante des Platzes, in dem das Luxushotel Waldorf Astoria Berlin untergebracht ist, sowie das benachbarte – ebenso hohe – Upper West, das bis 2016 fertiggestellt werden soll.[2] Beide Türme bilden im Ensemble ein Tor zur Kantstraße und rahmen die Gedächtniskirche urban ein. An der Nordseite des Platzes wurde zwischen 2010 und 2014 das Bikini-Haus mit dem Kino Zoo Palast aufwendig erneuert. In der näheren Umgebung sind weitere umfangreiche Investitionen vorgesehen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Breitscheidplatz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mehr Platz für den Platz ohne Platz!. In: Vossische Zeitung, 1. Januar 1927, Vierte Beilage, S. 17.
  2. Upper West wächst empor. In: Berliner Woche, 31. Juli 2013.

52.50472222222213.335555555556Koordinaten: 52° 30′ 17″ N, 13° 20′ 8″ O